Markus Lüpertz im Skulpturenpark Waldfrieden (ab 28.04.18)


Markus Lüpertz im Skulpturenpark Waldfrieden

Vom 28. April bis zum 5. August 2018 zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden (Wuppertal) eine Ausstellung mit Werken von Markus Lüpertz. Unter dem Titel „Der Tod, der bleiche Freier“ werden 19 Gipsskulpturen des Künstlers präsentiert.



Markus Lüpertz, Der Tod, der bleiche Freier, Ansicht oberer Pavillon, (c) VG Bild und Kunst Bonn Markus Lüpertz, Foto: Michael Richter



Markus Lüpertz ist ein Bildhauer, der von der Malerei kommt. Die Bildhauerei ist für ihn "jedoch keine Welt für sich, sie bildet trotz ihres großen Umfangs keine Gegenaussage zur Malerei, sie ist aber auch kein bloßes Anhängsel der malerischen Produktion, sondern deren folgerichtige Erweiterung ...", schreibt Werner Hofman im Jahr 2009 anlässlich der bis dahin größten Lüpertz-Retrospektive der Bundeskunsthalle.

Das manipulativ-demiurgische Element, das Hofman in Lüpertz' Skulpturen sieht, oder die Komik und das Groteske finden ihren Raum besonders in seinen Skulpturen, und dort vor allem in seinen Gipsarbeiten. Denn anders als Bronze, die immer gleich die ganze abendländische Kunstgeschichte evoziert, lässt dieses Material viel Spontaneität zu, die für Lüpertz' Schaffen eine äußerst wichtige Kategorie ist. Allein schon deshalb verwendet er Gips nicht nur als Bozzetto oder, wenn es um monumentale Formate geht, als Vorstufe zur Bronze. Auch die Kolorierung weist auf eine selbstständige Stellung der Gipse in Lüpertz' Werk als eigene Gattung.

Der Tod, an den der Titel der Ausstellung erinnert, begleitet Lüpertz mehr oder weniger sichtbar im Hintergrund vieler seiner Werke. Explizit erscheint dieses Thema bei Lüpertz aber auch in seiner Dichtung. So zitiert der Ausstellungstitel aus einem seiner bisher unveröffentlichten Gedichte.

Markus Lüpertz, Hölderlin, (c) VG Bild und Kunst Bonn 2012 Markus Lüpertz, Foto: Michael Richter



Biografisches

Prof. Dr. h. c. Markus Lüpertz wurde am 25. April 1941 im böhmischen Liberec geboren. Nach dem Kriegsende flüchtete seine Familie nach Westdeutschland und siedelte sich im Stadtteil Rheydt des heutigen Mönchengladbach an.

Seine Ausbildung zum Künstler begann 1956 mit einem Studium an der damaligen Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosens. Nach einem kurzen Studienaufenthalt an der Düsseldorfer Kunstakademie im Jahr 1961, die er bereits nach kurzer Zeit wegen einer Schlägerei verlassen musste, lebte und arbeitete Lüpertz zunächst als freischaffender Künstler in Düsseldorf. 1962 wechselte er nach Berlin, um dem Wehrdienst zu entgehen. Dort konnte er, vor allem dank der Ausstellung „Markus Lüpertz. Dithyrambische Malerei", die 1965 in der von ihm gemeinsam mit Künstlerkollegen gegründeten Galerie Großgörschen 35 stattfand, die Kunstwelt auf sich aufmerksam machen. Dass sich sein Kunstwollen nicht nur in seiner Malerei, sondern auch dichtend manifestiert, bewies er erstmals 1974 mit der Veröffentlichung seines ersten Gedichtbands „9 × 9“.

Nach einer Gastdozentur im Jahr 1974 folgte 1976 ein Ruf als ordentlicher Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo er bis 1987 lehrte. Bereits 1986 wurde Lüpertz an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen, die er von 1988 bis 2009 als Rektor leitete.

Neben zahllosen anderen Ehrungen wurde Markus Lüpertz 2006 mit der Ehrendoktorwürde der Kunstakademie Breslau ausgezeichnet.
Markus Lüpertz lebt und arbeitet in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz.





Teilen über

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal
Share to MyWorld
Share to Odnoklassniki
Dieser Beitrag wurde unter Ausstellungstermine|Tipps abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.