Ludwig Museum Koblenz: Face it! Wer willst Du sein?

Face it! Wer willst Du sein?
05.04.2019 bis 09.06.2019

Ludwig Museum Koblenz, Deutschherrenhaus

Filmische Intervention von Cyril Schäublin in der Sammlung Ludwig, Koblenz

»Die Natur gibt Ihnen das Gesicht, das Sie mit zwanzig haben. Das Leben formt das Gesicht, das Sie mit dreißig haben. Aber mit fünfzig hast Du das Gesicht, das Du verdienst«.

Dieser viel zitierte Aphorismus von Coco Chanel inspirierte den international erfolgreichen Filmemacher Cyril Schäublin (*1984 in Zürich) zu seinem aktuellen Kurzfilm „Le visage que tu mérites/ Das Gesicht, das Du verdienst“ (2018), dessen Realisierung von der Institution Le Manoir Art gefördert wurde und der vom 5. Februar bis 9. Juni 2019 im Rahmen einer künstlerischen Intervention in der Sammlung des Ludwig Museum Koblenz zu sehen ist. Das Projekt trägt den Titel „Face it! Wer willst Du sein?“. Unter den gezeigten Werken finden sich unter anderem Klassiker von Pablo Picasso, Andy Warhol, Jean Dubuffet bis hin zu Robert Combas.

Jean Dubuffet, Effigie et son site, 1976. Sammlung Ludwig Museum Koblenz © VG Bild-Kunst Bonn
2019, Foto: Hans Asch

Der Film „Le visage que tu mérites/ Das Gesicht, das Du verdienst“, der den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet, dreht sich thematisch um das menschliche Gesicht. Wie ein Spiegel reflektiert es die eigenen Lebensweisen oder dient als Maske für gesellschaftliche Konventionen und Symbol für die Eigenverantwortlichkeit, die jeder Mensch für sich und das eigene Leben trägt. In seinem unverkennbaren Stil, der sich durch eine ,unnahbare Unmittelbarkeit’ und präzise Kameraeinstellungen auszeichnet, erzeugt Cyril Schäublin innerhalb der vierminütigen Dauer der filmischen Arbeit vielschichtige Aspekte, die in Werken der Sammlung ihre Entsprechungen finden.

In seinem zweiten Film „My brother the raven/ Mein Bruder der Rabe“ (2007) widmet Schäublin sich dem gesellschaftlich sozialisierten Menschen, der durch Konventionen Eitelkeiten entwickelt und sich eine Art gesellschaftliche Maske auferlegt. Ebenfalls zu sehen ist die interaktive holographische Videoskulptur von Ilya Pusenkoff, „Soul in the Hole“ (2018), in der verschiedene Personen, zusammengefügt wie Puzzleteile, ihre privaten und persönlichen Geheimnisse preisgeben.

Ilya Pusenkoff, Soul in the Hole, 2018, interaktive Videoskulptur © Ilya Pusenkoff

Cyril Schäublin studierte Film in Peking, Paris und Berlin. Sein aktueller Film „Dene wos guet geit/ Denen, denen es gut geht“ (2017) wurde bereits auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet; 2018 war er für den Europäischen Filmpreis nominiert und wurde in Kunstzentren sowie Museen präsentiert, unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA), New York.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Le Manoir Art, einer Institution zur Realisierung von Kunst- und Kulturprojekten mit Schwerpunkt auf künstlerischer Filmproduktion und wird kuratiert von Kunsthistorikerin Katharina Arimont.


Freitag, 05. April 2019, um 11 Uhr findet im Ludwig Museum Koblenz ein Pressegespräch statt. Cyril Schäublin ist anwesend.


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