Veröffentlicht am

Rat der Künste: Künstlerateliergenossenschaft

Rat der Künste Düsseldorf | Pressemitteilung

CG-StSch | 17.10.2019 22:19:00

Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft

Samstag, 12. Oktober 2019 von 10 bis 14 Uhr
im Stadtmuseum Düsseldorf

Am Samstag, den 12. Oktober fand der Workshop „Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft“ im Stadtmuseum Düsseldorf statt.

Organisiert wurde dieser von Dora Celentano, Corina Gertz (Rat der Künste und Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844) sowie Anne Schülke (Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844).

Bei der Veranstaltung waren außerdem anwesend David Matthée (Stiftung Trias), Karin Rauers (Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf), Christian Weber (Architekt), Nadja Zieren (Leitung Stiftungsmanagement der Landeshauptstadt Düsseldorf) und Corinna vom Berg (Anwältin).

Der Workshop war offen für interessierte Künstlerinnen und Künstler, die Fragen und Überlegungen in den Arbeitskreis einbrachten.

Der Rat der Künste und der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 wollen für die Künstler und Künstlerinnen in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstlergenerationen sicher ist. Hierbei wurde an die Tagung im Stadtmuseum am 9. Februar 2019 „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven“ angeknüpft.

Im Workshop wurde ein Konzept erarbeitet, anhand dessen Künstler*innen oder Vereine sich bestehenden Baugenossenschaften der Stadt anschließen oder eine eigene Ateliergenossenschaft gründen können. Das Konzept zeigt Wege für die Umsetzung und Finanzierung auf.

Im Januar 2020 werden die nächsten Schritte eingeleitet:
1. Ein professionell geleiteter Visionsworkshop wird stattfinden. Der Visions-workshop hat im Blick, wie die Gruppe von der Vision ins Handeln kommt.
2. Anschließend organisieren der Rat der Künste und der VdDK *1844 eine Tagung, bei der vier Best-Practice-Projekte vorgestellt werden: Zentralwerk in Dresden, Ex-Rota-Print in Berlin, Kunstwohnwerke in München und Höher Weg in Düsseldorf.
Die Tagung wird öffentlich sein.

Corina Gertz und Stefan Schweizer
Sprecher des Rates der Künste Düsseldorf

Veröffentlicht am

Rat der Künst Düsseldorf vergibt Negativpreis „Pferdeapfel“

Pressemitteilung

Verleihung des Negativpreises „Pferdeapfel“ gegen Altersdiskriminierung in der Kunst an den Landschaftsverband Rheinland

Auf der Pressekonferenz am 2.7. 2019 resümierte der Rat der Künste Düsseldorf die bisherige Arbeit. Im Besonderen wurde die Arbeit der AG Soziales als Schwerpunktthema vorgestellt.

Die AG Soziales setzt sich dafür ein, Künstler als hochqualifizierten Menschen in ihrem Berufsalltag und ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage zu stärken sowie ihre Wohn- und Ateliersituation zu sichern. Künstlerinnen und Künstler gehören trotz ihres hohen Bildungsniveaus und Ansehens in der Gesellschaft zu den Berufsgruppen mit den niedrigsten Einkommen.

In der Künstlersozialkasse können sich Künstler zwar seit 1983 günstig krankenversichern, jedoch bleibt bei der Rente zu oft zu wenig übrig. Die Alterseinkünfte betragen durchschnittlich nur die Hälfte dessen, was andere Arbeitnehmer im Schnitt erhalten.

Auch hier bemüht sich die AG Soziales die Situation der Künstler und Künstlerinnen zu verbessern, indem sie das Problem öffentlich macht, dazu Workshops und Diskussionsrunden mit Betroffenen, Politikern und Fachleuten organisiert. Darüber hinaus setzt sich der Rat der Künste für altersunbegrenzte Fördermöglichkeiten ein, wie Stipendien, Preise, Residenzprogramme und Projektförderungen. Diese sind zu 90% altersbeschränkt, das zugelassene Durchschnittsalter liegt hier bei 35 Jahren.

Negativpreis gegen Altersdiskriminierung
Der Rat der Künste möchte zum Überdenken dieser Altersgrenzen anregen. Aus diesem Grund verlieh er heute erstmalig den Negativpreis, der sich gegen Altersdiskriminierung in künstlerischen Förderprogrammen richtet.

Der Preis hat die Form eines Pferdeapfels und bezieht sich auf das historische Pferdeapfelattentat auf König Friedrich Wilhelm IV. auf der damaligen Düsseldorfer Kastanienallee (heute Königsallee) von 1848.

