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Quartier am Hafen Q18 (Köln): Ausstellung DATE ME DIGITAL


Quartier am Hafen Q18 (Köln): Ausstellung DATE ME DIGITAL

Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton



Atelierhaus Quartier am Hafen, Ausstellungsraum Q18
Poller Kirchweg 78 – 90
51105 Köln



Das Ausstellungsprojekt Date me Digital zeigt in vier aufeinanderfolgenden Projekten unterschiedliche Aspekte der digitalen Kunst. Internationale Künstler werden mit Medienkünstlern aus NRW im Dialog präsentiert. Der Titel Date me Digital verweist auf das Eintauchen in die vier Themenfelder der Kunst Surveillance, Virtual Body, Digital Landscape und Story Telling, und dem aktuellen Umgang digitaler Medien im Bezug zum „Dating“. Das Projekt findet im Ausstellungsraum des Atelierhauses Quartier am Hafen statt (http://qah.koeln/de/).

Der Austausch mit den lokalen Künstlern wird durch ein wechselndes Screeningprogramm initiiert. Die Ausstellungen und digitalen Performances werden intensiv vor Ort und über die Sozialen Medien vermittelt. Die erste Ausstellung Date me Digital –Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton- Surveillance stellt durch unterschiedliche Medien der Kunst das vielschichtige Thema der Überwachung dar.

In der alltäglichen Nutzung des Smartphones sammeln Apps Daten, die für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Überwachungskameras in unserem Umfeld speichern Bildmaterial und werten diese aus. Satellitenbilder und Google Streetview ermöglichen es große Teile der Welt digital zu erfahren und diese zu beobachten. Viele zeitgenössische Künstler greifen den Aspekt der Überwachung und Digitalisierung durch unterschiedliche Medien auf. Die Zusammenstellung der Positionen Björn Schülke, Alex Grein und Jon Shelton verdeutlich den unterschiedlichen Umgang des Digitalen innerhalb der Kunstproduktion.


Björn Schülke

Björn Schülke hat an der KHM in Köln studiert und entwickelt seit vielen Jahren kinetische Arbeiten. Seine Werke bestechen durch die Interaktion mit dem Besucher und den Aufgriff von brisanten politischen Themen. So kreiert er Drohnen, die den Betrachter filmen und sich im Raum bewegen. Die Arbeit Observer #2 erinnert an einen bedrohlichen Satelliten, der alle Daten der Umgebung aufzusaugen scheint. Die gefilmten Bilder visualisieren das Subjekt auf einem Display und demonstriert damit die unterschiedliche Wahrnehmung von Figuren aus einer fremden Perspektive. Vision Machine #8 bezieht sich auf die Bilderflut und Datenspeicherung.
http://www.schuelke.org

Alex Grein

Alex Grein hat in ihrer Serie Terra Satellitenbilder zu einer neuen konstruierten Landschaft hinzugefügt. Grein hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Andreas Gursky studiert und beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Medium Fotografie. Die drei Werke Terra I, Terra III und Arizona referieren die Möglichkeiten digitaler Bildmanipulation. Grein collagiert Ausschnitte von Landschaften aus der Quelle von Google Maps zu einer neuen romantischen Naturform. Die Transformation der flachen Landschaft aus der Vogelperspektive zu einem plastischen Hügel demonstriert die Formbarkeit von Bildern und der Observation aus dem All.
https://www.alexgrein.de/arbeiten/terra-arizona

Alex-Grein-Motiv-vllt-1_2011_ARIZONA_Detail_web
Alex-Grein-Motiv-vllt-1_2011_ARIZONA

Jon Shelton

Jon Shelton hat Druckgrafik an der University of Michigan studiert und erhielt 2003 den Kunstpreis des Landes NRW. Er greift in seinen Zeichnungen und Malereien politische Konflikte auf und konzentriert sich dabei auf die heutige Nutzung von Drohnen innerhalb der Kriegsführung. Die Werke in der Ausstellung demonstrieren die Ausführung kriegerischer Tätigkeiten durch neue Technik. Die kleinen schwarzen Bilder aus Drohnenkameras stammen von Wikileaks, der Künstler hat sie in die Malerei übersetzt. Die serielle Präsentation der Bilder verdeutlicht die Masse an Daten und die Distanz zur Realität.
https://kunsthaus.kollitsch.eu/KuenstlerInnen/Jon-Shelton



Screening:
16.02: Julian Palacz
23.02: Julia Weißenberg
01.03: Robert Olawuiy

Julia Weißenberg, To make you feel comfortable, 2016
Julia Weißenberg, To make you feel comfortable, 2016


