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KunstDuesseldorf.de – vom Kunst-Journalismus zur Online-Kunst-Galerie

Nach nunmehr mehr als 10 Jahre der Online-Publikationen in Sachen Kunst in Düsseldorf und weiter wech, haben wir uns dazu entschlossen, unsere Website KunstDuesseldorf.de zur reinen Online-Kunst-Galerie umzugestalten.

Highlights unserer regelmäßigen Berichterstattung zum Thema Kunst waren die bekannten, jährlich wiederkehrende Kunstevents wie der „RUNDGANG“ an der Kunstakademie Düsseldorf, „Die Große NRW„, die „KUNSTPUNKTE“ oder die „NACHT DER MUSEEN“. Diesen Content haben wir unseren Lesern FREI HAUS geliefert und es war uns eine Freude, dies zu tun.

Ab sofort bzw. faktisch bereits schon seit letztem Jahr, präsentieren wir unseren Besuchern mit der gleichen Leidenschaft nun bei KunstDuesseldorf.de Original-Kunst anerkannter Künstler:innen – Kunst zum Schauen & Kunst zum Kaufen!

Kunstkauf ist Vertrauenssache

Bei KunstDuesseldorf.de wählen wir daher für unsere Kunden nur solche Kunst aus, von der auch wir überzeugt sind.

Damit Sie dennoch keinerlei  Risiko eingehen, gewähren wir ein garantiertes Rückgaberecht. Ihr Einkauf ist zudem versandkostenfrei.

Unsere Philosophie

Kunst ist keine „standardisierbare Ware“ – Kunsthandel ist daher in erster Linie Vertrauenssache. Dies gilt in besonderem Maße für den Online-Handel mit Kunst. Für uns gilt das sowohl in Bezug auf unsere Kunden als auch in Richtung der Künstler*innen, mit denen wir zusammenarbeiten. Unser Bestreben ist es daher, beide Seiten zu fairen Konditionen vertrauensvoll zusammenzubringen.

Für unsere Kunden bedeutet dies, dass wir für sie auf einem unüberschaubar großen und vielfältigen Kunstmarkt bereits eine Vorauswahl nach qualitativen Ansprüchen treffen. Insbesondere achten wir darauf, dass die bei uns erwerbbare Kunst nicht bloß ästhetisch-dekorativ ist, sondern auch eine eigene künstlerische Aussage vertritt, eine unverwechselbare, prägende künstlerische Handschrift trägt und dadurch eben gerade keine standardisierte Handelsware ist, sondern ein künstlerisches Unikat. Dem gesteigerten Bedürfnis nach Vertrauensschutz im Online-Handel tragen wir zusätzlich noch Rechnung über ein risikoloses Rückgaberecht.

Für unsere Künstler:innen bedeutet dies, dass wir sie dabei unterstützen, ihre Kunst frei auszuüben und sie einem breiten, kunstinteressierten Publikum vorzustellen und zu fairen Konditionen zu vermitteln.

Bei der Auswahl der bei uns präsentierten Kunst sind wir bestrebt, eine möglichst große Bandbreite unterschiedlicher Stilrichtungen zu präsentieren und unsere eigenen Präferenzen zugunsten unserer Kunden zurückzustellen – dies jedoch nie ohne den grundsätzlichen Qualitätsanspruch aus dem Auge zu verlieren. So finden Sie in unserem aktuellen Bestand sowohl abstrakte als auch gegenständliche Kunst, Landschaftsmalerei ebenso wie Porträts, szenische Darstellungen ebenso wie Stillleben etc. – meist in Acryl, Öl oder sonstigen Mischtechniken.

Wandern Sie thematisch (Kunst-Shop -> Gemälde -> Themen) oder nach den jeweiligen Künstler*innen (Kunst-Shop -> Gemälde -> Neue Künstler) gruppiert durch unsere Galerie und lassen Sie sich inspirieren. Sicherlich findet sich darunter auch ein Werk nach ihrem Geschmack.


KünstlerInnen, die ebenfalls Interesse haben, ihre Kunst über unseren Shop anzubieten, bewerben sich bitte per Mail an: redaktion[ät]kunstduesseldorf.de. Die Bewerbung sollte ein Künstler-Statement, ein CV und ein Ausstellungsnachweis enthalten.

Unsere Künstler:innen

Derzeit sind in unserer Online-Kunst-Galerie Folgende Künstler:innen vertreten:

Regina Berge
Sven Blatt
Luzian Flück
Dirk Groß
Sandra Keutgens
Christian Krieter
Hanne Neß
Anne Samson
Sabine Schäfer
Armin Schanz

Dirk Groß: "Tiefe Welten"
Dirk Groß: „Tiefe Welten“
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Künstlerporträts auf Kunst Düsseldorf: Luzian Flück

 

Die Bildwelt des Luzian Flück

Der Maler und Grafiker Luzian Flück setzt sich in seinen Arbeiten – in der Regel Acryl auf Leinwand – mit
gestalteten, imaginären Räumen, Interieurs, Kulissen im weitesten Sinn, auseinander. Ursprünglich vom
Stillleben ausgehend.

Es geht ihm um künstliche Erlebniswelten, die – mit großer Farbintensität – vertraut und freundlich wirken.
Bestandteile sind beispielsweise Kugeln, Pyramiden, Steine, bizarre Pflanzen (aus Plastik?), Lampen, Möbel,
Kissen. Sonne, Mond und Sterne. Auch freie Formen, die plastisch dargestellt sind, die wie Puzzleteile oder
Bausteine wirken. Teile eines unbekannten Ganzen. Gedankenbausteine. Auf die Inszenierung kommt es an.

Der Raum wird immer wieder durch angedeutete Vorhänge oder Gardinen definiert. Jedenfalls viel Stoff.
Manchmal auch Dessin.


