Kunst in Köln: Programm März/April 2017

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KIK MÄRZ / APRIL 2017

 
 
| museenkoeln  Kunst in Köln
 
 
 
DIE NEUEN AUSSTELLUNGEN DER KÖLNER MUSEEN IM MÄRZ / APRIL 2017
 
artothek
Silke Brösskamp. Wir sind so weit gekommen
2. März bis 15. April 2017

Silke Brösskamp, geb. 1965 in Münster, besetzt Räume. Für das Projekt in der artothek entwickelte sie eine Arbeit, die die spätgotische Architektur außen und das prägende Raumkonzept der 50er Jahre im Inneren aufgreift. Herausgelöste Architekturdetails verbinden sich mit materialisiertem Leerraum und nehmen den gesamten Ort in Besitz, sind zugleich fremder Eindringling und wiedererkennbares Zitat. Für Ihre Arbeit erhält Silke Brösskamp den „Horizont-Raum-Preis“ der Freunde der artothek Köln e. V.

 
Käthe Kollwitz Museum Köln
AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz
10. März bis 5. Juni 2017

Zum 150. Geburtstag der Künstlerin steht eines ihrer Schlüsselwerke im Zentrum einer umfassenden Ausstellung: Der graphische Zyklus »Bauernkrieg« (1902–1908) repräsentiert in mehrfacher Hinsicht den Aufbruch in eine neue Zeit. Er vergegenwärtigt nicht nur den Aufstand erniedrigter Bauern von 1524/25, sondern verbildlicht auch die künstlerische Revolte der späten Neuzeit – den Bruch der Moderne mit der akademischen Tradition. Die Schau dokumentiert die spannende Genese der Folge, die Kollwitz in intensiver Auseinandersetzung mit Renaissance-Meistern und Größen der Moderne schuf.

 
Tanzmuseum des deutschen Tanzarchivs Köln
Berliner Sesession und Russisches Ballett: Ernst Oppler
11. März 2017 bis 28. Januar 2018

Anlässlich des 150. Geburtstags des »Tanzmalers« Ernst Oppler (1967–1929) zeigt das Deutsche Tanzarchiv Köln erstmals eine umfassende Retrospektive der Arbeiten mit Tanzbezug aus seinem bedeutenden Nachlassbestand Opplers. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem nie zuvor gezeigten zeichnerischen Werk. Oppler hat nicht wie andere Maler die Tänzer pausierend (»au repos«) oder in einer gehaltenen Pose im Atelier gezeichnet, sondern bei Proben und Aufführungen auf der Bühne, während des Tanzens. Seine Skizzen zeigen Ballett und Tanz in der Authentizität der Bewegung.

 

 
Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Die Kunst der Pause. Transparenz und Wiederholung
24. März bis 5. Juni 2017

Butterbrotpapier und einen dünnen Bleistift – mehr braucht es nicht, um ein interessantes Motiv abzupausen. Die älteste Kopiertechnik der Menschheit gehört aber in der zeichnerischen Praxis wohl auch wegen seiner Alltäglichkeit zu den künstlerischen Randerscheinungen. Dennoch und gerade deshalb widmet das Wallraf dem Thema eine Sonderausstellung und rückt das fragile Medium in den Mittelpunkt des Interesses. Anhand von mehr als 20 Exponaten wird die Historie der Pause ergründet und ihre Aufgabenvielfalt im künstlerischen Schaffensprozess dargestellt.

 
Domschatzkammer Köln
Ewald Mataré und der Kölner Dom
31. März bis 20. August 2017

Vor ca. siebzig Jahren schuf der bedeutende rheinische Bildhauer und Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie Ewald Mataré die berühmten Bronzetüren für das südliche Querhausportal des Kölner Domes. Zum Domjubiläum 1948 konnten die beiden mittleren Türen– Papst- und Bischofstür – eingebaut werden, 1953 und 1954 folgten die beiden Seitenportale – Pfingst- und Schöpfungstür. Ausgehend von der Entstehungsgeschichte dieser bedeutenden Bronzearbeiten, an denen auch Matarés Schüler, Joseph Beuys und Gertrud Kortenbach, mitgewirkt haben, werden Werke präsentiert, die im direkten Bezug zu den Türen stehen oder in deren stilistischen Zusammenhang einzuordnen sind sowie Werke die im kirchlichen Kontext entstanden sind bzw. christliche Inhalte zum Thema haben.