Kuratiert von Wilko Austermann

Kurator Wilko Austermann
Kurator Wilko Austermann



Wilko Austermann (geb. 1990 in Steinheim) hat Kunstgeschichte an der HHU Düsseldorf und an der Sapienza in Rom studiert. Austermann kuratiert seit 2014 Kunstprojekte, in denen er Künstler zu bestimmten Fragestellungen zusammenbringt. Ihm ist der Diskurs über aktuelle Themen, an inhaltlich passenden Ausstellungsorten wichtig. Seit 2017 organisiert Austermann Ausstellungen im MMIII Kunstverein Mönchengladbach und dem Krefelder Kunstverein. 2018 kuratierte er die Schau digital gods im Rahmen des Festivals die digitale in Düsseldorf. Seitdem betreibt der Kunsthistoriker Recherche über den Einfluss des Digitalem auf die Kunstproduktion. 2020 kuratiert Wilko Austermann im Quartier am Hafen vier Ausstellungen, die digitale Künstler zu bestimmten Thematiken vereint. Internationale Projekte realisierte er 2017 in der Galerie PRAC in Neapel, 2018 im Sculpture Museum Changchun, China, 2019 im Royal College of Art in London, 2019 im Daily Lazy Projektraum in Athen und 2019 im SUPER Raum in Wien.



PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
TANZ 14.Februar 2020, 19 Uhr, Tanzatelier 0.10
Vorab der Vernissage reflektiert Yana Novotovora und Philine Herrlein physisch globale Prozesse der Energieerzeugung, Erschöpfung und Regeneration im Rahmen ihrer Tanzresidenz im Quartier am Hafen.
SCREENING 16.+ 23.Februar, 1.März 2020 jeweils 15 Uhr
Zu den Öffnungszeiten findet Sonntags um 15 Uhr ein Screening als Rahmenprogramm der Ausstellung statt. Weitere Infos ab dem 10.02. unter www.qah.koeln
TANZ 01. März 2020, 15 Uhr, Tanzatelier 0.10
Nach sechs Monaten Austausch und zwei Wochen gemeinsamer Residenz, zeigen Ann-Karolin Weber und Helena Miko Einblicke aus ihrer Recherche „Szenographisches Choreographieren“.



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DATE ME DIGITAL
Björn Schülke, Alex Grein, Jon Shelton

Eröffnung: Freitag, 14. Februar 2020 um 19.30 Uhr
Kurator: Wilko Austermann
Ausstellungsdauer: 15. Oktober bis 1. März 2020
Öffnungszeiten: sonntags von 14 – 17 Uhr und nach Absprache (Tel 0152.56190502)
Finissage: 01.März 2020 um 15.30 Uhr

Atelierhaus Quartier am Hafen, Ausstellungsraum Q18
Poller Kirchweg 78 – 90
51105 Köln

Quartier am Hafen







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Kunstpalast Düsseldorf: Ausstellung Peter Lindbergh (05.02.-01.06.2020)

Kunstpalast Düsseldorf – Peter Lindbergh: Untold Stories

5. Februar bis 1. Juni 2020



Peter Lindbergh © Foto: Stefan Rappo
Peter Lindbergh
© Foto: Stefan Rappo



Die Ausstellung Untold Stories ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod Anfang September fertiggestellt. Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches Œuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein. Die Ausstellung ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk. „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin.“, so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.



Peter Lindbergh Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus Brooklyn, 2015 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
Peter Lindbergh
Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus
Brooklyn, 2015
© Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)



In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. Mit seinen Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie- und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven.“, betonte Lindbergh im Gespräch. „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für mich dieser Begriff nicht bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“



Peter Lindbergh Uma Thurman, New York, 2016 © Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
Peter Lindbergh
Uma Thurman, New York, 2016
© Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)


Die Ausstellung besteht aus drei Teilen, wobei zwei großformatige Installationen den Rundgang rahmen und überraschende Perspektiven auf Lindberghs Schaffen eröffnen. Den Anfang macht die eigens für die Ausstellung entwickelte und aus Bluebacks bestehende monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Peter Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt.

Für den Hauptteil der Präsentation hat Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen Œuvres arrangiert und mit ihnen experimentiert. In der Hängung legt Lindbergh immer wieder neue Geschichten frei, bleibt aber gleichzeitig seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor gezeigte Arbeiten werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen.

Den Abschluss der Schau stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine fast unbekannte Seite des Schaffens des deutschen Fotografen offenlegt. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll, ein in Florida zum Tode verurteilen Mörder. Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung sein Spiegelbild. Die zum ersten Mal gezeigte Installation ergänzt die Ausstellung um eine unerwartete Bedeutungsschicht und stößt eine Debatte um Themen an, die zentral für Peter Lindbergh waren: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit.

Die Ausstellung wird organisiert vom Kunstpalast, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Peter Lindbergh Studio, Paris. Die Schau hat weitere Stationen im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (20. Juni bis 1. November 2020), im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt (4. Dezember 2020 bis 7. März 2021), sowie im Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina in Neapel (März bis Mai 2021).












