Stiftung Kunstfonds: AUSSTELLUNG „GRAFIK AUS DEM ARCHIV“ im Künstlerarchiv Brauweiler

STIFTUNG KUNSTFONDS

Ausstellung: GRAFIK aus dem Künstlerarchiv

19.11. - 20.12.2013

Druckreife Serien, gezeichnete Raritäten, zufällig Gemaltes und schichtenweise Collagiertes zeigt das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds aus seinen Grafikbeständen.

Die Werke werden im temporären Ausstellungspavillon präsentiert, der auf dem Gelände des LVR-Kulturzentrums der Abtei Brauweiler an der Stelle eines geplanten Erweiterungsbaus steht, durch den die Archivräume künftig vergrößert und um ein Schaumagazin ergänzt werden sollen. Den schlichten Holz-Kubus zieren zum Jahresausklang ausgewählte farbige Grafiken von Künstlern aus dem Archiv.
Die Papierarbeiten werfen Schlaglichter auf die verschiedenen künstlerischen Positionen, Themenwelten und Arbeitsweisen der einzelnen Künstler.

Die Grafiken werden zum Kauf angeboten, Erlöse fließen in den Unterhalt des Archivs.

Vorschau am Sonntag, 17.11.2013 um 15.30 - 18 Uhr bei Kaffee & Kuchen.

14.00 Uhr
Finissage 'Spritual Ground': Alexandre Joly, The Singing of Mirrors, im Winterrefektorium der Abtei Brauweiler.
14.30 Uhr
Führung durch die Abtei und Kirche, Verein für geschichte e.v., Pulheim, treffpunkt Kirche, Kosten: 3 EUR.
15.30 bis 18 Uhr
Ausstellung GRAFIK im Archiv für Künstlernachlässe, Besichtigung und Verkauf.

Öffnungszeiten der Ausstellung GRAFIK
vom 19. November bis zum 20. Dezember 2013:
Dienstag 10 bis 12 Uhr,
Mittwoch und Donnerstag
10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Grafiken folgender Künstlerinnen und Künstler sind zu sehen:

Edgar Knoop (*1936) geht in der ausgestellten Collagenserie „Horizonte“ von der Wirkung von Farbkontrasten und Lichtwirkung aus. Mit minimalen Mitteln – gerissene, verschiedenfarbige Papiere und Pappen – erschafft er die Wirkung horizontal gestaffelter Landschaften, die allein aus Farbe und Form ihre Räumlichkeit und Tiefe erhalten.
Gerda Brodbeck (1944-2008) schuf aus Anlass der Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 eine Radierung zum Thema Sport, deren Genese anhand archivierter Entwürfe, Skizzen und Druckplatten in der Ausstellung gezeigt wird. Brodbecks zentrales Thema ist der Mensch, der trotz reduzierter Gestik und Mimik Ruhe, Siegeswillen und Konzentration ausstrahlt.
Die frei komponierten Bleistift-Zeichnungen von Otfried Rautenbach (*1942) scheinen wie musikalische Improvisation plötzlichen Eingebungen zu folgen. Ohne die Bildfläche mit einer zusammenhängenden Thematik oder Komposition zu füllen, verwendet Rautenbach einzelne Motive und Figuren, deren Objekte scheinbar Alltagsgegenständen ähneln. Zwischen 1963 und 1971 entstand ein kompaktes zeichnerisches Werk, das vom Archiv bewahrt wird.
Zahlreiche Reisen nach Afrika und Arbeitsaufenthalte in New York bereicherten Helen Spoerris (1937-2011) Formensprache, die sie überwiegend in Aquarellen festhielt. Als Autodidaktin brachte sie sich verschiedene künstlerische Techniken selbst bei. Mit einer Vorliebe für Mythen und Symbole kreisen ihre Arbeiten um den Menschen und seine metaphysischen Erfahrungen.
Aus Ludger Gerdes‘ (1954-2008) umfangreichem Nachlass aus Skizzen, Bildern, Skulpturen und Fotos ergibt sich das Bild systematisch entwickelter Bildthemen. Gerdes beschäftigte sich in seiner Kunst mit der Frage der Darstellbarkeit von Ideen und seiner eigenen Rolle im System Kunstbetrieb. In seinen Papierarbeiten formuliert er die Konzepte vor, arbeitet sie aus und variiert sie. Die Grafiken zeigen im Kleinen die großen Themenstränge des Künstlers.
Jüngst wurde der Nachlass des Münchner Malers Peter Vogt (1944-2013) ins Archiv aufgenommen, der in zahlreichen Gemälden Menschenbilder, Serien von Porträts und Figurenbildern schuf. Die „Pinselabstriche“ entstanden auf Papptellern, die Vogt als Palette nutzte, Farbe auftrug, diese mit dem Pinsel zum Malen auf der Leinwand abnahm und zum Abschluss die Pinsel auf dem Pappteller abstrich. Nach Gebrauch ergänzte Vogt die farbigen Muster auf den Papptellern mit wenigen Pinselstrichen zu den ausgestellten Miniatur-Portraits. Eine kleine Vitrine demonstriert die Entstehung der Werke.
Diethelm Koch (1943-2008) arbeitet in seinen Skulpturen und Grafiken mit den geometrischen Grundformen Kugel, Würfel und Zylinder. Besonderes Augenmerk legte er auch in seinen ausgestellten Siebdrucken auf das Zerlegen und Aufteilen der Formen und das darauf folgende, erneute Zusammensetzen der einzelnen Teile.
Wiederholt stellte Fritz Rahmann (1936-2006) in seinem Werk die Frage der Wirkung von systematischer Neuordnung – formal, organisatorisch und inhaltlich. Formal auch in den ausgestellten „Multiplex“-Grafiken, deren Anordnungen aus roten und blauen Rechtecken sich jeweils nur um einen Baustein verschiebt, wodurch eine neue Perspektive zu entstehen scheint, die die ursprüngliche Wahrnehmung in Frage stellt.
Von Erich Lütkenhaus (1924-2010) werden neben Prägedrucken auf weißem Papier auch die Prägestempel und die Entwurfsformen ausgestellt, die der Künstler im Druckprozess nutzte. Die Drucke veranschaulichen Lütkenhaus‘ Suche nach der Gesetzmäßigkeit konkreter Formen. Die aktuelle Kunstgeschichtsschreibung reiht den Künstler wegen seiner konstruktiv-systematischen Arbeitsweise in die Tradition der konkreten Kunst ein.
Jockel Heenes‘ (1947-2004) zentrales Thema war das Empfinden und Begreifen des Raumes. Ob Tafelbild, Zeichnung, Installation oder Kunst am Bau - der Raum als Erfahrung und Gegenspiel von Innen und Aussen ist immanent. Die Gegenüberstellung seiner Entwürfe des Kunst- am-Bau- Entwurfs für eine Münchner Sporthalle mit freien Zeichnungen in der Ausstellung zeigt die Parallelität der Formfindung über Gattungsgrenzen hinaus.
Gerhard Winds (1928-1992) Grafiken und Editionen dokumentieren seine stilistische Entwicklung ausgehend von einer ersten Abstraktion, geprägt von der zeitgenössischen Kunst der frühen 1950er, noch mit gestischen Elementen. Später zeigen sie mehr Nähe zu seinen Kunst-am-Bau Entwürfen und entwickeln sich zunehmend abstrakt-geometrisch.
Renate Angers Kunst ist selbstreferentiell und findet durch Reduktion und Wiederholung von Farbe und Form ihre Dichte und leuchtende Intensität.
Der Schwerpunkt von Kurt M. Schulz-Schönhausen (1922-1999) liegt auf Malerei und Grafik. Seine Werke, die zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn noch gegenständliche Bezüge aufweisen, werden im Laufe der Jahre zunehmend abstrakter. Ein anfangs strenger Formalismus seiner Arbeiten weicht in späteren Jahren gelockerteren Kompositionen. Die Linien werden weicher, Mischtöne lösen die reinen Farben ab und Pinselstriche brechen die vormals glatten Flächen auf.
Eduard Franoszek (1935 - 1995) war Mitbegründer der Künstlergruppe „Großgörschen 35", eine der ersten Produzentengalerien in Deutschland mit selbstorganisierten Ausstellungsräumen. An der Hochschule der Künste Berlin lehrte er als Professor für Druckgrafik und Reprotechnik, in dieser Zeit entstanden auch die ausgestellten Gummidrucke.

Stiftung Kunstfonds | Weberstraße 61 | 53113 Bonn
Telefon 0228 9153411 | Telefax 0228 9153441 | info@kunstfonds.de

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