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Skulpturenpark Waldfrieden: Ausstellung „Bruce Nauman“ (ab 17.1.2015)


Skulpturenpark Waldfrieden (Wuppertal)

Ausstellung „Bruce Nauman“



Der Skulpturenpark Waldfrieden zeigt in Zusammenarbeit mit der Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf, von Samstag, den 17.1.2015, bis Sonntag, den 8.3.2015, eine Werkauswahl des US-amerikanischen Künstlers Bruce Nauman. Im Ausstellungspavillon und im Umfeld der Villa Waldfrieden werden Videoarbeiten präsentiert, die den Künstler bei der Realisierung von Performances und Aktionen zeigen.

Nauman, 1996, HandPairs
Nauman, 1996, HandPairs

Bruce Nauman (*1941) wird oft als der bedeutendste amerikanische Künstler der Gegenwart bezeichnet. Sein Werk, das sich seit den 60er Jahren in den verschiedensten medialen Ausdrucksformen entfaltet, umfasst Skulpturen ebenso wie Filme, Fotografien, Rauminstallationen und Neonarbeiten. Doch die formale Vielgestaltigkeit seiner Arbeiten ist nie Ausdruck eines oberflächlichen Interesses am Experiment, sondern das Ergebnis eines zähen, ernsthaften und kompromisslosen Arbeits- und Denkprozesses. Naumans Kunst „berührt nahezu alle Fragen nach dem Menschen und seinen Lebensbedingungen. [Ihn] interessieren die politischen und sozialen Wirklichkeiten ebenso wie die theoretischen, die philosophischen, psychologischen und wissenschaftlichen Reflexionen über das menschliche Sein.“ (Eugen Blume)

Nauman, ohne Titel, 1986
Nauman, ohne Titel, 1986

Der Skulpturenpark Waldfrieden zeigt in Zusammenarbeit mit der Galerie Konrad Fischer eine Werkauswahl des Künstlers, welche die Vielschichtigkeit von Naumans Schaffen widerspiegelt. Im Ausstellungspavillon und im Umfeld der Villa Waldfrieden werden Videoarbeiten präsentiert, die den Künstler bei der Realisierung von Performances und Aktionen zeigt. In der für ihn typischen Weise schafft Nauman „Versuchsanordnungen“, die – so etwa durch die Diskrepanz zwischen Gehörtem und Gesehenem im Video Lip Sync (1969) – irritierende Wahrnehmungen auslösen. Daneben umfasst die Ausstellung Werke, die sich auf das Motiv der Hände beziehen, das für Nauman in den 90er Jahren an Bedeutung gewann.



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Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder enthüllt Tony Cragg*s Kunstwerk für Bonn


Kunst im öffentlichen Raum

Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder enthüllt neues Kunstwerk für Bonn:

„Mean Average“ von Anthony Cragg



ENTHÜLLUNG

Freitag, 20. Juni 2014 / 12 Uhr / Remigiusplatz Bonn

Der Künstler ist anwesend





Cragg_Bonn



Der international renommierte englische Bildhauer Anthony Cragg hat eigens für Bonn eine Skulptur geschaffen. „Mean Average“, so der Titel des 6 m hohen Kunstwerkes, wird am Freitag, dem 20. Juni 2014 um 12 Uhr von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder zusammen mit Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und dem Vorsitzenden der Stiftung für Kunst und Kultur, Walter Smerling, auf dem Bonner Remigiusplatz enthüllt.

Für Gerhard Schröder sind die Skulpturen von Cragg von besonderer Bedeutung. Egal wo er sie bisher erlebt hat, ob in Hannover oder Berlin, für ihn gilt: „Das Hervorstechendste ist für mich, dass die Skulpturen keine Hauptansichtsseite haben. Alle Blickrichtungen sind gleichwertig.“

Kunstprojekt Bonn

Mit dem „Kunstprojekt Bonn“ will die Stiftung für Kunst und Kultur die qualitätsvolle Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum weiterentwickeln. „Kunst im öffentlichen Raum ist uns ein besonderes Anliegen, denn es verlangt bewusste Wahrnehmung und Selbstreflexion des Publikums.“, erläutert Vorstandsmitglied Werner Müller und führt mit den Worten von Erzherzog Rudolph weiter aus: „Zweck der Kunstwelt wie der ganzen Schöpfung ist die Freiheit und das Weitergehen“. Dass die öffentliche Inszenierung von Kunst mit hochkarätigen Künstlern sozusagen nicht ohne Reibungs-verluste ablaufen kann, versteht sich dabei von selbst.