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Ausschreibung Bergischer Kunstpreis NATIONAL-BANK AG

Ausschreibung Bergischer Kunstpreis NATIONAL-BANK AG

74. Internationaler Bergischer Kunstpreis der NATIONAL-BANK AG







Das Kunstmuseum Solingen richtet vom 22.09. bis 01.11.2020 die 74. Internationale Bergische Kunstausstellung aus.

In den repräsentativen Räumen des Museums werden ausgewählte und herausragende Positionen aktueller Kunst gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Internationale Bergische Kunstpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird von der NATIONAL-BANK AG verliehen. Zur Finissage verleiht die Stadt-Sparkasse Solingen einen „Publikumspreis“ in Höhe von 1.500 €.

Teilnahmebedingungen:
• Professionelle Künstler*innen, d. h. mit akademischer Ausbildung, können sich mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Fotografien, Videos oder Installationen bewerben.
• Die Arbeiten sollten aktuell und nicht älter als drei Jahre sein.
• Bewerber*innen müssen durch Herkunft, Arbeits- oder Ausbildungsstätte einen Bezug zur Region des Bergischen Landes (einschließlich Düsseldorf) haben (bitte in der Biografie nachweisen).
Eine Fachjury wird eine Auswahl aus allen eingereichten Mappen treffen und die Nominierung des Internationalen Bergischen Kunstpreises vornehmen.

Mitglieder der Jury sind in diesem Jahr:
Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes, NATIONAL-BANK AG, Essen
Gesa Hüwe, Kuratorische Assistenz, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Hans-Jürgen Lechtreck, Künstlerischer Koordinator, Museum Folkwang, Essen
Claudia Mann, Künstlerin, Düsseldorf
Andrea Peters, Kuratorin Sammlung Bayer, Leverkusen
Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin, Kunstmuseum Solingen

Bewerbungsmappen, die den o. g. Bedingungen nicht entsprechen, werden der Jury nicht vorgelegt. Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten fünf Jahren bereits in der Ausstellung vertreten waren, können nur dann noch einmal teilnehmen, wenn die Jury ihnen den Internationalen Bergischen Kunstpreis zuspricht.

Wer teilnehmen möchte, schickt bitte bis Donnerstag, den 19.03.2020 (Poststempel) eine Bewerbungsmappe (maximales Format DIN-A 4) mit Lebenslauf, Ausstellungsliste (differenziert nach Einzel- und Gruppenausstellungen), Farbfotografien seiner vorgeschlagenen Werke (max. 10) und einen frankierten Rückumschlag an das

Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen.

Rückfragen an: Gisela Elbracht-Iglhaut: 0212-2581417.

Bewerbungen im Überformat oder ohne ausreichende Rückfrankierung werden der Jury nicht vorgelegt und können nicht zurückgeschickt werden.






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Skulpturenpark Waldfrieden – Doppeleröffnung: Ian McKeever und Michael Sandle (8.2.2020)

 

 

Skulpturenpark Waldfrieden – Doppeleröffnung: Ian McKeever und Michael Sandle (8.2.2020)

Gleich zwei bedeutende Vertreter der britischen Kunst zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden ab dem 8. Februar. Es sind Ian McKeever und Michael Sandle.
Vom 8. Februar bis zum 1. Juni zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden in einer Ausstellung mit dem Titel „Sculpture“ eine Auswahl großformatiger Skulpturen und Modelle des britischen Bildhauers Michael Sandle.

Achtung: Parallel wird die Ausstellung „Sculpture“ mit Arbeiten des britischen Künstlers Ian McKeever eröffnet. Informationen hierzu erfolgen demnächst.


Michael Sandle erforscht in seinem Werk Bilder von Gewalt, bewaffneten Konflikten, Sterblichkeit und Gedenken. Als leidenschaftlicher Pazifist bringt er die Geschichten und Ideologien von Kriegen in aller Deutlichkeit zum Ausdruck; stets ringt er damit, wie sich die Formen und Erzählweisen der Skulptur zu den Geschichten und Ideologien solcher Konflikte verhalten können. „Ein Denkmal“, bemerkt Sandle dazu, „ist eine Scheinerinnerung. Es geht um die Frage, woran erinnert wird und was eine Gesellschaft für denkwürdig hält.“

Als Reaktion auf die Schrecken unseres Zeitalters beschäftigen sich Sandles Skulpturen mit dem Gebrauch und Missbrauch von Macht in globalen Kampfhandlungen, Politik und Kultur. In der Wahl seiner Themen ist Sandle kompromisslos. Er zeigt Bilder von Gewaltakten und Brutalität und deren Folgen und fordert dazu auf, über die tragischen Auswirkungen menschlicher Konflikte nachzudenken, in denen es keine Gewinner geben kann.