Luzian Flück: "Rätsel" | 2019 | 80 x 60 cm | Acryl auf Leinwand
Luzian Flück: „Rätsel“ | 2019 | 80 x 60 cm | Acryl auf Leinwand



Vorhänge faszinieren ihn, sie rahmen ein, sie lenken den Blick des Betrachters, und sie suggerieren Wärme
und Heimeligkeit. Hinter einem roten Vorhang wird es meistens interessant.

Dinge, die an Seilen, Schnüren oder Stangen ins Bild ragen, verweisen auf eine Decke, an der sie befestigt
sind, einen abgeschlossenen Raum, und damit wieder auf ein nicht näher definiertes Interieur. Das kann
eine Bühne sein oder auch Wohnraum, Restaurant, Geschäft….

Die Thematik orientiert sich am Bürgerlichen, an der Alltagsästhetik, am Massengeschmack. Bitte recht
freundlich…


Luzian Flück: "Oktoberfest" | 2018 | 80 x 60 cm | Acryl auf Leinwand
Luzian Flück: „Oktoberfest“ | 2018 | 80 x 60 cm | Acryl auf Leinwand



Jahrmarkt, Rätsel, Wohnzimmer, Aquarium, Märchenwald, Irrgarten, Terrasse, Balkon, Wetter, Jahreszeiten,
Tag und Nacht werden durch Symbole und/oder freie Formen dargestellt und in einem imaginären Raum
inszeniert.

Als künstlerische Einflüsse wären neben den Expressionisten/Fauves (hier vor allem Matisse, aber auch Macke)
besonders de Chirico, Savinio und Schwitters(Merzbau sowie seine Materialcollagen) zu nennen. Aber
auch die rätselhaften Phantasiemaschinen eines Jean Tinguely. Oder die Arbeiten von Paule Vezelay.



Ausstellungen

1983: Ausstellung Galerie Dal-Mas, Velbert Neviges
1984: Gruppenausstellung „Überblick 84“, Schloss Hardenberg, Velbert Neviges
2018: Gruppenausstellung „Tagträume“, Backstubengalerie Wuppertal
2019: Gruppenausstellung „Showtime“, Backstubengalerie Wuppertal
2020: Ausstellung „Wundervoll“, Backstubengalerie Wuppertal

 

Luzian Flück
Luzian Flück

Flück stammt aus Velbert-Neviges, wo er 1958 geboren wurde. Kleinstadtmilieu. Nach dem Besuch der
FOS für Gestaltung in Wuppertal von 1976 bis 1978 studierte er an der FHS Düsseldorf. Nach dem Diplom
1986 arbeitete er als Grafikdesigner und ist seit 1988 selbstständig.

 
 
 
 
Weitere Werke von Luzian Flück können Sie sich in unseren Online-Galerien anschauen, sie sind dort auch käuflich zu erwerben:

Kunst-Shop hier auf KunstDuesseldorf.de
Online-Galerie auf www.Kunst-Versorgung.de
 
 
 

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KunstDuesseldorf.de – Virtuelle Vernissagen in Zeiten von Corona

KunstDuesseldorf.de – Virtuelle Vernissagen in Zeiten von Corona

Eine der von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Personengruppe ist die der freiberuflichen Künstler*innen, da ihnen z. Zt. fast jegliche Möglichkeit genommen wird, ihre Kunst in etablierten Formaten wie Messen, Ausstellungen, Kunstmärkten, offene Ateliers etc. ihrem Publikum von Angesicht zu Angesicht zu präsentieren. Da jedoch viele Künstler*innen auf den Verkauf ihrer Kunst gerade auf solchen Veranstaltungen angewiesen sind, droht ihnen durch die aktuelle Corona-Pandemie die unmittelbare Bedrohung ihrer Existenz.

KunstDuesseldorf.de hat sich daher dazu entschlossen, professionellen Künstler*innen die Möglichkeit zu bieten, virtuelle Vernissagen in Form eines Video-Streams über uns zu veröffentlichen. Dieser Video-Stream wird auf der Startseite von KunstDuesseldorf.de an oberster Stelle zu sehen sein. Bei der Produktion dieses Videos sollte sich der jeweilige Künstler von dem Format konventioneller Vernissagen leiten lassen. Idealerweise sollte man also seine virtuellen Besucher anhand einer professionellen Hängung (z. B. in dem jeweiligen Atelier) durch die Kunst führen und seine Kunstwerke dabei „besprechen“ bzw. ein allgemeines künstlerisches Statement dazu abgeben. Das Video sollte eine Länge von 5 bis 10 Minuten haben und im Interesse einer mittleren Datenmenge auf höchste Auflösungsqualitäten verzichten. Generell gilt darüber hinaus natürlich: je professioneller das Video ist, desto besser.

Damit diese virtuelle Vernissage dann auch zu Umsätzen führen und damit zur Existenzerhaltung des/der jeweiligen Künstlers/Künstlerin beitragen kann, bieten wir an, die in der Vernissage präsentierte Kunst in unsere Online-Galerie zu übernehmen und dort zum Verkauf zu präsentieren.

Bedingungen/Prozedere:
Bevor die virtuelle Vernissage seitens des jeweiligen Künstlers produziert wird, sollte sich die Künstlerin/der Künstler zunächst bei uns bewerben (CV, Werkproben). Die Bewerbung bitte dann per Mail richten an: redaktion@kunstduesseldorf.de. Auf dieser Basis entscheiden wir, ob wir Ihnen die Möglichkeit für eine virtuelle Vernissage bei KunstDuesseldorf.de einräumen. Das dann zu produzierende Video sollte gewissen Mindestqualitätsanforderungen entsprechen (interessante Aufmachung, ruhige Bildführung, ein nachvollziehbarer „Roter Faden“, durchdachtes Konzept, gute Ausleuchtung – ähnlich eben einer konventionellen Vernissage).

Zur Zeit sind Überlegungen in Gange, den Videostream auch wahlweise als Live-Stream in Kombination mit einem offiziellen Facebook-Event anzubieten. Das würde dem Liveevent einer Vernissage noch am Nächsten kommen.

