Der Autodidakt – ein willfähriges Opfer?

Der Autodidakt – ein willfähriges Opfer?

Wer kennt das als Autodidakt nicht aus eigener Erfahrung: man wird von einem sog. „Galeristen“ kontaktiert – meistens per Mail – die künstlerischen Arbeiten würden ganz toll in das jeweilige Galerie-Programm passen und man könnte sich eine Zusammenarbeit ganz gut vorstellen. Oft wird dabei versucht, den „armen“ Autodidakten, der nun doch endlich den großen Durchbruch schaffen möchte, mit wohlklingenden internationalen Ausstellungen oder exotischen Kunstmessen in Taipei, Shanghai, Palm Beach oder Bejing für eine Beteiligung an solchen Events zu ködern.

Unseriöse Geschäftsmodelle

Nun ist natürlich jeder seines Glückes eigener Schmied und natürlich sollte das jeder Künstler für sich selbst entscheiden, aber mein Rat an dieser Stelle: Finger weg von solch dubiosen Angeboten! Gibt man sich nämlich interessiert, bekommt man kurz darauf dann weitere Informationen, die dann so aussehen, dass, wenn man an diesen illusteren Orten ausstellen möchte, richtig fett zur Kasse gebeten wird. Das geht dann meist nach Meter Ausstellungswand und sollte man dann tatsächlich auch etwas verkaufen, dann geht nochmal zusätzlich eine satte Provision an den „Galeristen“.

Seriöse Galerien…

…machen so etwas nicht – sie lassen sich nicht die Ausrichtungskosten direkt von ihren Künstlern finanzieren. Galerien, die an ihre Künstler glauben und diese für den internationalen Kunstmarkt aufbauen wollen, verlangen von ihren Künstlern keine „Standgebühren“. Hier wird meist von Möchtegern- oder Newcomer-Galeristen versucht, sich über nach Erfolg lechtzende Autodidakten und Quereinsteiger, die es sich leisten können, eine zinsfreie Anschubfinanzieung für ihren Galerieaufbau zu besorgen. Als Künstler sollte man sich hier nicht von seinem Ego verführen lassen und so selbstbewußt sein, dass man ein solches „Angebot“ lieber dankend ablehnt. Der Erfolg tritt dann ein, wenn man an seine Kunst glaubt (und an ihr arbeitet) und nicht solchen Angeboten. Witzigerweise bekommt man dann auf eine solche Absage auch schon mal so etwas zu hören wie „wir verstehen, dass Sie sich unseren international erfolgreichen Künstlern nicht gewachsen fühlen … “ – wohlgemerkt, das kommt dann von den gleichen Personen, für die Sie vorher angeblich künstlerisch interessant waren und von deren Gremium Sie in einem zeitaufwändigen Verfahren aus einer Vielzahl von Künstlern ausgewählt worden sind!

Die Rechnung geht nur für einen auf?!

Interessiert ihr euch dennoch näher für ein solches Angebot (einzelne darunter können auch schon mal vertretbar sein), dann schaut euch vorher ganz genau die Konditionen an und schätzt ab, wie ihr „aus der Nummer heraus geht“, z. B. ganz einfach: wieviele meiner Bilder muss ich zu welchem Preis verkaufen, um wenigstens eine „Schwarze Null“ zu erzielen? Wie realistisch ist diese Annahme (gemessen an meinem bisherigen Ausstellungserfolg)? Habe ich schon jemals so viel so teuer verkauft? Natürlich geben einem solche „Galeristen“ dann Beispiele ihrer ach so erfolgreichen Künstler an die Hand oder argumentieren mit der Zukunft – nach dem Motto: man muss als Künstler erst einmal in sich, in sein internationales Bekanntwerden, investieren – später kommt dann auch der finanzielle Erfolg. Laßt euch nicht für dumm verkaufen: wenn die Rechnung, die ihr anstellt, nur zu Gunsten des Galeristen aufgeht – Finger weg!

Schaut euch die anderen Künstler der Galerie an!