 

Michael Sandle, The Sound of your Silence, 2009, Foto: Flowers Gallery
Michael Sandle, The Sound of your Silence, 2009, Foto: Flowers Gallery

Die Ausstellung umfasst eine Gruppe von bedeutenden Arbeiten und bietet einen repräsentativen Überblick über mehr als drei Jahrzehnte seines bildhauerischen Schaffens, darunter Caput Mortuum: A Commentary (1983), The Drummer (1985), Queen of the Night (1999), Iraq – The Sound of Your Silence (2009) und As Ye Sow So Shall Ye Reap: An Allegory (2015). In vielen Werken finden sich maskierte und verhüllte Gestalten. So stellt die behelmte Figur in As Ye Sow So Shall Ye Reap: An Allegory Jesus dar, dessen Gesichtszüge auf dem Gemälde The Light of the World (1851–1853) von William Holman Hunt beruhen. Sandle ist seit Langem fasziniert von der Symbolkraft bekannter und anonymer menschlicher Körper, die ebenso individuelle Subjektivität wie auch gemeinsame universelle Erfahrungen angesichts von kriegerischen Auseinandersetzungen vermitteln können. Zwei seiner jüngeren Skulpturen, Iraq – The Sound of Your Silence, eine bewegende Reaktion auf den Irakkrieg aus dem Jahr 2009, und As Ye Sow So Shall Ye Reap: An Allegory, die 2015 entstand, erinnern an die unschuldigen Zivilisten (und insbesondere an die Kinder), die ihr Leben im Kreuzfeuer heutiger Kampfhandlungen verloren haben.

Neben diesen großformatigen Werken wird eine Reihe kleinerer Modelle und Maquetten gezeigt, die als Entwürfe für Skulpturen im öffentlichen Raum entstanden, darunter The Suicide or He took the ,A‘ Train (1995/99) und Maquette for ,Animals in War‘ Memorial (1999).

 

Über Michael Sandle

Michael Sandle (*1936) studierte von 1951 bis 1954 an der Douglas School of Art and Technology, Isle of Man, und von 1956 bis 1959 an der Slade School of Fine Art in London. Seit den 1970er Jahren hat er zum großen Teil in Deutschland gelebt und gearbeitet. Von 1973 bis 1977 war er Dozent für Skulptur an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim, wo er von 1977 bis 1980 eine Professur innehatte. 1974/75 erhielt er ein DAAD-Stipendium für einen Arbeitsaufenthalt in Berlin; von 1980 bis 1999 war er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.

Er wurde 1990 zum Mitglied der Royal Academy und 1994 zum Fellow of the Royal Society of British Sculptors gewählt. Zu seinen Einzelausstellungen gehören u. a. Twentieth Century Memorial, Duveen Gallery, Tate Britain; Memorials for the Twentieth Century, Tate Liverpool; Malta Siege Memorial, Imperial War Museum, London, und eine Retrospektive in der Whitechapel Gallery, London; europäische Einzelausstellungen wurden u. a. im Mannheimer Kunstverein und im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart, gezeigt. Er nahm an zahlreichen internationalen Gruppenausstellung teil, darunter an der 5. Paris-Biennale, an der documenta 4 und documenta 6 in Kassel sowie an der Biennale von São Paulo. Zuletzt wurde sein Werk in der Einzelausstellung Monumental Rage im Grosvenor Museum 2018 gezeigt. Zu seinen bekanntesten Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum gehören St George and the Dragon, Blackfriars, London; das International Maritime Organization Seafarers’ Memorial, Albert Embankment, London; die Belgrano Medal – a Medal of Dishonour, British Art Medallic Society, und The Malta Siege Memorial, Grand Harbour, Valletta. Zurzeit sind Werke von Michael Sandle in der Tate Britain zu sehen. Darüber hinaus befinden sich Sandles Werke u. a. in folgenden Sammlungen: Arts Council of Great Britain; Australian National Gallery, Canberra; British Council; Dallas Museum of Art, USA; British Museum; Cass Sculpture Foundation, Goodwood; Hakone Open Air Museum, Japan; Imperial War Museum, London; Metropolitan Museum, New York, und Victoria & Albert Museum, London.





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Künstlerporträts auf Kunst Düsseldorf: Regina Berge

 

Regina Berge

 

Regina Berge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Regina Berge wohnt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Lohmar, bei Köln und widmet sich seit den 90er Jahren intensiv mit der freien Malerei. Seither besuchte sie zahlreiche Kunstakademien und ist regelmäßig in diversen Ausstellungen vertreten.