Der Rat der Künste hat am 2.7. 2019 den diesjährigen Pferdeapfel an den Landschaftsverband Rheinland mit dem Frauenkulturpreis vergeben, bei dem es für die Bewerbung eine Altersgrenze von 40 Jahren gibt. Er hofft damit, den LVR zum Überdenken etwaiger Altersgrenzen zu bewegen. Frau Ulrike Kessing nahm in Vertretung des LVR den Preis entgegen.

Der Rat der Künste ist sich darüber im Klaren, dass es mit dem LVR eine Institution trifft, die auf den allermeisten anderen Feldern einen Standard von Gleichstellung pflegt, der seinesgleichen sucht. Umso erstaunlicher ist allerdings die Nachlässigkeit bei Altersdiskriminierung.

Hinter der Preisvergabe steht weniger die Absicht, Institutionen an den Pranger zu stellen, als vielmehr Altersgrenzen generell abzuschaffen, so wie es die Schweiz bereits praktiziert.

Mit herzlichen Grüßen

Corina Gertz und Stefan Schweizer
Sprecher des Rates der Künste Düsseldorf

Veröffentlicht am

Rat der Künste Düsseldorf kämpft um Erhalt der Künstlersiedlung Golzheim

PRESSEMITTEILUNG: Rat der Künste – Erhalt der Künstlersiedlung Golzheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

entsprechend der fundamentalen Funktion von Kultur für eine Stadt tritt der Rat der Künste Düsseldorf für die Stärkung der Kunst und ihre Akteure ein. Aus diesem Grund will der Rat der Künste auch ausdrücklich den Erhalt von erschwinglichem Wohn- und Artbeitsraum der Künstlerinnen und Künstler der Stadt sicher stellen.

Aktuell wird in der Künstlersiedlung Golzheim ein Atelier für einen Quadratmeter Preis von € 14 neu vermietet. Die Eigentümerin der dortigen Ateliers, die Städtische Wohnungsbau Gesellschaft SWD, und das Kulturamt, das die Ateliers vergibt, haben entschieden, dass das Wohnen in der Siedlung bei künftigen Vermietungen ausgeschlossen wird. Hinzu kommt, dass wenn sich kein Künstler finden sollte, der sich diese Miete leisten kann, an andere Berufsgruppen, wie beispielsweise Architekten, Anwälte etc. vermietet werden soll.

Durch die Düsseldorfer Kulturverwaltung werden derzeitig 371 Ateliers an Künstlerinnen und Künstler vermietet. Davon bewirtschaftet sie selbst 133 Ateliers:
68 Ateliers zu einem Mietpreis von 4,00 – 4,92 € pro Quadratmeter,
25 Ateliers zu einem Mietpreis von 3,00 – 3,60 € pro Quadratmeter,
34 Ateliers zu einem Mietpreis von 2,10 – 3,60 € pro Quadratmeter,
3 Ateliers zu einem Mietpreis von 0,00€ bei Verpflichtung zur baulichen Unterhaltung der Gebäude und Außenanlagen durch die Künstlerinnen und Künstler,
3 Ateliers können derzeit wegen Umbaumaßnahmen nicht belegt werden (Wiederbelegung in Kürze).
Es fällt im Vergleich einmal mehr auf, wie stark die SWD-Mietforderung in Höhe von 14 Euro pro qm aus dem Rahmen fällt.

Die Künstlersiedlung Golzheim besteht seit über 80 Jahren. Die Siedlung, in der bis heute mehrere Künstlergenerationen leben und arbeiten, ist einzigartig in ihrer Art. Historisch gewachsen, bietet diese Siedlung ein wichtiges und interessantes Stück Zeit-, Kunst- und Kulturgeschichte in Düsseldorf und NRW. Seit Anbeginn zum Atelierförderprogramm Düsseldorfs gehörend, hat die Golzheimer Siedlung nationale Vorbildfunktion und internationale Wirkung.
Die SWD und das Kulturamt scheinen aus den Augen zu verlieren, dass es sich hier um eine Siedlung und nicht um eine Ateliergemeinschaft handelt.

Inzwischen stellen sich auch die Ratsfraktion der Grünen und die Ratsfraktion CDU gegen das Vorgehen der SWD und des Kulturamts. Das Thema wird am 13. Juni 2019 im Kulturausschuss diskutiert. Informationen hierzu hängen an.

Falls Sie weitere Informationen wünschen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Corina Gertz
(Sprecherin des Rats der Künste)

Politische Initiativen Künstlersiedlung Golzheim



Dies ist ein „offener Brief“ des Rats der Künste Düsseldorf – wir, die Redaktion von kunstduesseldorf.de unterstützen hiermit ausdrücklich diese Initiative – die Künstlersiedlung Golzheim ist es wert, in dieser Form erhalten zu bleiben! Wir müssen wieder Dinge möglich machen, statt sie nur noch zu verhindern!