Wir hoffen mit diesem Angebot einen kleinen Beitrag zur Bewältigung dieser Krisensituation leisten zu können und sind gespannt, was sich daraus ergibt.

Bleiben Sie gesund!
Sven Blatt – KunstDuesseldorf.de

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Corona-Sofortprogramm des Landes NRW für professionelle Künstler/-innen

Corona-Sofortprogramm des Landes NRW für professionelle Künstler/-innen

20.03.2020
Landesregierung beschließt Soforthilfe für Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen

Ministerin Pfeiffer-Poensgen und Staatssekretär Kaiser: Corona-Pandemie darf nicht zur Krise der Kultur und der Weiterbildungslandschaft werden.

Durch die flächendeckende Schließung von öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie die Absage sämtlicher Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie zunächst bis zum Ende der Osterferien, geraten derzeit zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und Freiberufler in der Kultur, aber auch im Bereich der Weiterbildung in große, teilweise sogar existenzbedrohende Finanzprobleme. Um den Betroffenen unverzüglich zu helfen und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hat die Landesregierung eine konkrete Soforthilfe für Kultur und Weiterbildung beschlossen.

„Kleinere private Einrichtungen, aber gerade auch Freiberufler sind am schnellsten von den finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Deshalb haben wir mit Hochdruck erste Sofortmaßnahmen erarbeitet, um den Betroffenen schnell, unbürokratisch und wirksam zu helfen, durch diese schwere Zeit zu kommen. Wir wollen verhindern, dass die Corona-Pandemie zur Krise der Kultur und der Weiterbildungslandschaft wird“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Bereits gestern hat die Landesregierung einen umfassenden Rettungsschirm für die direkten und indirekten Folgen der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen in Höhe von 25 Milliarden Euro aufgelegt, auch die Bundesregierung arbeitet an breit angelegten Unterstützungsprogrammen. Ergänzend sieht das Ministerium für Kultur und Wissenschaft kurzfristige, auf die akuten Bedürfnisse der Akteure zugeschnittene Soforthilfen und weitere Maßnahmen vor:

Kultur

Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten. Sie erhalten eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden.

„Freischaffende Künstlerinnen und Künstler verfügen meist nur über geringe Rücklagen. Wenn Aufführungen, Gigs und Veranstaltungen massenweise wegfallen, geraten sie daher schnell in dramatische Geldnot. Die Soforthilfe verschafft ihnen schnell und unbürokratisch einen finanziellen Puffer, um die Zeit bis zum Anlaufen der großen Rettungsschirme in Land und Bund bestmöglich zu überbrücken“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Daneben schaffen zusätzliche Anpassungen im regulären Förderverfahren Sicherheit für die Kultureinrichtungen und -akteure. Grundsätzlich gilt dabei: Bereits bewilligte bzw. derzeit noch in Prüfung befindliche Förderungen in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro werden in jedem Falle ausgezahlt – auch dann, wenn die Veranstaltungen und Projekte wegen Corona abgesagt oder verschoben werden müssen.
Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen finanziell wie zeitlich entlasten: So können etwa Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden sowie die üblicherweise bei der Verwendung von Fördermittel geltenden zwei-Monats-Fristen gelockert werden.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie unter https://www.mkw.nrw/Informationen_Corona-Virus.

Weiterbildung und politische Bildung.

Auch im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und politischen Bildung plant die Landesregierung, die bereits bewilligten gesetzlichen Fördermittel in Höhe von ebenfalls rund 120 Millionen Euro fortlaufend und beschleunigt auszuzahlen, auch wenn Bildungsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht durchgeführt werden können. Dadurch soll das Risiko verringert werden, dass die Einrichtungen in akute Liquiditätsprobleme kommen.

Außerdem arbeitet das Ministerium an einem Hilfsprogramm für die Einrichtungen, um vor allem die fehlenden Einnahmen durch den Wegfall von Kursgebühren oder Teilnehmerbeiträgen auszugleichen, die im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung etwa ein Drittel der regelmäßigen Einnahmen ausmachen.
„Weiterbildungseinrichtungen sind Orte der Bildung, der Begegnung und des Austauschs. Mit ihrem breiten Angebot leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zum lebenslangen Lernen und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Wir werden alles daransetzen, die Einrichtungen zu unterstützen und sie vor einer existenziellen wirtschaftlichen Krise zu bewahren“, sagt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Zur konkreten Ausgestaltung der weiteren finanziellen Unterstützung für die Weiterbildungslandschaft befindet sich das Ministerium für Kultur und Wissenschaft derzeit in Gesprächen innerhalb der Landesregierung und mit den Bezirksregierungen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 460 Weiterbildungseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft. Dazu gehören unter anderem rund 130 kommunal getragene Volkshochschulen, rund 170 Einrichtungen der Weiterbildung in anderer Trägerschaft, 116 Einrichtungen der Familienbildung und 45 Einrichtungen der politischen Bildung. Sie bieten jährlich circa 250.000 Bildungsveranstaltungen an.

Antragsformular



Anmerkung der Redaktion: Bitte stellen Sie nur dann einen Antrag, wenn Sie ein professioneller Künstler sind und bereits in die Künstlersozialkasse einzahlen, damit die bearbeitenden Stellen nicht mit der Bearbeitung unberechtigter Anträge unnötig belastet werden.






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Künstlerporträts auf Kunst Düsseldorf: Christian Krieter

 

Die Bildwelt des Christian Krieter

 
Eines seiner jüngeren Bilder von 2018 trägt den Titel „Verbrennt eure Laken“. Es zeigt in der Mitte, etwas nach rechts versetzt, einen Mann in ein Cape gehüllt, der vor düsterem schwarzblauem Hintergrund auf einer Insel oder in einem Boot stehend dem Betrachter zugewandt ist. Neben ihm ein ihn doppelt überragendes Holzkreuz lichterloh in Flammen. Die Flammen schlagen ihm entgegen und fressen sich von oben zum Fluß des Kreuzes vor. Beißender Rauch breitet sich nach links und rechts aus. Dem Mann bleibt wenig Raum und nur noch für kurze Zeit. Vor ihm führt eine Leiter, einen Abgrund überbrückend, von der Insel oder dem Boot auf den Betrachter zu, einer weiteren Insel entgegen. Dennoch steht der Mann unentschlossen. Ist er hilflos oder ratlos angesichts des brennenden Kreuzes? Womit hadert er? Hat etwa er selbst das Kreuz in Flammen gesetzt?