 

Regina Berge: "Sommerzeit" | 2019| 50 x 70 cm | Acryl auf Leinwand
Regina Berge: „Sommerzeit“ | 2019 | 50 x 70 cm | Acryl auf Leinwand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Über ihr künstlerisches Schaffen sagt sie selbst:

„Meine Arbeiten entstehen meist in Acryl auf Leinwand. Zwischendurch arbeite ich in Öl, auch mit Kreiden,Tuschen und Gouache auf Papier.

Mich fasziniert seit jeher der Umgang mit Farben und Formen. Ich benutze mein Umfeld als Inspirationsquelle. Momentane Situationen (sei es im Alltag, auf Reisen oder in der Natur), die mich berühren oder bewegen sind Grundlage meiner Bilder.

Die freie Malerei lässt Platz für die Abstraktion, genauso wie das Darstellen von Natur und Figur.

Beide Stile sind mir wichtig; sie sind für mich keine gegensätzlichen Ausdrucksformen, sondern geben mir die Freiheit, die ich brauche, um mich im künstlerischen Prozess zu entfalten.

Ich möchte mit meinen Bildern lediglich eine bestimmte Atmosphäre schaffen, die dem Betrachter vielleicht die gleiche Freiheit gibt, eigene Gedanken und Erinnerungen zu wecken.“

 

Regina Berge: "Mango" | 2014 | 80 x 100 cm | Acryl auf Leinwand
Regina Berge: „Mango“ | 2014 | 80 x 100 cm | Acryl auf Leinwand

 

Künstlerischer Werdegang/Ausbildung

Seit 1996
Ausbildung im Zeichnen, Aquarell- und Acryltechniken in verschiedenen Kunstakademien.

Seit 2006
intensives Arbeiten vorwiegend in Acryltechnik

Seither stetige Fortbildungen
Europäischen Kunstakademie Trier bei Wolfgang Mannebach (freie Figuration)
Akademie für zeitgenössische Kunst am Bodensee bei Alexander Jeanmarie (freie Malerei) und Mila Plaickner (abstrakte Komposition)
Kunstakademie Bad Reichenhall bei Felix Eckard (freie Malerei)
Kunstakademie Augsburg bei Brigitte Weber (freie Malerei)
Kunstakademie Gerlingen bei Tanja Strickroth (Abstraktion)
Artefact Bonn bei Volker Altrichter (freie Malerei), Martin Mohr, Simone Albert, Thomas Egelkamp (experimentelle und abstrakte Malerei)
Sommerakademie Hattingen bei Bettina Bülow-Böll, Dietmar Stiller und Greet Helsen (Netzwerk-Malerei Schweiz)
Portraitmalerei in Bremen bei Conny Himme
Alanis Hochschule Bonn bei Prof.Jo Bukowski (freie Malerei)
Kunstakademie Düsseldorf: Studienjahr bei Jens Kilian

 

Ausstellungen

Gemeinschaftsausstellungen
Ab 2006 Gemeinschaftsausstellungen Schloß Eulenbroich, Rösrather Künstler
Offene Ateliers BBK Köln
2007 Postbank Köln
Ehem. Holländische Botschaft Bonn
2008 Notar Mayer, Bergisch Gladbach
2009 Wanderausstellung Kulturbahnhof Overath
Gruppenausstellung Galerie im alten Kloster, Köln Porz
seit 2010 regelmäßige Ausstellung des Kunstvereins KIR, Stephansheide (Kapelle)
2014 verschiedene öffentliche Orte der Stadt Rösrath
2012 Gruppenausstellung A24, Technologiepark, Bergisch Gladbach
2013 Gemeinschafstaustellung Frankreich, Chavenay
Galerie Ovurek, Lohmar
Gemeinschaftsausstellung Kalk-Kunst, Polizeipräsidium Köln
2016 Gruppenausstellung Kunstfrühling, Fachwerk Lohmar
2017 Mitgliederausstellung „LohmArt 2.0“, Kunsthalle LohmArt
2018 Mitgliederausstellung „Spuren“, Kunsthalle LohmArt
Ausstellung Kunst im Haus: ev. Altenhilfe „Abstraktion der Wirklichkeit“
2019 Ausstellung „Lohmar Meddendrin“
2019 Gemeinschaftsausstellung ARTLOKAL Windeck
2019 Mitgliederausstellung „Nicht wie es scheint“, Kunsthalle LohmArt
Einzelausstellungen
2011 „Kunst i.d. BAST“, Bergisch Gladbach
2012 Galerie Rahmeneck, Overath
2013 „Lebensart“, Kunsthalle LohmArt
2015  „Kunst im Lichthof“, Köln
2018 „Abstraktion und Figur“, Kunsthalle LohmArt
2019 „Farbenspiel“, Kunsthalle LohmArt

 

Weitere Werke von Regina Berge können Sie sich in unseren Online-Galerien anschauen, sie sind dort auch käuflich zu erwerben:

Kunst-Shop hier auf KunstDuesseldorf.de
Online-Galerie auf www.Kunst-Versorgung.de

 

 

 

 

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Kunstmuseum Solingen: Ausstellung David Czupryn & Jochen Mühlenbrink

 

Kunstmuseum Solingen:

Ausstellung David Czupryn & Jochen Mühlenbrink

 

12. März bis 26. April 2020

Eröffnung, 12. März 2020, um 19 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunstmuseum Solingen

Mit der Ausstellung „David Czupryn und Jochen Mühlenbrink“ zeigt das Kunstmuseum Solingen zwei Düsseldorfer Künstler, die beide ihre Künstler-Karriere mit der Teilnahme an der Internationalen Bergischen Kunst­ausstellung im Kunstmuseum Solingen gestartet haben.

Die Bergische Kunstausstellung gehört seit 71 Jahren zur kulturellen Tradition der Stadt Solingen. Im Kunstmuseum zählt sie jährlich von Beginn an zu den besucherstärksten Ausstellungen. Das Profil der Schau, die seit 2012 „Internationale Bergische Kunstausstellung“ heißt, ist durchgehend von hoher Qualität geprägt. Für die teilnehmenden Künstler ist die Schau, meist der künstlerische Durchbruch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Jochen Mühlenbrink: Dawn, 2019, Öl/Leinwand, 200 x 300 cm, Foto: Ivo Faber, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Die Ausstellung „David Czupryn und Jochen Mühlenbrink“ gibt Einblick in eine neue Malerei, die sich selbstbewusst und reflektierend in der Kunstwelt bewegt ohne ihre poetische Aussage einzubüßen. Sie gibt vielmehr ein deutliches Statement über eine Welt, deren Realität nach einer Wirklichkeits­überprüfung fragt.

In der Malerei von Jochen Mühlenbrink ist alles und nichts zu sehen. Pappe, Folie oder Klebeband, an die Wand gelehnte Bilderstapel, verbrannte Geldscheine, benutzte Pizzaschachteln oder trocken Brot, Mühlenbrink malt so realistisch, dass man seinem Auge nicht trauen möchte. Das Licht des Raumes, die spröden Oberflächen, der Glanz des Plastik, die Spuren von Benutzung, der Dreck, die Schatten – alles echt, alles gemalt.

David Czupryn: Phantom & Ghost. Öl auf Leinwand, 2019

„Meine Frage war, wie ich das Trompe-l’œil ins 21. Jahrhundert bekomme“, kommentiert David Czupryn lapidar seine teils spektakulären groß­formatigen Bilder, die wie poppige und groteske Theaterkulissen wirken – zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerer Betrachtung finden sich Zitate aus der Kunstgeschichte wieder, zeigt sich eine detailverliebte Malerei sowie eine überraschende und faszinierende überaus realistische Wiedergabe der Oberflächenstruktur der gemalten Skulpturen und Gegenstände. Diese wiederrum scheinen nicht immer von dieser Welt zu stammen, sondern entfliehen einer zur Realität gewordenen virtuellen Welt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, gesponsert durch die National-Bank AG.

 

www.kunstmuseum-solingen.de

 

 

 

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Ausschreibung FBZ Kunstpreis 2020: ‚Psyche, Kunst und Gesundheit‘

Ausschreibung FBZ Kunstpreis 2020: ‚Psyche, Kunst und Gesundheit‘

Ausschreibung des Kunstpreises 2020 ‚Psyche, Kunst und Gesundheit‘ des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit (FBZ) der Ruhr-Universität Bochum



Das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) vergibt seit dem Jahr 2018 einen jährlichen Kunstpreis in Höhe von bis zu € 10.000 im Kontext `Psyche, Kunst und Gesundheit´. Das FBZ wird bei der Ausschreibung des Kunstpreises von der Stiftung Kleine Kunstdialog West/Ost unentgeltlich unterstützt.

Das Zusammenspiel von Psyche, Kunst und Gesundheit erfüllt eine wichtige Funktion im Psychotherapiekonzept des FBZ und wird als bedeutsames Element für den Erfolg der Psychotherapieeinrichtung verstanden. Pro Jahr werden hier über 2000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Störungen behandelt. Das FBZ nimmt damit in Bochum und dem gesamten Ruhrgebiet eine bedeutende Rolle in der Versorgung von Menschen mit psychischen Problemen ein.

Dem FBZ ist es ein Anliegen, wissenschaftlich fundierte Psychotherapie in einem für Menschen mit psychischen Störungen wertschätzenden und ihrer Befindlichkeit gerecht werdenden Kontext anzubieten. Die Stiftung Kleine Kunstdialog West/Ost fördert Künstler und vergibt Stipendien und Kunstpreise. Mit außergewöhnlichen Projekten möchte die Stiftung Künstler und Kunstinteressierte vereinen. Der Kunstpreis „Psyche, Kunst und Gesundheit“ ermöglicht sowohl noch unbekannten, als auch namenhaften Künstlern einen neuen methodischen Kontext.



