Ausstellung: Coelner Zimmer – D_Contructions

D_Constructions von  Tobias Stutz
Malerei
Vernissage:Freitag 12.7.2019 /19h im Coelner Zimmer
Begrüßung:Rainer RehfeldAusstellungsdauer: 12.7-8.9.2019
Öffnungszeiten: Do + FR 16:00h-19:00h + nach Vereinbarung
01711911160
info@coelner-zimmer.deWir freuen uns über Euren/Ihren Besuch.

Coelner Zimmer
Schirmerstr.39,
40211 Düsseldorf
www.coelner-zimmer.de

Über Tobias Stutz:Tobias Stutz wurde 1983 in Filderstadt geboren und lebte von seinem dritten bis
sechsten Lebensjahr in Schottland. Nach dem Zivildienst (ADA) in Nord-Irland,
Belfast studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg unter
Professor Fleck Malerei.
Er erhielt 2007 und 2010 je ein Stipendium und wurde 2010 in den insbesondere für
junge Künstler nicht unwichtigen Kunstkalender der Lfa Bayern aufgenommen.
Seine Arbeiten, die er seit 2005 regelmäßig in der Öffentlichkeit zeigt, erhielten
gerade den Preis der VR-Bank Erlangen.
Ein Künstler, der wie Stutz Gebäude oder Möbel der klassischen Moderne so
sachlich genau wiedergibt, arbeitet deutlich mit dem Wiedererkennungswert der
Dinge.
Menschen fehlen meistens auf seinen Bildern, dafür aber werden 

Designgegenstände und Architekturen umso präziser inszeniert.
So werden die Gebäude zu Repräsentanten der klaren reduzierten
Formensprache des internationalen Stils, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts am
Bauhaus entstand.
Befindet man sich in diesem von linearer Strenge, von
rechten Winkeln und durchlässigen Wände gestalteten Gebäude, so wird ein
Prinzip der klassischen Moderne erlebt, nämlich, dass die Umgebung in das
Gebäude durch die Fensterausschnitte hinein geholt wird.
Dies ist ein Anliegen der klassischen Architektur, die sich generell wie ein
stereometrischer Fremdkörper in der Natur behauptet. Sie will die Natur mittels der
großen Fenster im Inneren optisch vergegenwärtigen. Dies bringt Stutz an seinem
Bild mit dem Blick auf das Matterhorn, zum Ausdruck.
Es ist das Ausschnitthafte, was den Reiz vieler seiner Bilder ausmacht. Die
Ausschnitte sind so angelegt, dass Linien und Flächen, wie auch die
Waagerechten, Senkrechten und Diagonalen in konzentrierter, nahezu
fotografischer Genauigkeit zu einem reduzierten Ganzen harmonisch
zusammenklingen. Und es sind stets die Grenzen der Bilder, also die Rahmen, die
den Ausschnitt in seiner Komposition und in seinem Minimalismus ausmachen.
Stutz lenkt den Blick auch auf profane, unspektakuläre Innenräume.
So gibt er die Illusion räumlicher und plastischer Gegebenheiten am Beispiel der
Bauhausküchen wieder. Deren Ecken und Kanten, ihre farblichen Kontraste sowie
ihre spezielle Rhythmik von Linien, Flächen und Körpern unterstreichen ihre
konstruktive und abstrakte Ästhetik.
Der Blick auf jene Stelle, wo der Flur abknickt und wir eine Ahnung von einem
hellen von Licht durchfluteten Zimmer bekommen, wird durch keine überflüssigen
Details gestört. Selbst das Bild im Bild mit dem gleichen Motiv, irritiert nicht, sondern
es fügt sich wie selbstverständlich ein.
Stutz` Arbeiten spiegeln immer wieder seine Auseinandersetzung mit der Kunst im
Allgemeinen.
So betonen seine Räume wie die von Edward Hopper Licht und Schatten. Oft wird
er deshalb nach seiner Beziehung zu Hopper befragt. Diese Fragen animierten ihn,
sich Hopper-Bildern in einer Serie anzunähern und sie unverblümt zu zitieren.
So ist das Bild „Morning Sun“ ein Hopper-Bild, aber ohne die Frau, die bei Hopper
auf dem Bett sitzend, in ihren Gedanken versunken aus dem Fenster schaut.
Während sich bei Hopper Leere und Melancholie breit machen, ist die Stutzversion
frei davon.
Bei Stutz werden eine banale Tresortür oder ein einfaches Fenster in ihren
grafischen und flächigen Spannungen und damit in ihrer Bildqualität erfasst bzw.
von ihm erfunden.
Dass Stutz die Funktion von Fenstern häufig unberücksichtigt lässt, weil man aus
ihnen nicht hinaus und weil man in sie nicht hinein schauen kann, zeigt seinen
besonderen künstlerischen Ansatz. Der Maler will nicht mehr, als den Dingen der
Wirklichkeit die Form-, Linien- und Flächenbeziehungen abzuschauen.
Dies führt letztlich zu abstrakten Formbeziehungen, die die Wirklichkeit in Licht und
Schatten sowie in dicht gemalten wie transparenten Flächen nahezu auflösen, sie
entmaterialisieren.
Tobias Stutz stellt Räume dar, die durch die Abwesenheit des Menschen keine
Lebensräume, keine Handlungsräume sind.
Jochen Meister spricht denn auch von „Sehorten“ und vom „reinen Schauen“, zu
dem Stutz einlädt.
Durch das Weglassen der Figuren tritt die klare Konstruktion in den Vordergrund.
Diese bewirkt einen Ausdruck voller Reinheit, da der Blick durch nichts gestört wird.
Der Betrachter kann zur Ruhe kommen. Es drängt sich ihm keine Erzählung, keine
Stimmung auf, er kann ganz bei sich bleiben. (Text:Aloisia Föllmer)

 

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