 

Christian Krieter: „Verbrennt eure Laken“ – Acryl auf Leinwand, 100x70cm

 
Die von Krieter entworfene Szenerie ähnelt jenen (alb)traumhaften Welten, wie sie uns in Bildern Neo Rauchs entgegenblicken, die uns faszinieren und gleichzeitig unverständig davor stehen lassen. Die Fragen, die sie stellen, lassen sie ohne Antwort.

Ein typisches Bild für Krieters Schaffen ist dies nicht, aber sein notwendiger Kommentar zur Gegenwart, zur politischen Aktualität. Die Welt der uns vertrauten Werte und Gültigkeiten steht in Flammen. Wir stehen daneben und sind machtlos, ratlos, hilflos. Die sich uns bietende Alternative, die aus dieser untergehenden, vertrauten Welt herausführt, ist nicht wirklich eine, sie führt über eine liegende Leiter, trittunsicher und ohne Geländer in eine Welt, die ihrerseits nicht sonderlich attraktiv und durchsichtig ist, unsicher auch sie, sie führt nämlich in die Nähe der Welt des Betrachters, zu uns selbst.

Hier mag zutreffen, was Christian Krieter seinem Professor über seine Bilder hat sagen hören, er male „apokalyptische Landschaften“. Das gefällt eine Weile, scheint damit doch eine künstlerische Darstellungsart umrissen, unter der viele seiner Bilder subsumierbar sind: Düsternis, Fremdheit, der entwöhnte Blick auf eigentlich Vertrautes, Desillusionierendes, eine verzerrende Perspektive des Malens, die Vorliebe für eine Natur, die den Menschen ausschließt, überwuchernd, undurchdringlich, unheimelig-unheimlich, bisweilen gar bedrohlich, abstoßend.

Und dennoch gibt es in diesen Bildern so viel, das unsere Blicke auf sich zieht, von dem eine tiefe Suggestion ausgeht, die uns zu Augenwanderungen einlädt. Da gibt es neben dem Wiedererkennen von Landschaftsstrukturen viel Unerklärliches, Geheimnisvolles, das neugierig macht und sich gleichzeitig dem verstehenden Erklären entzieht. Es ist die Wahrnehmung für einen Naturzauber, der nicht dem mainstream entspricht. Landschaften wie nach einem atomaren oder chemischen Super-Gau.

Es gibt ein kleines Bild mit dem Titel „Place to be“ von 2015, das der Künstler selbst mit den Worten kommentiert: „Fast wie Urlaub“. Es zeigt ein Motiv, das Christian Krieter in immer neuen Varianten und Formaten schon oft durchdekliniert hat. Der Blick führt uns durch Blumenrabatten Stufen hinauf zu einem Haus, aus dessen Fenstern Licht leuchtet. Die Literatur kennt eine solche Darstellung unter dem Begriff des „locus amoenus“ (lieblicher Ort). Bilder solcher Landschaften zeigen eine mit Sehnsüchten aufgeladene Natur-Ausschnitthaftigkeit, die all unser Wünschen nach Wohligkeit, Heimeligkeit, Schutzbedürftigkeit befriedigen.

Aber Krieters „Place to be“ kommt nicht nur mit solchen Sehnsuchtselementen daher. Das Gemälde führt uns ein Haus, immerhin eine menschliche Behausung, vor Augen, die allem menschlichen Empfinden nach Seligkeit widerspricht: es ist schwarz. Und es ist nicht etwa schwarz, weil es vor einer untergehenden Sonne oder einem anderen Gegenlicht so wirkt. Eine Behausung wie aus der Unterwelt, teuflisch, satanisch. Hier stimmt doch etwas nicht.

Es bedarf nach meiner Meinung einer anderen Kategorie als der von den „apokalyptischen Landschaften“, um diese sonderbare, eigenwillige Bildwelt Krieters zu begreifen. Bei seinen Bildern handelt es sich eigentlich immer um eine Idylle, eine Idylle allerdings, die gefährdet ist oder gefährlich oder verletzlich oder bereits verletzt. Das gilt für die Darstellungen mit Rehen oder Hirschen, für die Jagdstände am Waldesrand, für die einsamen Angler, für die verfallenden menschlichen Behausungen in einsamer Natur, für die Gewässer/Tümpel, an denen sich Menschen oder Tiere treffen. Aber diese Idylle ist in jedem Falle trügerisch, sie führt einem ein beschauliches Stück Natur vor Augen, man entdeckt aber mit gleichzeitigem Blick Bedrohliches, etwas, das die Idylle stört, das trügt, von dem Bedrohung ausgeht.

Dieses Bedrohliche ist aber nicht auf der Ebene der Motive, des Dargestellten, des Sujets zu erkennen, sondern ergibt sich aus der Maltechnik, aus den Farben, aus der eigentümlichen Fügung von Farbflecken, geometrischen Formationen (Regalen), durch die Verfremdung und Störendes ins Bild kommt. Morbides, Verfallendes tritt vor die Augen, organische Zersetzung setzt Kräfte frei, begehrt gleichzeitig in schrillen Farben und Farbkombinationen gegen eben diese Zersetzung auf. Verfall begegnet uns in großer Farbfröhlichkeit.