 
Die Photographische Sammlung / SK-Stiftung Kultur
Emil Otto Hoppé - Unveiling a Secret / Blick in die Sammlung: Industrie als Motiv
6. April bis 30. Juli 2017

Der Photograph Emil Otto Hoppé (1878–1972) genoss zu Lebzeiten ein hohes Ansehen. 1902 ging der geborene Münchner nach London und etablierte sich dort rasch auf dem Gebiet des Portraits und der Landschaft. Das Thema der Industrie nimmt in seinem Gesamtwerk eine zentrale Rolle ein. Dieser Themenkomplex wird erstmals in der Breite vorgestellt und darüber hinaus werden Hoppés photographische Leistungen nach Jahrzehnten wieder in das Licht der Öffentlichkeit gerückt.

 

Mit Photographien von Bernd und Hilla Becher, Ruth Hallensleben, Albert Renger-Patzsch, August Sander, Peter Weller und viele mehr Der Industriedarstellung kommt im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur vor allem anbindend an das photographische Oeuvre von Bernd und Hilla Becher eine wichtige Bedeutung zu. Die Zeitspanne der Ausstellung umfasst das Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er-Jahre.

 
Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Paris erwacht! Hittorffs Erfindung der Place de la Concorde
7. April bis 9. Juli 2017

Der Platz sah das Wüten der französischen Revolution, überstand die Wirren zweier Weltkriege, erlebte Massenjubel, Volkstrauer, Staatsfeierlichkeiten und steht damit wie kein zweiter öffentlicher Ort für die bewegte Geschichte einer ganzen Nation: Die Rede ist von der Place de la Concorde. Doch nur wenige wissen, dass es ein junger deutscher Architekt war, der diesen Platz Anfang des 19. Jahrhunderts in ein urbanes Juwel verwandelte. Sein Name war Jakob Ignaz Hittorff. Das Wallraf-Richartz-Museum widmet ihm und seiner Neuerfindung des geschichtsträchtigen Ortes eine große Sonderausstellung.

 
NS-Dokumentationszentrum
Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944
7. April bis 25. Juni 2017

Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Zwischen 1941 und 1944 erschossen Angehörige der SS, der Wehrmacht und deutsche Polizeieinheiten zusammen mit einheimischen Helfern in der Sowjetunion über zwei Millionen Juden, etwa 30.000 Roma und 17.000 Patienten psychiatrischer Anstalten oder töteten sie in sogenannten Gaswagen. Anhand historischer Dokumente und Fotografien beschreibt die Ausstellung die Entwicklung des Massenmords und die Aufarbeitung dieser Verbrechen nach 1945.

 
Museum Ludwig
Wolfgang-Hahn-Preis 2017: Trisha Donnelly
25. April bis 30. Juli 2017

2017 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst Trisha Donnelly mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Die Jury ehrt damit die 1974 in San Francisco geborene Künstlerin für ihr zukunftsweisendes OEuvre. Donnelly lotet in Video, Zeichnung, Skulptur, Soundinstallation und Performances immer wieder aus, was Kunstwerke heute überhaupt ausmacht.

 
Deutsches Sport & Olympia Museum
EisZeit
28. April bis 28. Mai 2017

 Ein Ausstellungsprojekt des DSOM mit der Stadt Köln, der KEC Kölner Eishockey-Gesellschaft »Die Haie«, dem Institut francais Cologne und dem Eishockey-Weltverband IIHF

Die Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai ist eines der Glanzlichter des internationalen Sportjahres 2017. Ihre besondere Bedeutung erwächst auch daraus, dass die Ausrichtung als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt angelegt ist, mit Spielorten in Köln und Paris. Das Deutsche Sport & Olympia Museum begleitet die WM mit einem facettenreichen Ausstellungskonzept und wird so zur zentralen Anlaufstelle für all jene, die auch an den kulturellen und politischen Implikationen des schnellsten Mannschaftssports der Welt Interesse finden.

 

 
KölnTag

KölnTag in den städtischen Museen jeden ersten Donnerstag im Monat: 2. März, 6. April 2017. Weitere Informationen unter www.museenkoeln.de

 
AUSSTELLUNGSÜBERBLICK MÄRZ / APRIL 2017
(inkl. der bereits eröffneten Ausstellungen)

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Girolamo Troppa (1637-1710), bis 12. März 2017
Die Kunst der Pause. Transparenz und Wiederholung, 24. März bis 5. Juni 2017
Paris erwacht! Hittorffs Erfindung der Place de la Concorde, 7. April bis 9. Juli 2017

