10 Jahre Daniel Hug – Art Cologne wieder up to date


10 Jahre Daniel Hug – Art Cologne wieder up to date

Von Meike Lotz


Pressekonferenz ART COLOGNE 2018, Interview Herr Hug, Eingang Süd

Der 1968 in Zürich geborene Daniel Hug ist seit 2008 Direktor der traditionsreichen Kunstmesse am Rhein und blickt nun zufrieden auf sein Werk: Eine im internationalen Kontext wieder konkurrenzfähige Kunstmesse. Die Art Cologne präsentiert sich dieses Jahr in einer neuen Gestalt. Die Halle ist geschwärzt und erstrahlt wortwörtlich in einem neuen Licht. Mit dabei wieder international renommierte Galeriengrößen. Insgesamt sind 210 Galerien aus 33 Ländern zu sehen, aber nicht nur aus den typischen Kunstländern, sondern diesmal auch aus Uruguay, Island und den Philippinen.

NguyễnTrinhThi, Letters from Panduranga, single-channel video, 35 minutes, HD, color, 2015

Die Kunstwelt hat sich gewandelt und die Art Cologne mit ihr. Sie ist Plattform zum Verkaufen, aber auch Kontaktbörse für die Kunstszene. Hier werden Verbindungen geschaffen und hier gibt es Anregungen, hier zeigt sich hochkarätige Kunst des 20. und 21. Jahrhundert in einer Halle auf drei Ebenen.

Innovativ und selbstbewusst zeigt sich die Messe und hebt sich bewusst von der Konkurrenz ab, wie mit dem Förderprogramm NEW POSITIONS für Kunst des 21. Jahrhunderts. Auch ihrer eigenen Stadt öffnet sie sich und zeigt sich sympathisch und nah - parallel zu den Messezeiten feiern jetzt Kölner Galerien ihrer Vernissagen.

Christian Theiß, ›untitled‹, 2017, steel, wood, plastic, found objects, dimensions variable. © VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Courtesy Christian Theiß and Clages, Cologne

Vom 19. – 22. April heißt es in Köln nun Kunst pur erleben und wer tiefer ins Thema möchte, kann an den begleitenden Art Talks auf der Cologne Art teilnehmen, die an allen vier Messetagen stattfinden. Zu empfehlen sicher die „Zeitreise durch die Kunstgeschichte“, am Sonntag 22.4. (ART COLOGNE Talks Lounge), denn da geht es in vier Etappen durch die neuere Kunstgeschichte – angefangen mit der Gründung des Staatlichen Bauhauses von Walter Gropius vor 100 Jahren, über die verlockende Kunst der 68er, die „wilden 90er“ in Köln (und anderswo) bis hin zur Zukunft der Bilder in Zeiten der Digitalisierung.

Welcher innovativen Richtung sich die Kölner Kunstmesse zuwendet, lässt sich auch in der Wahl der diesjährigen Preisträgerin des Art Cologne Preises 2018 ablesen. Den erhält diesmal nämlich kein Künstler und auch keine Künstlerin, sondern die renommierte Kunstsammlerin Julia Stoschek, die ihren Schwerpunkt auf „zeitbasierter Medienkunst" gelegt hat und sich selbst als „Archivarin der aktuellen Kunstproduktion“ versteht. Die Idee, die zum konsequenten Sammeln führte, fand 2003 durch Stoscheks Begegnung mit Douglas Gordons Arbeit Play Dead - Real Time in einer New Yorker Galerie statt. Seither erwirbt die renommierte, exzellent vernetzte Sammlerin im ständigen Austausch mit Galeristen, Künstlern und Kuratoren zeitgenössische Medienkunstwerke, die sie seit 2007 regelmäßig in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Düsseldorf-Oberkassel im Rahmen musealer Ausstellungen präsentiert (Julia-Stoschek-Collection).

Julia Stoschek, ART COLOGNE Preisträgerin 2018, Copyright Peter Rigaud Photography GmbH

Die Begrüßung der Art Cologne lautet: MEGA CASH NOW. Diese Worte springen im hypnotischen Design dem Besucher im Eingangsbereich der Kunstmesse entgegen. Es handelt sich hier um eine 1800qm große Boden-Installation „Higher Than The Sun“ der Künstlerin Zuzanna Czebatul,

Sonderschau Zuzanna Czebatul, Eingang Süd

entstanden in Anlehnung an Casino-Teppiche und deren manipulativen Wirkung auf die Spieler. Wer hier also in Kauflaune gerät, kann ab Sonntagnachmittag sogar für „kleines“ Geld ein Stück der Teppich-Installation erwerben (ca. 1,20x1,20m, ca. 50 EUR) und sammelt damit ein Erinnerungsstück der 52. Ausgabe der Art Cologne.

Ausschnitt Higher Than The Sun, Copyright: Zuzanna Czebatul

Nähere Informationen zu Öffnungszeiten und Anreise





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