 

Christian Krieter: "Vorgarten" - Acryl auf Leinwand, 50x50cm
Christian Krieter: „Vorgarten“ – Acryl auf Leinwand, 50x50cm

 
Wie die Pointillisten aus der Fügung von Malpunkten haben Konturen und Motive entstehen lassen, so entstehen in Krieters Bildern ja auch durch singulär gemalte Flächen Motive von guter oder minderer Schärfe. Dieses Spiel mit Schärfe und Unschärfe (nicht im Richterschen Sinne) ist ja auch ein Kennzeichen seiner Bilder, das den Betrachter veranlasst, sich selber ein Bild zu machen. Unterstützt wird dies auch durch unfertig erscheinende Bereiche des Bildes: Übermalte frühere Bilder, die hier und dort aufscheinen, Flecke, die malerisch nicht bearbeitet sind, ausfransende Ränder, die den Malgrund zu erkennen geben und die damit Brüche bzw. Brechungen zur gemalten Illusion bzw. Idylle darstellen.

Sehnsucht nach der Idylle heißt Sehnsucht nach der Überschaubarkeit, dem Einfachen, dem Gegliederten, nach der Reduktion von Komplexität. Die Erfahrung nicht nur der Gegenwart lehrt uns, dass das nicht zu haben ist, dass unser Sehnen nach heiler Welt wieder und wieder unterlaufen wird. So wird unser Sehnen frustriert, die von uns gewünschte Idylle gebrochen.

Christian Krieters Bilder spiegeln diese menschliche Grunderfahrung, sie zerstören die initiierte Idylle oder heben sie durch Gegenmittel wieder auf. So geraten seine Gemälde unfreiwillig in Aufregung. Und mitunter brennt es, derweil wir hilflos dabei stehen.

 
(Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: Vorwort von Helmut Garritzmann zum Katalog „Locus amoenus – Christian Krieter – Malerei, 2018)
 
 
 
Austellungen/Auszeichnungen:

2010
– Pumpenhaus Moers
– Ein Krieter zum Sonntag
– SCI Kamp-Lintfort: Wer ist eigentlich Paul?

2011
– Kunsttage Rhein-Erft 2011, Brauweiler
– Museum Kunstraum Neuss: Christian Krieter, Malerei

2012
– Kunsttage Rhein-Erft 2012, Brauweiler Rheurdt:
Christian Krieter , B – Seiten

2013
– KUNSTBOX 2013, Dortmund
– Art:pul 2013, Pulheim
– RWE Power Köln: Christian Krieter – „Blick über den Tellerrand“
– Galerie Sassen: Design Village Cologne, Köln
– Galerie Sassen: Kunst im Siegblick, Hennef
– Galerie Sassen: Affonable Art Fair 2013, Hamburg

2014
– Christian Krieter: B Seiten again, Rheurdt
– Galerie Sassen – Art Karlsruhe 2014, Karlsruhe
– Galerie Sassen: Krieter, Kostka, Tapfer, Welzel, Vadim
– Galerie Sassen: Affondable Art Fair Hamburg 2014
– Galerie Sassen: Art Fair Köln 2014
– 26. Natur: Mensch, Nationalpark Harz, St. Andreasberg
– Museum Modern Art , Hünfeld

2015
– Artpul 2015, Pulheim
– Galerie Sassen: ALLE , Köln
– KUBOSHOW 2015, Herne

2016
– Galerie Sassen: „Wir haben alles vergessen, Schmitt, Petry, Lipp, Voss, Krieter “
– Kunsthaus Troisdorf – PICOLLO
– OSTRALE 2016 – Dresden
– Revierkunst 2016 – Dortmund

2017
– KK2017, Gladbeck
– KUBOSHOW 2017, Herne
– Galerie Sassen: „Von Weiß zu Farbe“, Köln
– Eisenturm Mainz: „Die Gedanken sind frei“, Mainz
– Kunsttage Detmold: „SELBST“, Detmold
– Art Troisdorf 2017, Troisdorf

2018
– Die Grosse NRW, Kunstpalast Düsseldorf
– KK 2018, Alte Spedition, Gladbeck
– Kunsttage Rhein 2018, Erft
– KUBOSHOW 2018, Herne
– Galerie Sassen, Affordable Art Fair 2018, Amsterdam

STIPENDIEN
2018

Turmstipendium Geldern, Geldern

 
 
 
Weitere Werke von Christian Krieter können Sie sich in unseren Online-Galerien anschauen, sie sind dort auch käuflich zu erwerben:

Kunst-Shop hier auf KunstDuesseldorf.de
Online-Galerie auf www.Kunst-Versorgung.de
 
 
 

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AUSSCHREIBUNG: PAULA MODERSOHN-BECKER KUNSTPREIS 2020


AUSSCHREIBUNG: PAULA MODERSOHN-BECKER KUNSTPREIS 2020



Bewerbungsschluss: 31. 3. 2020



Unter allen Künstlerinnen und Künstlern, die den Ruf Worpswedes als eines der be-
deutendsten europäischen Künstlerdörfer begründeten, ragt Paula Modersohn-Becker
hervor. Zu Lebzeiten kaum wahrgenommen, schuf sie innerhalb weniger Jahre ein Werk,
das durch seinen Umfang ebenso erstaunt, wie durch die Eigenständigkeit und Unbe-
dingtheit des darin zum Ausdruck kommenden künstlerischen Anspruchs. Erst Jahr-
zehnte nach ihrem frühen Tod wurde die Bedeutung Paula Modersohn-Beckers für die
Entwicklung der künstlerischen Moderne zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auch
international anerkannt. Heute haben viele Menschen weit über Deutschland hinaus eine
besondere, oftmals sehr persönliche Beziehung zu dieser Malerin und ihrem Werk. Der
Paula Modersohn-Becker Kunstpreis versteht sich als ein lebendiges, sich schöpferisch
weiterentwickelndes Denkmal für diese außergewöhnliche Künstlerin und die Impulse,
die sie – von Worpswede ausgehend, aber weit darüber hinausweisend – gegeben hat.
Der Paula Modersohn-Becker Kunstpreis wird seit 2010 in zweijährigem Turnus vom
Landkreis Osterholz ausgelobt. Der Landkreis Osterholz unterstreicht damit die identitäts-
stiftende Bedeutung der bildenden Kunst für die Region und leistet einen maßgeblichen
Beitrag dazu, Worpswede als ein Zentrum der aktuellen Kunst weiter zu profilieren. Mit
seinen insgesamt drei Einzelpreisen – dem Hauptpreis, dem Sonderpreis und dem Nach-
wuchspreis – richtet sich der Paula Modersohn-Becker Kunstpreis an Künstler*innen
mit biografischen Bezügen zum Land Niedersachsen, an Künstler*innen, die heute im
Landkreis Osterholz leben und arbeiten sowie an Nachwuchskünstler*innen mit regio-
nalem Bezug. Eine Auswahl-Jury nominiert aus allen Einreichungen für den Hauptpreis
mindestens vier Positionen und benennt die/den Sonderpreisträger*in und die/den Nach-
wuchs-Preisträger*in. Die für den Hauptpreis nominierten Künstler*innen werden vom
14. November 2020 bis zum 7. März 2021 im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau
Worpswede mit ausgewählten Arbeiten präsentiert. Anhand dieser Arbeiten wählt die
Preis-Jury die/den Hauptpreisträger*in aus. Die Bekanntgabe der drei Preisträger*innen
und die Preisverleihungen erfolgen im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Samstag,
14. November 2020.