Seid ihr von den Konditionen her weiter an einem solchen Angebot interessiert, dann schaut euch die bereits von der Galerie vertretenen Künstler an! Vielfach wird von solchen Galeristen betont, dass sie keine Hobbykünstler aufnehmen. Dadurch soll man sich dann zum einen geehrt fühlen, zu den „Auserwählten“ zu gehören und zum anderen soll damit ein hohes Niveau der Galerie selbst vorgegaukelt werden. Schaut man sich dann in dem Galerieportfolio etwas näher um, dann trifft man nicht selten auf genau das: Kunst, die zwar vielleicht von ambitionierten Künstlern stammt, die aber nicht besonders weit entfernt vom Hobbyniveau ist. Dann muss man sich fragen: will ich mich denn dort auch zeigen? Das beeinflußt dann natürlich mein eigenes „Standing“ im Kunstmarkt.

Um Mißverständnissen vorzubeugen…

…ich habe ganz und gar nichst gegen Autodidakten. Schließlich bin ich ja selbst einer – und damit reihen wir uns ja in eine lange Liste in der Kunsthistorie ein, in der auch bedeutsame Namen wie z. B. ein van Gogh auftauchen. Es gibt genauso schlechte Kunst „gelernter Künstler“ wie es gute Kunst von Autodidakten gibt (und umgekehrt natürlich ebenso). Ich rate nur jedem Autodidakten, sich ehrlich zu befragen: wo stehe ich, wo sehe ich mich realer Weise mit meiner Kunst und so lange man dafür zahlen muss ausgestellt zu werden, lieber in sich selbst zu inverstieren und weiter an seiner Kunst zu arbeiten. Ich kenne das Problem, als Autodidakt eine Galerie zu finden nur allzu gut, aber man sollte nicht jeden Preis dafür zahlen! Und noch eins zu guter Letzt: natürlich zielt dieser Beitrag nun nicht auf den gesamten Berufsstand der Galeristen, sondern nur auf die schwarzen Schafe darunter.

Vielleicht wäre es auch durchaus interessant, von euren Erfahrugen zu diesem Thema zu hören. Wenn ihr mögt, dann könnt ihr sie gerne als Kommentar hier posten.

Sven Blatt, Herausgeber

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15 Antworten auf Der Autodidakt – ein willfähriges Opfer?

  1. Hallo und Danke für diesen Artikel :)

    Da ich selbst kein Kunststudium vorweisen kann, bin ich am recherchieren, welche Möglichkeiten es so gibt und welches Kunstkartell sich generell aufgebaut hat. Das thema ist wirklich arg komplex.

    Zum einen wird man zb auf Wikipedia nur als Künstler gelistet, wenn eine Ausstellung in einem Museum oder anerkanntem Kunsthaus erfolgt ist. Eine Anfrage an ein Museum brachte die Antwort ein, dass nur Interesse besteht, wenn eine Galerie dahintersteht, egal wie die Bildqualität an sich ist.

    Dann gibt es kostenpflichtige Portale wie artfacts, die Daten sammeln wie zB Anzahl der Ausstellungen und anhand dieser Daten wird ein Ranking erstellt, welches von namhaften Kunstmagazinen aufgegriffen wird. Aber da ist auch wieder eine Galerie + Ausstellungen ausschlaggebend.

    D.h. um wirklich Fuß in die Kunstwelt zu fassen, ist man auf eine Galerie angewiesen. Es sei denn als Ausstellung würden auch komplett eigenorganisierte Events zählen, die man in solche Datenbanken eintragen kann?
    Alle Galerien die ich kontaktiert habe, noch nicht einmal mit Bildbeispiele, sondern nur mit der Frage, ob man als nichtstudierter Künstler eine Chance hätte, blieben gänzlich unbeantwortet….
    Ich denke, ich muss es aufgeben, je durch eine solche Präsenz als Künstler eingestuft zu werden, obwohl es doch sehr viele Bekannte Künstler gibt, die sich ebenfalls das notwendige selbst beibringen.