Die Jury bestehend aus dem Direktorium des FBZ, einem Vertreter/einer Vertreterin der Psychotherapieambulanz
leitung des FBZ und zwei Kunstexperten/ Kunstexpertinnen wird hierzu jährlich einen Kunstpreis vergeben. Die Stiftung Kleine Kunstdialog West/Ost wird die Ausschreibung durchführen und auch als Expertenmitglied in der Jury vertreten sein. Die Kunstsammlung des FBZ soll von Beginn an mit der Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum vernetzt sein.

Die Teilnehmer der Finalrunde stellen ihre Arbeit für zwei Monate im FBZ aus. Das Kunstwerk der Preisträgerin/des Preisträgers geht in die Sammlung des FBZ über.



Vollständige Ausschreibung Kunstpreis FBZ-2020.







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Ausschreibung Kunstpreis DA! Art-Award


Ausschreibung Kunstpreis DA! Art-Award

Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA!) lobt wiederkehrend alle 2 Jahre den Kunstpreis DA! Art-Award





»… wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus!« lautet das Thema des »DA! Art-Awards 2020.« Es geht um die Kraft und die Wirkung trügerischer Überzeugungen. Ob Homöopathie, Bachblütentherapie und Lichtfasten, ob Religion oder esoterisches Heilsversprechen: Keine Frage, Pseudomedizin und religiöser Glaube können wirken. Doch immer gilt, was nachweislich auch für Globuli gilt: keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus.

Ausschreibungsbedingungen: Der DA! Art-Award wird im 2-Jahres-Turnus unter einem jeweils wechselnden Thema vom Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA!) ausgelobt. Er will Künstlerinnen und Künstler inspirieren, sich kritisch mit Religion und Irrationalismus auseinanderzusetzen.

Der Preis ist mit insgesamt 7.000,– Euro dotiert. Die nominierten Werke werden der Öffentlichkeit in einer einwöchigen Ausstellung im Düsseldorfer Stadtmuseum präsentiert.

Ausschreibung DA ArtAward

Flyer_ArtAward








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Akademie-Galerie: Ausstellung „Gerhard Hoehme – Retrospektive“

Akademie-Galerie: Ausstellung „Gerhard Hoehme – Retrospektive“

Ausstellungsvorschau: Die Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung wird zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Gerhard Hoehme die Ausstellung „Gerhard Hoehme – Retrospektive“ im Februar 2020 in der Rundgangswoche eröffnen



Gerhard Hoehme gehört nach dem Zweiten Weltkrieg zu den wichtigsten Vertretern der abstrakten Kunst und dem Informel. Neben einem kurzem Studium an der Burg Giebichenstein studierte Hoehme bei Otto Coester an der Kunstakademie Düsseldorf von 1951 bis 1953. Im Jahr 1960 ging er als Stipendiat der Villa Massimo nach Rom, wo er Kontakte zu Künstlern wie Cy Twombly oder Schriftstellern wie Paul Nizon unterhielt. Italien und Rom gehörten nach diesem prägenden Aufenthalt zu Hoehmes zweiten Heimat. Am See Nemi unterhielt Hoehme einen zweiten Wohn- und Arbeitssitz, wo er sich gern neben seiner Professur für Malerei an der Kunstademie Düsseldorf, auf die er im Jahr 1960 berufen wurde, aufhielt.

In der Woche des Rundgangs (3. bis 9.2.2020) plant die Akademie im Rahmen der Ausstellungsreihe der Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung eine retrospektive Ausstellung zum Gedenken an den Maler und wichtigen Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf Gerhard Hoehme, der am 5.2.2020 100 Jahre alt geworden wäre.
Die Retrospektive wird Werke aus verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers zeigen. Neben Dokumenten und Fotos aus dem Archiv der Gerhard und Margarete-Hoehme-Stiftung und dem Archiv der Kunstakdemie Düsseldorf werden auch Fotografien von Erika Kiffl und Manfred Leve aus dem AFORK im Kunstpalast Düsseldorf sowie Fotografien von Thomas Struth gezeigt. Ein umfangreicher Katalog wird neben einem Vorwort von Robert Fleck Texte von Paul Nizon, Hans Peter Thurn und Vanessa Sondermann sowie Interviews mit ehemaligen Studierenden und Weggefährten aufnehmen.



Die Ausstellung wird vom

6.2. bis 26.4.2020, mittwochs bis sonntags in der

Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung
Burgplatz 1
40213 Düsseldorf
Postanschrift:
Eiskellerstrasse 1
40213 Düsseldorf

zu sehen sein.