Die diesjährige Auswahl-Jury ist besetzt mit Beate C. Arnold (Barkenhoff, Worpswede),
Janneke de Vries (Weserburg | Museum für moderne Kunst, Bremen), Cony Theis (Hoch-
schule Ottersberg), Jörg van den Berg (Große Kunstschau Worpswede) und N.N..

Der Preis-Jury gehören an: Beate C. Arnold (Barkenhoff, Worpswede), Prof. Dr. Stephan
Berg (Kunstmuseum Bonn), Dr. Jule Hillgärtner (Kunstverein Braunschweig), Jörg van den
Berg (Große Kunstschau Worpswede) und N.N..

Die Kunstpreis-Ausstellung wird von Beate C. Arnold (Barkenhoff) und Jörg van den Berg
(Große Kunstschau Worpswede) gemeinsam kuratiert.



Bewerbungsformular: pmb-kunstpreis_bewerbung

Weitere Infos:
www.pmb-kunstpreis.de








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Weltkunstzimmer Düsseldorf – Performance Die andere Vernunft (ab 14.2.2020)


Weltkunstzimmer Düsseldorf – Performance Die andere Vernunft

Die andere Vernunft – Rausch. Trance. Ekstase.
Eine installative Performance von Bößer & Szörenyi



Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei „Pieces of Manifesto“ bringen Karen Bößer und Beatrix Szörenyi ihr neues Stück am 14. Februar 2020 im Weltkunstzimmer Düsseldorf zur Uraufführung.



„Die andere Vernunft – Rausch. Trance. Ekstase.“ ist eine „installative Performance“ aus zeitgenössischem Tanz, fließenden Materialien, live arrangierter Musik und Videoprojektionen. Stillstand und Fluss, Innen und Außen geraten aneinander und durcheinander. Bößer & Szörenyi entfesseln Energien, die frei werden, wenn ein Geist in außergewöhnliche Bewusstseinszustände verfällt und sezieren sie zugleich sinnlich wie formal. Ein oszillierender Sog aus Tribal-Beats von Thomas Klein aka Sølyst, verstärkt von akustischen und visuellen Rhythmen und Effekten führen Darsteller und Publikum auf eine horizonterweiternde Reise zwischen Projektion und Imagination. Am Ende verschmelzen die Bewegungen, Bilder, Töne, Gerüche und das eigene Gedankenspiel zu einem suggestiven Raum mit atmosphärischer Dichte und Offenheit.

„ANDERE VERNUNFT“ Bößer & Szörenyi



Das Eintauchen in andere Bewusstseinszustände stellt hier keine Flucht aus der Welt dar, sondern ein gezieltes Anrufen der „anderen Vernunft“ – eines Bewusstseinshorizonts jenseits der Ratio.

Die Performance basiert auf einem umfangreichen, vom Fonds Darstellende Künste geförderten Rechercheprojekt, das in 2019 durchgeführt wurde. Alle Ergebnisse sind einsehbar unter: anderevernunft.wixsite.com/index.



TEAM:
Choreografie | Performance: Karen Bößer
Mixed Media | Performance: Beatrix Szörényi
Dramaturgie: Lise Brenner
Musik | Performance: Thomas Klein aka Sølyst
Installation: Dirk Dietrich Hennig / Bößer & Szörényi
Projektmanagement: Petra Prahl
Projektleitung: Jacqueline Friedrich
Produktion: karen boesser projects



TICKETS:
anderevernunft.tickets.de
Regulär: 16 € + VVK Gebühr / 20 € Abendkasse
Ermäßigt: 11 € + VVK Gebühr / 15 € Abendkasse
Steuerkarte Kollegen: 6 € + VVK Gebühr / 10 € Abendkasse



AUFFÜHRUNGSORT:
Weltkunstzimmer
Ronsdorferstr. 77A
40233 Düsseldorf
www.weltkunstzimmer.de
U-Bahn 75, Ronsdorferstraße



GEFÖRDERT DURCH: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste | Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf | Hans-Peter Zimmer Stiftung | Monika Werhahn-Mees Stiftung
PRODUKTION: karen boesser projects, in Kooperation mit Weltkunstzimmer
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG: MAGICBOX, Forum Freies Theater, Düsseldorf












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Quartier am Hafen Q18 (Köln): Ausstellung DATE ME DIGITAL


Quartier am Hafen Q18 (Köln): Ausstellung DATE ME DIGITAL

Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton



Atelierhaus Quartier am Hafen, Ausstellungsraum Q18
Poller Kirchweg 78 – 90
51105 Köln



Das Ausstellungsprojekt Date me Digital zeigt in vier aufeinanderfolgenden Projekten unterschiedliche Aspekte der digitalen Kunst. Internationale Künstler werden mit Medienkünstlern aus NRW im Dialog präsentiert. Der Titel Date me Digital verweist auf das Eintauchen in die vier Themenfelder der Kunst Surveillance, Virtual Body, Digital Landscape und Story Telling, und dem aktuellen Umgang digitaler Medien im Bezug zum „Dating“. Das Projekt findet im Ausstellungsraum des Atelierhauses Quartier am Hafen statt (http://qah.koeln/de/).