    Ich gehe nun so vor, lade meine Werke auf Instagram hoch und stelle als Zielgruppe u.a. Themen wie Art Basel, Frieze, Art Miami, Galerien etc ein und erreiche damit täglich tausende Menschen. Wer weiß, vielleicht sind Galeristen dabei die sich fragen, wieso ich ohne Galerievertretung dennoch so viele Personen erreiche und Interesse wecken kann :)

    Selbst wenn ich 10.000 Kunstdrucke verkaufen könnte, hab ich immer noch im Hinterkopf, dass es von Kuratoren und Co. nie wirklich als Kunst angesehen wird, was ich sehr schade finde.
    Habe zB ein Bild des Filmes Das Letzte Einhorn gemalt, den Autor des Buches drauf verlinkt und eine Woche später hat er sich tatsächöich zu Wort gemeldet und würde es auf seiner Unicorn-Tour zeigen. Also wirds schon als Kunst aufgefasst und ich muss eben permanent die Werke via social media bewerben. Vielleicht wird das der einzig funktionierende Weg für mich bleiben und werde immer um den richtigen Kunstmarkt herumarbeiten.

  2. V. Heu sagt:

    Derr Beitrag ist ja schon einige Jahre alt. Weiß also nicht, ob mein Beitag noch gelesen bzw. beantwortet wird.
    Auch ich bin Autodidaktin und habe kürzlich über meine Homepage eine Anfrage einer deutschen Galeristin aus Hamburg erhalten, die mir die Teilnahme an einer 4-wöchigen Ausstellung für Jänner, Februar oder an einem späteren Zeitpunkt anbietet. Gemeinsam mit anderen 5 Künstlern.
    Ihre Kondidionen belaufen sich auf 637,- Euro +19% Mwst. Teilnahmekosten, zahlbar in 2 Hälften + 20% Provision.
    Dafür bietet sie:-Organisation der Gruppenausstellung mit 5 Malern/Fotografen + 1Bildhauer
    -Dauer der Ausstellung : 4 Wochen
    -Installieren/ Hängung der Arbeiten
    -Druck der Einladungskarten + Versand
    -Werbung
    -Ausrichtung der Vernissage
    -Galerieservice während der Ausstellungsdauer
    -Präsentation der Künstler im Internet mit 5 Arbeiten +CV für mind.1Jahr
    -Versicherung der Kunstgegenstände in der Galerie

    Ich habe keine anderen Erfahrungswerte. Die hohen Teilnahengebühren schrecken mich aber doch sehr ab.

    Sprechen wir hier wohl von einer eher unseriösen Vorgangsweise, oder?

    Ich würde mich über eine Rückmeldung dazu (trotz Alter des Beitrages) sehr freuen!

    Beste Grüße
    V. Heu

    • Sven Blatt sagt:

      Hallo,

      als Beteiligung an den Kosten, die die Galerie zur Durchführung der Ausstellung hat, erscheinen mir 637 EUR auch etwas hoch. Die Galerie nimmt dann ja von 5 Künstlern bereits über 3.000 EUR ein ohne dass auch nur ein Werk verkauft ist. Andererseits sind die Provisionen mit 20% zu den normalerweise 50% günstiger für den Fall eines Verkaufs. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Galerie das unternehmerische Risiko auf die teilnehmenden Künstler abwälzt. Für Sie als Künstlerin ist das letztlich die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie wenigstens ein Werk verkaufen (und wie hoch die daraus erzielten Einnahmen für Sie sind). Ich würde mal versuchen zu recherchieren, wie erfolgreich denn diese Galerie ist, mit wievielen Besuchern (und was das für Besucher sind, z. B. Sammler oder nur „Häppchen-Jäger“) man denn dort normalerweise bei der Vernissage rechnen kann. Vielleicht können Sie ja auch andere Konditionen verhandeln (50% Provison, dafür weniger Kostenbeteiligung), damit die Kostenbelastung dann größtenteils nur im Erfolgsfall für Sie eintritt.

      Mit besten Grüßen
      S. Blatt

      • V. Heu sagt:

        Vielen Dank für die prompte Antwort!
        Ich werde mir das alles noch einmal genau überlegen müssen. Vor allem, käme auch noch ein Transport von Österreich nach Hamburg hinzu. Der Aufwand ist also doch sehr groß, vor allem dann wenn man nicht weiß auf was man sich jetzt genau einlässt.

        Vielen Dank für die Rückmeldung!