Museum Ludwig

Gerhard Richter. Neue Bilder, bis 1. Mai 2017
Otto Freundlich. Kosmischer Kommunismus, bis 14. Mai 2017
Wolfgang-Hahn-Preis 2017: Trisha Donnelly, 25. April bis 30. Juli 2017

Römisch-Germanisches Museum

Zerbrechlicher Luxus. Köln – ein Zentrum antiker Glaskunst, bis 26. März 2017

Museum für Angewandte Kunst Köln

FULL House: Design by Stefan Diez, bis 11. Juni 2017

Rautenstrauch-Joest-Museum

Pilgern – Sehnsucht nach Glück?, bis 9. April 2017

Kölnisches Stadtmuseum

Heinz Held: Magie des Banalen, bis 12. März 2017 (kleine Kubus-Ausstellung)
Drunter und Drüber: Der Heumarkt, bis 1. Mai 2017
Bosporus am Rhein, 25. März bis 14. Mai 2017 (kleine Kubus-Ausstellung)

NS-Dokumentationszentrum

Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit, bis 12. März 2017
Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, 7. April bis 25. Juni 2017

Kunst- und Museumsbibliothek

Thomas Kling. Double Exposure, bis 5. März 2017

artothek

Silke Brösskamp, 2. März bis 15. April 2017
Gerrit Frohne, 28. April bis 24. Juni 2017

Käthe Kollwitz Museum Köln

AUFSTAND! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz, 10. März bis 5. Juni 2017

Die Photographische Sammlung / SK-Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn

Hans Eijkelboom – Photographische Konzepte, 1970 bis heute, bis 19. März 2017
Blick in die Sammlung: Bernd und Hilla Becher – Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes, bis 19. März 2017
Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret (Raum 1), 6. April bis 30. Juli 2017
Blick in die Sammlung: Industrie als Motiv, 6. April bis 30. Juli 2017

Tanzmuseum des deutschen Tanzarchivs Köln / SK Stiftung Kultur

Berliner Secession und Russisches Ballett: Ernst Oppler, 11. März 2017 bis 28. Januar 2018

Domschatzkammer Köln

Ewald Mataré und der Kölner Dom, 31. März bis 20. August 2017

Kolumba

Kurt Benning – Burgtreswitzmensch, bis 10. Juli 2017
»Me in a no-time state« – Über das Individuum, bis 14. August 2017

Deutsches Sport & Olympia Museum

EisZeit, 28. April bis 28. Mai 2017

 
AUSSTELLUNGSVORSCHAU MAI / JUNI 2017

NS-Dokumentationszentrum

Russenlager und Zwangsarbeit, 5. Mai bis 25. Juni 2017

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Heiter bis wolkig. Naturschauspiele in der niederländischen Malerei, 1. Juni 2017 bis 5. Februar 2018
1917 – Erinnerung an Luise Straus-Ernst, 23. Juni bis 10. September 2017

Rautenstrauch-Joest-Museum

Tatort Kambodscha? Einer Fälschung auf der Spur, 2. Juni bis 6. August 2017

Museum Ludwig

Hier und Jetzt im Museum Ludwig: Reena Spaulings, 3. Juni bis 27. August 2017
Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 1960er Jahre, 24. Juni bis 24. September 2017

 

Museumsfest am 21. Mai in allen Häusern

 

K20: „Otto Dix – Der böse Blick“

„Otto Dix – Der böse Blick“

Ausstellung in der K20 Kunstsammlung Düsseldorf bis 14. Mai 2017

Schön inszenierte Dix-Schau – einen Blick riskieren, lohnt sich!

Otto Dix, 1919, Fotograf unbekannt, Otto Dix Stiftung © Kunstsammlung NRW

Von Meike Lotz

Anders als die Dix-Ausstellungen im vergangenen Jahr zu seinem 125. Geburtstag, beleuchtet die Düsseldorfer Ausstellung im K20 vorwiegend die Zeit zwischen 1922 bis 1925. Diese drei Jahre verbrachte Otto Dix nämlich in Düsseldorf – und fand nicht nur seine große Liebe Martha, seine spätere Ehefrau hier, sondern konnte auch beruflich einiges erreichen. Im Oktober 1921 kam er mittellos aus Dresden, wo er es nicht einmal zu einer Einzelausstellung geschafft hatte. Im Rheinland, speziell von der ermutigenden Düsseldorfer Kunst-und Galerieszene der Goldenden 20er Jahre, erhoffte er sich eine materielle Sicherung durch Aufträge und Ausstellungsmöglichkeiten. Und tatsächlich Düsseldorf brachte ihm neben dem privaten auch das berufliche Glück. Dix erhielt hier die Freiheit sich künstlerische weiterzuentwickeln – und veränderte seine kubistische und expressive Formensprache hin zu seinem der Neuen Sachlichkeit zugewandten unverkennbaren Porträtstil. Mit bösem Blick malte er seine Zeitgenossen und diese standen reihenweise an, um sich genau in dieser direkten Art porträtieren zu lassen. Dix selbst verstand sich dabei als Realist „ich muss alles mit eigenen Augen sehen, um dann zu bestätigen: so ist das gewesen und nicht anders.“ Seine Vorstellung, dass das „Außen“ Ausdruck des „Inneren“ ist, zeichnet sich deutlich in seiner Porträtkunst wider.