Der Austausch mit den lokalen Künstlern wird durch ein wechselndes Screeningprogramm initiiert. Die Ausstellungen und digitalen Performances werden intensiv vor Ort und über die Sozialen Medien vermittelt. Die erste Ausstellung Date me Digital –Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton- Surveillance stellt durch unterschiedliche Medien der Kunst das vielschichtige Thema der Überwachung dar.

In der alltäglichen Nutzung des Smartphones sammeln Apps Daten, die für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Überwachungskameras in unserem Umfeld speichern Bildmaterial und werten diese aus. Satellitenbilder und Google Streetview ermöglichen es große Teile der Welt digital zu erfahren und diese zu beobachten. Viele zeitgenössische Künstler greifen den Aspekt der Überwachung und Digitalisierung durch unterschiedliche Medien auf. Die Zusammenstellung der Positionen Björn Schülke, Alex Grein und Jon Shelton verdeutlich den unterschiedlichen Umgang des Digitalen innerhalb der Kunstproduktion.


Björn Schülke

Björn Schülke hat an der KHM in Köln studiert und entwickelt seit vielen Jahren kinetische Arbeiten. Seine Werke bestechen durch die Interaktion mit dem Besucher und den Aufgriff von brisanten politischen Themen. So kreiert er Drohnen, die den Betrachter filmen und sich im Raum bewegen. Die Arbeit Observer #2 erinnert an einen bedrohlichen Satelliten, der alle Daten der Umgebung aufzusaugen scheint. Die gefilmten Bilder visualisieren das Subjekt auf einem Display und demonstriert damit die unterschiedliche Wahrnehmung von Figuren aus einer fremden Perspektive. Vision Machine #8 bezieht sich auf die Bilderflut und Datenspeicherung.
http://www.schuelke.org

Alex Grein

Alex Grein hat in ihrer Serie Terra Satellitenbilder zu einer neuen konstruierten Landschaft hinzugefügt. Grein hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Andreas Gursky studiert und beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Medium Fotografie. Die drei Werke Terra I, Terra III und Arizona referieren die Möglichkeiten digitaler Bildmanipulation. Grein collagiert Ausschnitte von Landschaften aus der Quelle von Google Maps zu einer neuen romantischen Naturform. Die Transformation der flachen Landschaft aus der Vogelperspektive zu einem plastischen Hügel demonstriert die Formbarkeit von Bildern und der Observation aus dem All.
https://www.alexgrein.de/arbeiten/terra-arizona

Alex-Grein-Motiv-vllt-1_2011_ARIZONA_Detail_web
Alex-Grein-Motiv-vllt-1_2011_ARIZONA

Jon Shelton

Jon Shelton hat Druckgrafik an der University of Michigan studiert und erhielt 2003 den Kunstpreis des Landes NRW. Er greift in seinen Zeichnungen und Malereien politische Konflikte auf und konzentriert sich dabei auf die heutige Nutzung von Drohnen innerhalb der Kriegsführung. Die Werke in der Ausstellung demonstrieren die Ausführung kriegerischer Tätigkeiten durch neue Technik. Die kleinen schwarzen Bilder aus Drohnenkameras stammen von Wikileaks, der Künstler hat sie in die Malerei übersetzt. Die serielle Präsentation der Bilder verdeutlicht die Masse an Daten und die Distanz zur Realität.
https://kunsthaus.kollitsch.eu/KuenstlerInnen/Jon-Shelton



Screening:
16.02: Julian Palacz
23.02: Julia Weißenberg
01.03: Robert Olawuiy

Julia Weißenberg, To make you feel comfortable, 2016
Julia Weißenberg, To make you feel comfortable, 2016


Kuratiert von Wilko Austermann

Kurator Wilko Austermann
Kurator Wilko Austermann



Wilko Austermann (geb. 1990 in Steinheim) hat Kunstgeschichte an der HHU Düsseldorf und an der Sapienza in Rom studiert. Austermann kuratiert seit 2014 Kunstprojekte, in denen er Künstler zu bestimmten Fragestellungen zusammenbringt. Ihm ist der Diskurs über aktuelle Themen, an inhaltlich passenden Ausstellungsorten wichtig. Seit 2017 organisiert Austermann Ausstellungen im MMIII Kunstverein Mönchengladbach und dem Krefelder Kunstverein. 2018 kuratierte er die Schau digital gods im Rahmen des Festivals die digitale in Düsseldorf. Seitdem betreibt der Kunsthistoriker Recherche über den Einfluss des Digitalem auf die Kunstproduktion. 2020 kuratiert Wilko Austermann im Quartier am Hafen vier Ausstellungen, die digitale Künstler zu bestimmten Thematiken vereint. Internationale Projekte realisierte er 2017 in der Galerie PRAC in Neapel, 2018 im Sculpture Museum Changchun, China, 2019 im Royal College of Art in London, 2019 im Daily Lazy Projektraum in Athen und 2019 im SUPER Raum in Wien.



PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
TANZ 14.Februar 2020, 19 Uhr, Tanzatelier 0.10
Vorab der Vernissage reflektiert Yana Novotovora und Philine Herrlein physisch globale Prozesse der Energieerzeugung, Erschöpfung und Regeneration im Rahmen ihrer Tanzresidenz im Quartier am Hafen.
SCREENING 16.+ 23.Februar, 1.März 2020 jeweils 15 Uhr
Zu den Öffnungszeiten findet Sonntags um 15 Uhr ein Screening als Rahmenprogramm der Ausstellung statt. Weitere Infos ab dem 10.02. unter www.qah.koeln
TANZ 01. März 2020, 15 Uhr, Tanzatelier 0.10
Nach sechs Monaten Austausch und zwei Wochen gemeinsamer Residenz, zeigen Ann-Karolin Weber und Helena Miko Einblicke aus ihrer Recherche „Szenographisches Choreographieren“.