Die Stiftung für Kunst und Kultur setzt mit dieser Enthüllung das „Kunstprojekt Bonn“ als private Initiative zur Kunst im öffentlichen Raum der Stadt fort. Nach der viel diskutierten Aufstellung von Markus Lüpertz‘ „Beethoven“ im Stadtgarten handelt es sich um die zweite Skulptur für die Stadt Bonn, ihre Bürger und Besucher. Ohne das Privatengagement von Jörg Blömer, Bonner Bürger, Unternehmer und langjähriges Stiftungsmitglied, wäre dieses Projekt nicht möglich geworden, denn er hat nicht nur die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen, sondern auch den Vorstand der Stiftung für Kunst und Kultur immer wieder motiviert, initiativ zu werden. Wir freuen uns über dieses außergewöhnliche Privatengagement und danken Jörg Blömer an dieser Stelle in besonderer Weise.

„Mean Average“ (2014)

Für Anthony Cragg „sind die Künstler in besonderer Weise verantwortlich für die Ästhetik der Umwelt“, und er erläutert: „Schauen Sie aus dem Fenster. Beinahe alles in unserer Umgebung ist in der formalen Erscheinung allenfalls mittelmäßig, dient ökonomischen Zwecken und ist überhaupt eine Konsequenz der Ökonomie. Die Bildhauerei kann hier eine besondere Rolle wahrnehmen. Sie kann neue, nie vorher gesehene Formen in die Welt bringen und damit auch neue Gedanken. Und so erfüllt sie auch eine politische Funktion.“

Craggs Skulpturen sind sinnliche, vielschichtige, je nach Blickwinkel immer neu entstehende „mentale Landschaften“, deren Ausgangspunkt stets die Emotion als Auslöser für Bewegung und Handeln ist. Dies gilt auch für die Arbeit „Mean Average“ als Beitrag zur Neugestaltung des Remigiusplatzes. Immer geht es dem Künstler darum, ein plastisches Volumen aus einer Mischung aus Fülle und Leere zustande zu bringen: „In jedem Fall möchte ich das Gefühl haben, mich durch mein Material gleichsam zu verlängern und zu vergrößern“, so der Künstler.

Anthony Cragg

Anthony Cragg wurde 1949 in Liverpool geboren und ging nach dem Kunststudium in England nach Deutschland. Seit den späten 70er Jahren lebt er in Wuppertal. Im September 2008 eröffnete er dort den Skulpturenpark Villa Waldfrieden, in dem Cragg nicht nur eigene Werke zeigt, sondern auch die Arbeiten renommierter Bildhauerkollegen. Der Künstler hat weltweit in zahlreichen bedeutenden Museen ausgestellt und u.a. an mehreren Ausgaben der documenta und der Biennale von Venedig teilgenommen. Cragg ist Mitglied der Londoner Royal Academy und lehrt seit 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf, deren Rektor er von 2009 bis 2013 war. Er ist Träger des renommierten Turner Prize sowie des Praemium Imperiale für Skulptur und wurde 2009 in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.




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Enthüllung „Beethoven“ von Markus Lüpertz / So, 30.3.2014 / 11.30 Uhr / Stadtgarten, Bonn


Mehr Kunst für Bonn: Kunst im öffentlichen Raum als Impulsgeber

„Beethoven“-Skulptur von Markus Lüpertz als Hommage an den großen Sohn der Stadt




Mit der eigens für Bonn geschaffenen Bronzeskulptur von Markus Lüpertz startet die Stiftung für Kunst und Kultur ihre Initiative für Kunst im öffentlichen Raum. Der neue „Beethoven“ für Bonn wird in Anwesenheit des Künstlers am Sonntag, dem 30. März 2014 um 11.30 Uhr von Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung und Vorstandsmitglied der Stiftung für Kunst und Kultur, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und dem Intendanten der Deutschen Staatsoper Berlin, Jürgen Flimm, im Stadtgarten enthüllt und an die Öffentlichkeit übergeben.