Otto Dix, Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey, 1924, Öl auf Leinwand, 140 x 90 cm, erworben durch die Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen e.V., © VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

Den Anlass für die Düsseldorfer Ausstellung „Otto Dix – Der böse Blick“ hat das Bildnis der Galeristin Johanna Ey gegeben, das in der Ständigen Sammlung des K20 zu finden ist. „Jeder Mensch hat eine ganz spezielle Farbe, die sich auf das ganze Bild auswirkt“, so Dix und inszeniert seine Gönnerin und Förderin im leuchtenden violetten Kleid in majestätischer Pose. Johanna Ey hatte sich nämlich ganz besonders für Dix und seine Karriere eingesetzt – zeitweise wohnte er sogar in einem Nebenzimmer ihrer Galerie.
Die Düsseldorf Zeit wurde übrigens zu seiner Produktivsten, es entstanden über 400 Aquarelle, zahlreiche Gemälde und der Kriegszyklus, der in der Ausstellung auch zu sehen ist. Er läutet den Beginn der Ausstellung ein und ist bezeichnend für Dix‘ Erfahrungen im 1. Weltkrieg. Der 50teilige Zeichenzyklus hängt links in der ‚Grabbehalle‘ und ist kuratorisch hervorragende inszeniert.

Otto Dix, Sturmtruppe geht unter Gas vor (Detail), 1924, aus: „Der Krieg“ Zyklen aus 50 Radierungen in fünf Mappen, 2. Mappe, II, 19,6 x 29,1 cm, Otto Dix Archiv, Bevaix, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Wie in einem Schützengraben begegnet der Besucher im engen Gang den Kriegserfahrungen von Otto Dix und kommt in Berührung mit dem Leid und Elend jener Zeit – auch atmosphärisch. Die abgedunkelte Lichtsituation notwendig für die Präsentation der Zeichnungen wird hier in doppelter Weise genutzt und die tief abgehangenen Decken tragen wunderbar zur trüben Stimmung bei. Fast befreiend, der Krieg ist zu Ende, geht es dann weiter durch die große, luftige Eingangshalle des K20 in den zweiten Teil der Ausstellung. Hier findet sich der Besucher wieder auf einer in Grautönen gehaltenen Straße – und geht den Weg des Künstlers Dix nach. An der ersten Kreuzung beginnt Dix Zeit in Düsseldorf. Rechts und links Häuser, Fenster, Räume, Einblicke wie auf dem futuristischen Bild von Umberto Boccioni „Die Straße dringt ins Haus“ (1911) inszeniert.

Umberto Boccioni, Die Straße dringt ins Haus, 1911

Die einzelnen Räume sind in verschiedenen Farben, bordeaux rot, hell lila, olivgrün gehalten und stehen als Sinnbilder der verschiedenen künstlerischen Phasen von Otto Dix wie zum Beispiel 1919/20 die noch kubistische Formensprache, 1920 die steifen Porträts bis hin zu den Arbeiten der Neuen Sachlichkeit 1923. Die Düsseldorfer Zeit endet an der zweiten Kreuzung der Straße (des Mittelgangs).