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DATE ME DIGITAL
Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton

Eröffnung: Freitag, 14. Februar 2020 um 19.30 Uhr
Kurator: Wilko Austermann
Ausstellungsdauer: 15. Oktober bis 1. März 2020
Öffnungszeiten: sonntags von 14 – 17 Uhr und nach Absprache (Tel 0152.56190502)
Finissage: 01.März 2020 um 15.30 Uhr

Atelierhaus Quartier am Hafen, Ausstellungsraum Q18
Poller Kirchweg 78 – 90
51105 Köln

Quartier am Hafen







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Kunstpalast Düsseldorf: Ausstellung Peter Lindbergh (05.02.-01.06.2020)

Kunstpalast Düsseldorf – Peter Lindbergh: Untold Stories

5. Februar bis 1. Juni 2020



Peter Lindbergh © Foto: Stefan Rappo
Peter Lindbergh
© Foto: Stefan Rappo



Die Ausstellung Untold Stories ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod Anfang September fertiggestellt. Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches Œuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein. Die Ausstellung ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk. „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin.“, so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.



Peter Lindbergh Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus Brooklyn, 2015 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
Peter Lindbergh
Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus
Brooklyn, 2015
© Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)



In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. Mit seinen Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie- und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven.“, betonte Lindbergh im Gespräch. „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für mich dieser Begriff nicht bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“



Peter Lindbergh Uma Thurman, New York, 2016 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
Peter Lindbergh
Uma Thurman, New York, 2016
© Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)


Die Ausstellung besteht aus drei Teilen, wobei zwei großformatige Installationen den Rundgang rahmen und überraschende Perspektiven auf Lindberghs Schaffen eröffnen. Den Anfang macht die eigens für die Ausstellung entwickelte und aus Bluebacks bestehende monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Peter Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt.

Für den Hauptteil der Präsentation hat Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen Œuvres arrangiert und mit ihnen experimentiert. In der Hängung legt Lindbergh immer wieder neue Geschichten frei, bleibt aber gleichzeitig seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor gezeigte Arbeiten werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen.

Den Abschluss der Schau stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine fast unbekannte Seite des Schaffens des deutschen Fotografen offenlegt. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll, ein in Florida zum Tode verurteilen Mörder. Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung sein Spiegelbild. Die zum ersten Mal gezeigte Installation ergänzt die Ausstellung um eine unerwartete Bedeutungsschicht und stößt eine Debatte um Themen an, die zentral für Peter Lindbergh waren: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit.

Die Ausstellung wird organisiert vom Kunstpalast, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Peter Lindbergh Studio, Paris. Die Schau hat weitere Stationen im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (20. Juni bis 1. November 2020), im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt (4. Dezember 2020 bis 7. März 2021), sowie im Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina in Neapel (März bis Mai 2021).












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Ausschreibung Bergischer Kunstpreis NATIONAL-BANK AG

Ausschreibung Bergischer Kunstpreis NATIONAL-BANK AG

74. Internationaler Bergischer Kunstpreis der NATIONAL-BANK AG







Das Kunstmuseum Solingen richtet vom 22.09. bis 01.11.2020 die 74. Internationale Bergische Kunstausstellung aus.

In den repräsentativen Räumen des Museums werden ausgewählte und herausragende Positionen aktueller Kunst gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Internationale Bergische Kunstpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird von der NATIONAL-BANK AG verliehen. Zur Finissage verleiht die Stadt-Sparkasse Solingen einen „Publikumspreis“ in Höhe von 1.500 €.

Teilnahmebedingungen:
• Professionelle Künstler*innen, d. h. mit akademischer Ausbildung, können sich mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Fotografien, Videos oder Installationen bewerben.
• Die Arbeiten sollten aktuell und nicht älter als drei Jahre sein.
• Bewerber*innen müssen durch Herkunft, Arbeits- oder Ausbildungsstätte einen Bezug zur Region des Bergischen Landes (einschließlich Düsseldorf) haben (bitte in der Biografie nachweisen).
Eine Fachjury wird eine Auswahl aus allen eingereichten Mappen treffen und die Nominierung des Internationalen Bergischen Kunstpreises vornehmen.

Mitglieder der Jury sind in diesem Jahr:
Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes, NATIONAL-BANK AG, Essen
Gesa Hüwe, Kuratorische Assistenz, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Hans-Jürgen Lechtreck, Künstlerischer Koordinator, Museum Folkwang, Essen
Claudia Mann, Künstlerin, Düsseldorf
Andrea Peters, Kuratorin Sammlung Bayer, Leverkusen
Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin, Kunstmuseum Solingen

Bewerbungsmappen, die den o. g. Bedingungen nicht entsprechen, werden der Jury nicht vorgelegt. Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten fünf Jahren bereits in der Ausstellung vertreten waren, können nur dann noch einmal teilnehmen, wenn die Jury ihnen den Internationalen Bergischen Kunstpreis zuspricht.

Wer teilnehmen möchte, schickt bitte bis Donnerstag, den 19.03.2020 (Poststempel) eine Bewerbungsmappe (maximales Format DIN-A 4) mit Lebenslauf, Ausstellungsliste (differenziert nach Einzel- und Gruppenausstellungen), Farbfotografien seiner vorgeschlagenen Werke (max. 10) und einen frankierten Rückumschlag an das

Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen.

Rückfragen an: Gisela Elbracht-Iglhaut: 0212-2581417.

Bewerbungen im Überformat oder ohne ausreichende Rückfrankierung werden der Jury nicht vorgelegt und können nicht zurückgeschickt werden.