        Herzliche Grüße
        V. Heu

  3. Hallo,
    zu Herrn Schrettner: (wenngleich etwas zeitverzögert, aber andere lesen es evtl später über google/startpage/ixqick/duckduckgo)
    Also eigentlich verlangen Galeristen keine Ausstellungsgebühr, das ist mir neu. Die Standgebühren der Messen sind natürlich zu hoch und so können sich
    nach etlichen Jahren eigentlich nur Galerien über Wasser halten, welche alternative Geschäftsmodelle haben, zum Beispiel Steuersparmodell des
    Ehepartners oder über Erbschaften. Alle anderen machen früher oder später Konkurs, ohne Ausnahme. Habe auch bereits mit 37 Galerien
    zusammengearbeitet, davon sind 12 Konkurs gegangen und es endete im Rechtsstreit und weitere 13 haben ihre Galerie verkleinert oder geschlossen. Es
    sind eigentlich nur noch die „Steursparmodelle“ übrig.
    Leider haben durch diese Entwicklung die meisten Galerien die unangenehme Eigenschaft, sehr spät zu zahlen und Rechnungen 2 Jahre liegenzulassen,
    das ist schon der Standard. Habe selbst zur Zeit 4 Ratenzahler, die den Künstleranteil nicht überweisen können. Aber bezahlen sollte man für eine
    Ausstellung nie etwas, dafür bekommt der Galerist ja die 50%. Man selbst hat ja die Materialkosten.
    Seit Januar 2015 hat sich die Lage erneut zugespitzt durch die Erhöhung der MwSt für Galerien auf 19%: damit ist jeder Verkauf knifflig geworden wenn
    der Galerist den Preis einfach erhöht. Anderseits sollte man nicht auf die Frage der Galerien eingehen, dass man die MwSt mitträgt zur Hälfte, das geht ja
    nun nicht. Die Forderung der EU nach höherer Besteuerung des Kunsthandels sollte ja die Urheber gerade nicht betreffen, diese haben weiterhin 7%.
    Durch diese Steueränderung wird der durchschnittliche Kunstmarkt sich nun weiter verkleinern, aber die Grossverdiener tangiert es natürlich nicht.
    Die Schere zwischen Arm und reich geht weiter auseinander.

    Wenn man auf Galerien verzichten kann, sollte man es tun. Es sind meist unangenehme Menschen, die nur ökonomisch denken, aber so tun, als würden sie von Kunst etwas verstehen. Und einem immer viel zu früh das DU anbieten, eine merkwürdige Unsitte, die den Künstler als „Kind“ behandelt.
    Mit hunderten von Privatkunden hatte ich nur einen einzigen Ausfall wegen Konkurs, bei Galerien waren es 66%. Was soll man dazu sagen; ich freue mich für jede Galerie die zumacht. Sie haben fast alle gegen mich gearbeitet und mich bestohlen, wo es ging. Da sind Bilder verschwunden, Transportschäden wurden nicht beglichen und Verkäufe erst Jahre später gemeldet. Ich hoffe auf eine Zeit, wo Künstler selber wieder ein Forum zum Ausstellen haben, so wie die Freie Berliner Kunstausstellung in den 80ern. Vielleicht gibt es ja so etwas mal wieder. Aber da momentan fast alle Verkäufe bei Galerien auf Messen getätigt werden, ist zur Zeit kein Land in Sicht.
    Der ganze Markt ist leider grundsätzlich verlogen und nur die Museen und Kunstvereine sind eine gewaltige Ausnahme. Dort macht es Spass, auszustellen.

    Ich kann nur raten, die Eintragungen im Gästebuch einer Ausstellung selbst zu kontaktieren, so kann man überleben.

    • Sven Blatt sagt:

      Sehr geehrter Herr Hoenerloh,

      vielen Dank für ihren informativen Kommentar.

      Viele Grüße
      Sven Blatt

    • Horst Richard Schrettner sagt:

      Hallo Herr Stefan Hoenerloh,

      das was Sie hier schreiben, kann ich nicht bestätigen, ich bin noch nie von einem Galeristen betrogen worden, es wurde nie etwas beschädigt.
      Und ich bin mit meinem Galeristen schon jahrelang per Du. Dass Sie froh sind wenn die Galeristen pleite gehen ist für mich kaum verständlich.
      Wir haben eine Galerie in unserem Verein eröffnet, schauen Sie mal auf die homepage http://www.artinnovation.at da wird was geboten!!!