„Beethovens dramatische Lebensumstände, sein Genie, seine Verletzlichkeit verlangen eine dramatische Interpretation dieses Giganten. Ich habe einen Versuch gestartet, Beethoven mit einem intensiven Kunstwerk gerecht zu werden“, so Markus Lüpertz zu seinem Werk und erläutert weiter: „Darüber hinaus ist es für einen Künstler eine wunderbare Aufgabe, den großen Sohn einer Stadt wie Bonn in seiner Kunst zu feiern. Beethoven ist Bonner und die Stadt hat immer lebhaftes und aktuelles Interesse an Beethoven und seinem Werk gezeigt. Sich da einzureihen und mitzuwirken, ist für mich eine große Ehre.“

Kunst im öffentlichen Raum als Impulsgeber

Als Kulturstadt und wichtige Rheinmetropole zeigt Bonn immer wieder aufs Neue, dass sie die Gegenwart im Einklang mit der Tradition definiert und sich als Forum für internationale Kunst- und Kulturprojekte bewährt hat. Die Umsetzung des Projektes »Kunst im öffentlichen Raum« der Stiftung für Kunst und Kultur ist auch ein besonderes Zeichen für Privatengagement und versteht sich als Beitrag zur kulturellen Vielfalt der Stadt mit der Absicht, der Auseinandersetzung um die Rolle Bonns als Kulturstadt innovative Impulse hinzufügen.

„»Kunst im öffentlichen Raum« bedeutet Auseinandersetzung und Diskussion und wir sind uns im Klaren darüber, dass die öffentliche Inszenierung von Kunst mit derart hochkarätigen Künstlern nicht ohne Reibungsverluste ablaufen kann. Gerade diese Art der Auseinandersetzung ist eine wünschenswerte Konsequenz, die das Projekt mit sich bringt. Denn Kunst verliert nie ihren Anspruch, aufregend zu sein“, fasst Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur, die Anstöße, die insbesondere von Kunstprojekten im öffentlichen Raum ausgehen, zusammen und erklärt: „Die Enthüllung des „Beethovens“ von Markus Lüpertz soll die Auseinandersetzung zwischen Kunst und Musik fördern und versteht sich als konstruktiven Beitrag, aktuellen kulturpolitischen Fragen nachzugehen. Wir erhoffen uns davon notwendige Denkanstöße, die die Stadt braucht, um in einem permanenten Prozess ihre gegenwärtige Position und ihre zukünftige Rolle neu zu bestimmen.“

Ähnlich wie beim Festspielhaus stärkt die Stiftung für Kunst und Kultur darüber hinaus mit diesem speziellen Projekt das bürgerschaftliche Engagement zur Pflege des Werkes und der Person Beethovens.

Der Künstler und sein Werk

Markus Lüpertz (*1941) – Maler, Bildhauer, Grafiker, Dichter – ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstler. Seine Skulpturen stellen keine Illustrationen dar, sondern sind vielmehr freie Interpretationen des jeweiligen Themas. So ist die eine Portraitbüste der zwei-köpfigen, 2,70 m-hohen und ca. 1.100 kg-schweren „Beethoven“-Skulptur der Persönlichkeit und dem Genie des berühmten Komponisten gewidmet, wohingegen die andere dessen Werk visualisiert. Damit erhält Bonn einen neuen „Beethoven“, der die Riege der vorhandenen Skulpturen und Büsten durch ein zeitgenössisches Werk abrundet und das Bild des Stadtgartens bereichern wird.

Fortsetzung im Mai mit Anthony Cragg

Die Stiftung für Kunst und Kultur, seit der Gründung 1986 in Bonn ansässig, beabsichtigt, ihre Initiative für die Kunst im öffentlichen Raum ihrer Heimatstadt fortzusetzen. Geplant ist, weitere Künstler nach Bonn einzuladen, die mit Arbeiten, die eigens für ausgewählte Plätze im Stadtraum entstehen, zeitgenössische Antworten der Kunst auf die Rheinmetropole formulieren. Als nächstes Projekt wird eine Skulptur des englischen Bildhauers Anthony Cragg mit dem Titel „Mean Average“ für den Remigiusplatz der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch das Engagement der Mitglieder der Stiftung und die bereitwillige Unterstützung durch private Förderer konnten damit bereits zwei international renommierte Künstler für die Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bonn gewonnen werden. Die Aufstellung von „Mean Average“ ist für Mai 2014 geplant.



