Bundeskunsthalle: JerusalemerGesprächeBonn „Middle East – Melting Pot

Vorankündigung der Diskussionsreihe

JerusalemerGesprächeBonn
„Middle East – Melting Pot of Humankind“

Sonntag, 15. Januar 2017, 19 Uhr, Forum der Bundeskunsthalle

mit David Grossman, Ágnes Heller, Dieter Vieweger u.a.

Eine neue Diskussionsreihe in der Bundeskunsthalle widmet sich dem Austausch zu aktuellen gesellschafts- und kulturpolitischen Themen weltweit. Gäste aus Europa, Deutschland und Israel kommen in Bonn zusammen, um mit der Moderatorin Judith Schulte-Loh zu diskutieren. Die zweite Diskussion steht unter dem Titel "Middle East – Melting Pot of Humankind".

Die Reihe hat ihr Pendant in den bereits seit 2014 in der Cinematheque in Jerusalem stattfindenden Jerusalem Talks. Nach Bonn übertragen, widmen sich die Gespräche Themen, die einen neuen Blick auf gesellschaftliche Phänomene und aktuelle politische Strömungen werfen.

Der Nahe Osten ist ein Schmelztiegel der Menschheit. Hier traf der Homo Sapiens, aus Ostafrika kommend, im heutigen Israel auf den Neandertaler. Kooperierten sie, oder bekämpften sie einander? Wir wissen es nicht. Wir wissen aber, dass der Neandertaler von der Erde verschwand, während sich der Homo Sapiens unaufhaltsam weiterentwickelte. Und er schuf Großes: Er fand von Ur-Lauten zur Sprache, er entwickelte die Landwirtschaft, die die Menschen ernähren konnte, vermutlich erfanden die Sumerer in Mesopotamien die Schrift, und das jüdische Volk schuf aus religiöser Überlieferung die schriftliche Form seines Glaubens (Tora).

Aber schon immer verflochten sich im Nahen Osten auch jahrtausendealte politische Interessen, später führten mangelndes Verständnis zwischen Orient und Okzident, sowie unterschiedliche soziale und ökonomische Lebensgrundlagen zu Gewalt und Kriegen.

Dabei spielten und spielen vorgeschobene wie tatsächliche Interessen dreier Weltreligionen eine große Rolle. Jerusalem, die Heilige Stadt, eine Erinnerungslandschaft zweier Völker, wurde zum Inbegriff beider Nationalitäten, und ihre Ansprüche liegen seit dem 20. Jahrhundert in erbittertem Widerstreit.

Warum ist gerade der Nahe Osten ein „Melting Pot of Humankind“?

Die Teilnehmer:

Der Schriftsteller und Friedensaktivist David Grossman, 62, ist in Jerusalem geboren und gehört zu den bedeutendsten Vertretern der israelischen Gegenwartsliteratur. 2008 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis, 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels; bei der Laudatio lobte Joachim Gauck Grossman als "Symbol der Friedensbewegung".
In mehreren Büchern hat er sich kritisch zum Nahostkonflikt geäußert. Grossman gehört zu den Unterzeichnern der Genfer Friedensinitiative von 2003. Im August 2006 forderte er gemeinsam mit Abraham B. Jehoshua und Amos Oz von Israels Regierungschef Ehud Olmert ein sofortiges Ende der Kämpfe im Libanon. Wenige Tage später fiel sein zweiter Sohn Uri im Südlibanon, während Grossman an seinem Buch „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ schrieb.

Àgnes Heller zählt zu den wichtigsten Philosophinnen des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie wurde 1929 in Budapest geboren und entkam während des Holocausts nur knapp einer Deportation. In den Jahren danach wurde sie als Mitglied der »Budapester Schule« um den neomarxistischen Philosophen Georg Lukács jahrzehntelang vom kommunistischen Regime unterdrückt, bevor sie 1977 nach Australien emigrierte. 1986 wurde Heller Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Heute lebt sie wieder in Budapest.

Der alttestamentliche Theologe und Biblische Archäologe Dieter Vieweger, 1958 in Karl-Marx-Stadt geboren, ist seit 2005 Direktor des Deutschen Evangelischen Institutes für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman und lehrt zudem an den Universitäten in Wuppertal und Witten-Herdecke. Sein Buch „Streit um das Heilige Land“ macht die Vielschichtigkeit der historischen und gegenwärtigen Interessenlage in ihrer Komplexität nachvollziehbar und fassbar. In einem Interview konstatierte er: "Jerusalem ist eine große Erinnerungslandschaft."

www.bundeskunsthalle.de

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