  4. Ich habe, aktuell zum Thema Ausstellung im Ausland, eine Maileinladung einer Galerie in Barcelona. Sie versprechen „das blaue vom Himmel“ gehen aber nicht auf meine Fragen nach der Abwicklung, Kosten usw. ein. Auch die Termine sind sehr eng angeboten. Die erste Präsentation soll schon im Oktober 2014 in Barcelona sein. Persönlich kenne ich diese Menschen natürlich auch nicht. Sie schreiben, dass sie meine Bilder auf Kunstmessen, Art Cologne, schon gesehen hätten. Dort war ich aber noch nie vertreten….

    Was soll man von solchen Angeboten halten?
    Gibt es eine „Schwarze Liste“ wo Galerien, die unseriös arbeiten, aufgeführt sind?

    • Sven Blatt sagt:

      Hallo Herr Petzinger,

      eigentlich geben Sie sich ja bereits selbst die Antwort: bei so vielen Dingen, die hier nicht stimmen, sollte man die Finger davon lassen. Eine Schwarze Liste kenne ich nicht, aber vielleicht gibt es so etwas bei Galeristen-Verbänden. Ich denke aber, dass man auch über die Art des „Umgangs“ und der Kontaktgestaltung individuell für sich herausfinden kann (wie Sie es getan haben), was seriös ist und was nicht. Ich würde hier aber ebenfalls dringend von abraten.

      Viele Grüße
      Sven Blatt, Herausgeber KD

  5. Guten Tag,

    es hängt nicht davon ab ob man Autodidakt oder Akademischer Künstler ist um Ausstellungsangebote in New York, Amsterdam, usw. zu bekommen und – heutzutage verlangt jeder Galerist Ausstellungsgebühr. Früher war dies anders. Da haben die Galeristen 50% des Verkaufspreises verlangt und sonst nichts. Ich bin 70 Jahre alt und habe über 100 Ausstellungen in der halben Welt gemacht. Wie wollen Sie z.B. auf der Art Karlsruhe ausstellen ohne zu bezahlen? Lüpertz oder Richter vielleicht nicht.
    Natürlich verkaufen ihnen die Galeristen meterweise ihre Wände.
    Wovon sollten sie denn sonst leben.
    Wenn der Maler gut ist wird er auf einer Kunstmesse oder Galerie was verkaufen. Ich habe einen bekannten Galeristen, dem kostet die Miete seiner Galerie 4800 Euro,- pro Monat plus Nebenkosten. Bitte wie soll er die bezahlen ohne Ausstellungsgebühr? Ein halbes Jahr kein Geschäft und er ist pleite. Wir wissen alle daß das Kunstgeschäft für die nicht so bekannten Künstlern schlechter geworden ist.
    In Krankenhäusern, Autohäusern, Gemeinde,usw. muß man mittlerweile auch schon für das Ausstellen bezahlen, kann man aber vergessen weil man dort überhaupt keine Preise erzielt.
    Ich habe in solchen wie sie meinen „dubiosen“ Galerien im Ausland ausgestellt und nur gute Erfahrungen gemacht.

    Freundliche Grüße
    H.R. Schrettner

  6. reynvoet nico sagt:

    Hallo,
    Meiner Frau ist auch Autodidaktin.Hat jetzt von eine Galerie in Berlin Mitte die möglichkeit zur teilnahme an einer Gruppenausstellung bekommen,aber ein teilnahmegebühr von 400 € ist fallig.So weit wir info über die Galerie gefünden haben sieht es aus wie ein seriöses geschäft,trotzdem haben wir überhaupt keine Ahnung ob dieses Angebot seriös ist.Leider haben wir schon zugesagt,auf jeden fall werden wir daraus einiges Lernen hoffen wir.
    Reynvoet Nico

    • Sven Blatt sagt:

      Hallo Herr Nico,

      ich möchte Ihnen nicht die „Hoffnung“ nehmen, aber seriöse Galerien tragen normalerweise das Risiko und nehmen erst im Falle eines Verkaufs eine Provision (i. d. R. 50 %). Zudem erscheinen mir die 400 EUR auch ansich sehr hoch. Seriöse Galerien investieren i. d. R. zunächst in den Aufbau eines neuen Künstlers anstatt ihn „abzukassieren“. Dann müssen Sie ihre Transport-/Reisekosten nach Berlin rechnen und sich fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, überhaupt ein (oder mehrere Bilder) zu verkaufen und ob Sie damit überhaupt diese Kosten reinbekommen können. Auf eine Steigerung des Bekanntheitgrades ihrer Frau als Künstlerin würde ich bei so etwas nicht meine Hoffnung setzen. Aber vielleicht geht es ja doch gut für Sie aus. Ich wünsche es Ihnen.