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Titus Lerner – Menschenbilder

Titus Lerner – Menschenbilder

22.6. – 3.8. 2013



Der Maler und Bildhauer Titus Lerner, Jahrgang 1954, widmet sich seit 1979 ausschließlich der Darstellung des Menschen und beharrt auf der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper als Projektionsfläche seelischer wie geistiger Welten. Seine Figuren sind keine naturalistischen Abbilder. Sie sind archetypisch, überindividuell und vermitteln konzentriert den essentiellen Ausdruck unseres Daseins. Seine Menschenbilder zeigen Befindlichkeiten, die allgemeingültig sind und ein hohes Maß an Identifikation liefern. Mit großer Intensität lotet er die Widersprüchlichkeit menschlichen Lebens aus.

Der Hintergrund seiner Gemälde erscheint meist abstrakt, liegt oft im Dunkel, wobei die Gesichter und Figuren aus der Farbmaterie herauszuwachsen scheinen. Risse, Brüche und Unregelmäßigkeiten der Oberflächen sind gewollt und betonen Körperlichkeit und Fleischlichkeit, zeugen vom Leben selbst und assoziieren die Verletzlichkeit der Figuren, die nackt und kahlköpfig erscheinen: Nichts lenkt vom Menschsein ab.

Der Betrachter rückt unmittelbar ins Geschehen und wird unausweichlich Teilhaber am Bildganzen. Er wird aufgesogen von den Farben, die ihn als erstes in den Bann schlagen. Der dynamische Pinselduktus macht Strömungen und Kraftlinien sichtbar, die starken Farben steigern die Expressivität. Die Bilder entstehen in mehreren Schichten übereinander in verschwenderischem Einsatz von Farbe, oft in ganzflächigen Komplettübermalungen die den ursprünglichen Entwurf löschen und verwischen, um ihn dann neu entstehen zu lassen.

Es werden Grenzsituationen der physischen Existenz erfahrbar, die Titus Lerner in den Werkgruppen Ikarus, Sisyphus, Mänaden, Häutungen, wohin mit den Göttern, Köpfe und Maskenträger metaphysisch überhöht und darin ein Kosmos von Gefühlsqualitäten zum Ausdruck bringt: Empfindsamkeit bis hin zu Schmerz und Verletzlichkeit, andererseits die Aura von Würde und Distanz, von Ruhe und Meditation, von Besinnung und Sinnsuche. Titus Lerner lotet die in allen Facetten gelebte Herausforderung des Lebens und die Ambivalenz der Möglichkeiten zwischen Existenz und Untergang stets aufs Neue aus.

Das Drama menschlicher Selbsterhebung wird auch in Lerners Plastiken physiognomisch erfahrbar: polare psychische Konstellationen des Leidens und Begehrens, der Verzweiflung und der Gelassenheit, oder als changierende Maskenhaftigkeit, in der sich Identität und Auflösung ununterscheidbar durchdringen.

Das Potential der Arbeiten Titus Lerners ist die eigentümliche Zerrissenheit, die zwischen den Extremen des Seins schwanken: Gezeichnet von tiefster Furcht, Unterdrückung und Schmerz, bis hin zu einer kaum noch erklärbaren Kraft und einem Mut, die allein vom Glauben an eine bessere Existenz getrieben zu sein scheinen. Die Bilder sind immer gekennzeichnet von einer Ambivalenz, der Bereitschaft zur Ratlosigkeit, zum Irrtum und Zweifel. Ein einfaches Begreifen und Erschließen der Figuren ist nicht möglich, sie entziehen sich einer letzten Deutung.

Galerie Angelika Blaeser modern & contemporary art
Bastionstr. 10
40213 Düsseldorf-Carlstadt
0211 – 87744582

www.galerie-angelika-blaeser.de