Die Ausstellung ist gefördert von der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.





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Freelancer – der „moderne“ Tagelöhner

Freelancer – der „moderne“ Tagelöhner

Der Mensch als Kostenfaktor wird bei Unternehmen immer störender. Firmen wäre es am liebsten, sie könnten ohne Mitarbeiter produzieren und dabei möglichst viel an diese Menschen absetzen, die sie nicht beschäftigen. Nach dieser Modellvorstellung produziert ein Mensch bei den Unternehmen keine Kosten mehr und ist nur noch willenloser Konsument, dessen bedingungsloses Grundeinkommen (das es bald geben muss) er umgehend an die Konsumgüterindustrie und Vermieter weiterreicht. Es reicht dabei, wenn ein solcher Mensch gerade soweit am Leben gehalten wird, dass er noch konsumieren kann.

Die in den letzten Jahren neu entstandene Freelancer-Branche ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Täglich konkurrieren auf Plattformen wie freelancer.com u. ä. weltweit Lohnsklaven bei der Vergabe von „Tagelöhner-Arbeiten“. Freelance – hört sich doch eigentlich ganz schön an – es steckt doch schließlich das Wort „Freiheit“ darin. In der Realität lässt sich diese Freiheit dann aber so interpretieren: der Mensch ist frei, eine Arbeit anzunehmen oder eben nicht, die oft unter dem Mindestlohn vergeben wird – darin ist er frei. Ansonsten heißt diese Freiheit, dass er auch frei ist von jeglicher Sozialabsicherung, Krankengeld, Rente etc. Genau diese Abgaben möchte sich schließlich der Freelance-„Arbeitgeber“ sparen, das ist ja genau die Motivation für ihn, dass er sich nicht an einen Arbeitnehmer durch einen Arbeitsvertrag bindet.

Auch im Umgang mit diesen „Mitarbeitern“ zeigt sich dann ein Unterschied, der sich aus der Anonymität der Internetvergabe von Arbeit ergibt. Ähnlich wie man auch beobachten kann, dass der Anstand im zwischenmenschlichen Umgang auf anonymen Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter abgenommen hat oder auch gar nicht mehr vorhanden ist, ist man auch bei der Freelancer-Arbeitsvergabe im Umgang mit den Bewerbern nicht gerade zimperlich. Ein Beispiel habe ich persönlich gerade mit der Kleebauer GmbH erlebt. Dieser Firma, die nach eigenem Bekunden fast nur mit Freelancern arbeitet, hatte ich meine Mitarbeit angeboten. Zunächst einmal war deren Geschäftsführer sehr unzuverlässig, was vereinbarte Rückrufe anging. Darüber hinaus wurde ich dann was mein Freelance-Angebot anging grundlos hingehalten. Nachdem ich nach einer ersten Kontaktaufnahme von der Firma Kleebauer nichts mehr gehört hatte, hatte ich nachgefragt, ob ich davon ausgehen kann, dass aus dem Auftrag nichts mehr wird, hatte man das verneint und gemeint, man wäre gerade dabei, mir den Zugang zu ihren Systemen einzurichten – ich habe nie wieder von der Kleebauer GmbH gehört. Während dieses Hinhaltens seitens dieser Firma hatte ich mich tagelang für diese Arbeit freigehalten und daher auch nicht anderweitig beworben. Machen sich diese Leute eigentlich keine Vorstellung mehr von ihrem Gegenüber? Auch wir Freelancer sind Menschen und kein anonymes Nutzvieh! Die Firmen, die sich auf dem Freelande-Markt bedienen, bekommen schließlich sehr günstige „Mitarbeiter“, an die sie sich durch keinen Arbeitsvertrag mit all seinen Verpflichtungen zu binden brauchen – da sollte man sich auch schon mal eine Stunde Zeit nehmen können, auch Bewerbern höflich und offiziell abzusagen – der Bewerber hat sich ja schließlich auch die Zeit für die Bewerbung genommen. Ein Herr Kleebauer möchte ja selbst auch nicht so behandelt werden, oder? Wenn ich von der Institution Kirche selbst auch nicht mehr allzuviel halte, aber einer der tollsten Richtsätze für einen würdigen Umgang miteinander fand ich immer den Satz, dass man den Mitmenschen so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden möchte. Mit diesem einfachen Satz könnte man, wenn man ihn denn beherzigt, die meisten Probleme dieser Welt lösen.

Wir haben es selbst in der Hand, welches System bzw. welche Systeme wir zukünftig für die Gestaltung unserer Arbeits- und sonstige -welten unterstützen wollen. Vielleicht sollte man die Freitags-Demos hierzu auch thematisch breiter aufstellen als „nur“ auf die ökologischen Umweltprobleme bezogen – es liegt derzeit so viel im Argen mit unserer Gesellschaft!