      Viele Grüße
      Sven Blatt

      • Reynvoet Nico sagt:

        Hallo Herr Blatt,
        Danke für Ihre Antwort.War im rückblick auch ein reinfall diese Ausstellungsmöglichkeit.Haben auf jeden fall einiges dazugelernt.Meine Frau sucht weiter nach möglichkeiten Ihren Kunst zu verkaufen,Ihren Weg wird Sie woll finden,bin ich überzeugt.
        Viele Grüße

  7. Jens Lind sagt:

    Danke für diesen hilfreichen Beitrag. Ich (Düsseldorfer, Autodidakt) stelle selbst grade auf Eigeninitiative an meinem Arbeitsplatz (Krankenhaus Haan, nicht in Düsseldorf) aus und bin mit dem feedback bisher sehr zufrieden. Hast du Ideen, wie man hieran am geschicktesten anknüpft, um als nächstes in einer Galerie ausstellen zu können? LG, Jens

    • Sven Blatt sagt:

      Hallo Jens,

      Autodidakten haben es bei Galerien naturgemäß schwer, da diese sich lieber auf eine standesgemäße Vita mit nahmhaften „Meistervater“ (Meisterschüler von Prof. X) verlassen, denn auf ihre eigene Kunstexpertise (es sein denn auch als Autodidakt hat man sich bereits einen Namen gemacht bzw. man weiß gar nicht [mehr], dass man ein Autodidakt ist oder man wagt es erst gar nicht mehr die Frage danach zu stellen, s. Jonathan Meese oder A. R. Penck, beide Autodidakten, aber keiner schert sich mehr darum). Galerien, die nicht so experimentierfreudig sind wie vielleicht manch ihrer Künstler, scheuen vor Autodidakten zurück, weil sie darin ein Geschäftsrisiko sehen: einen Autodidakten am Markt erst einmal aufzubauen, dazu bedarf es eines höheren Aufwandes und Mut zur eigenen Meinung am Kunstmarkt. Zudem mögen es Galerien, ihre Künstler zu entdecken – „Initiativbewerbungen“ bei Galerien haben also schon psychologisch gesehen die falsche Ausgangsrichtung.

      Ich würde es bei Ausstellungsveranstaltern versuchen, die selbst Quereinsteiger am Kunstmarkt sind – und das oft sehr erfolgreich. So drängen auch immer mehr Rechtsanwaltskanzleien und Beratungsfirmen in diesen Markt. Sie haben den Vorteil, dass sie so wie so bereits über eine (oftmals betuchtere) größere Klientel verfügen, die man dann auf Vernissagen einladen kann. Auf unserem Portal findest Du dazu auch 2 Möglichkeiten (http://www.kunstduesseldorf.de/category/ausstellungen-events-dusseldorf/ausstellungsmoglichkeiten/ ).

      Eine weitere Möglichkeit stellen Kunstvereine dar, die die Möglichkeit bieten, die Kunst ihrer Mitglieder auszustellen. Kunstvereinen haftet aber auch etwas der Markel des Gekungels an, wenn es darum geht, wer ausstellen darf und wer nicht. Wer als Kunstverein etwas auf sich hält, hat eine Jury für die Aufnahme neuer Mitglieder und sollte – wenn sie schon nicht über eine externe Jury zur Kuratierung ihrer Ausstellungen verfügt – ihre Jury regelmäßig austauschen.

      Eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit bieten wir aber auch mit der Veröffentlichung von Künstlerseiten auf unserem Portal an. Da unser Portal z. Zt. ca. 9.000 Besucher/Monat verzeichnet, kann man auch darüber ganz gut auf seine Kunst aufmerksam machen. Dafür benötigst Du eine Premium-Mitgliedschaft auf unserem Portal und kannst dann deine eigene Künstlerseite erstellen und autark verwalten -> http://www.kunstduesseldorf.de/mitglied-werden/

      Ich wünsche viel Erfolg!
      Sven Blatt, KD

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