Otto Dix, Bildnis der Tänzerin Anita Berber, 1925, Öl und Tempera auf Sperrholz, Sammlung Landesbank Baden-Württemberg, im Kunstmuseum Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016



Dort hängt auch das eindrucksvolle Porträt der Tänzerin Anita Berber, die als Verkörperung des weiblichen Bohémiens, der Femme fatale der Weimarer Republik galt. Dix malt sie im feurigen Rot auf rotem Hintergrund. An der Detailgenauigkeit dieses Bildes lässt sich auch Dix besondere Technik ablesen, bei der er sich an der Malerei der Dürer-Zeit orientierte. Er verwendete Lasuren, die vom Maler umfangreiche Vorbereitung wie Detailstudien oder Vorzeichnungen erfordern, da später große Änderungen nicht mehr möglich sind. Dix nannte diese Technik den „strengen Stil der Malerei“ und zeitgenössische Kunstbetrachter nannte diese Lasurtechnik „sachlich“, da die langsame Arbeitsweise die „sachlichen“ Details wohl erst hervorbrachte.
Bis ins Detail entblößt Dix also seine Portraitierten: Kunsthändler, Familie und nicht zu übersehen, die zahlreichen Prostituierten. Dix seziert sie mit seinem bösen Blick oder entlockte ihnen den bösen Blick wie der „Dame mit Hund“ von 1922. Auf dem Aquarell mit Kreide, ergänzte Dix witziger Weise einen Streifen Alupapier, das übrigens während der Inflation als Notgeld verwendet wurde, vermutlich war Dix Streifen jedoch ein Stück eines Verpackungsmaterials z.B. für Zigaretten.

Otto Dix, Mieze, abends im Café, 1923, Aquarell über Bleistift, 56,7 x 38,7 cm, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Foto: Achim Kukulies © Kunstsammlung NRW

Dank der durchdachten Ausstellungsarchitektur, kann der Besucher sich wie Dix auf Motivsuche begeben. Von den Häusern auf die Straßen blicken oder voyeuristisch in die Räume eines Freudenhauses lugen. Deutlich wird dabei, dass Dix, nicht nur das Elend der Weimarer Republik gemalt hat, sondern dass er in der Zeit bzw. die Zeit selbst gelebt hat.

Otto Dix, Herren und Damen, 1922, Aquarell und Bleistift , 56,6 x 47,0 cm, Private Collection, Courtesy Richard Nagy Ltd., London, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Er hat sich selbst zum Dandy und Bürgerschreck ernannt, er wollte um jeden Preis berühmt werden – und es ist ihm gelungen. Er gilt bis heute als der berühmt-berüchtigte Porträtist, der seine Modelle jenseits jedweder gängiger ästhetischer Normen kritisch und „mit bösem Blick“ in Szene setzte.

Der Ausstellungskatalog kostet im Museumshop 34,- EUR. Weitere Infos zur Ausstellung
https://www.kunstsammlung.de/otto-dix.html

Die Ausstellung wird im Anschluss in der Tate Liverpool gezeigt. („Portraying a Nation: Germany 1919 – 1933, 23. Juni- 15. Oktober 2017

Museum Ludwig (Köln): Gerhard Richter – „Neue Bilder“

Museum Ludwig (Köln): Gerhard Richter - "Neue Bilder"





Museum Ludwig Köln





Gerhard Richter. Neue Bilder
09. Februar – 01. Mai 2017

Anlässlich des 85. Geburtstages von Gerhard Richter am 9. Februar 2017 stellt das Museum Ludwig erstmals 26 abstrakte Bilder vor, die alle im letzten Jahr entstanden. Leuchtende Farbigkeit und differenzierte, vielschichtige Kompositionen kennzeichnen die neuen Bilder, die meist auf Leinwand in ganz verschiedenen Formaten gemalt sind. Mit Pinsel, Spachtel, Rakel und Messer bearbeitet der Künstler die in mehreren Schichten aus Ölfarbe aufgebauten Bilder; seine lange Erfahrung – auch in der Einbeziehung des Zufalls in den Entstehungsprozess – führt zu detailreichen und äußerst komplexen Kompositionen. Der Zweifel an der Darstellbarkeit von Realität und die Frage nach der Bedeutung des gemalten Bildes liegen Richters Schaffen zugrunde.
 
Seit über 50 Jahren arbeitet Gerhard Richter an der fulminanten Erneuerung der Malerei. Das weit ausfächernde Œuvre des vielleicht bekanntesten Künstlers unserer Zeit fasziniert durch das Spannungsverhältnis von Figuration und Abstraktion, von Bedeutung und Banalität. Im Werk Gerhard Richters, der am 9. Februar 1932 in Dresden geboren ist und seit 1983 in Köln lebt, dominieren seit den späten 1970er Jahren seine abstrakten Bilder.
 
Parallel werden wegweisende Werke von Gerhard Richter aus der Sammlung des Museum Ludwig präsentiert: Ikonen wie Ema (Akt auf einer Treppe) von 1966 oder 48 Portraits deutscher Geistesgrößen von 1971/72, das abstrakte Bild Krieg von 1981 bis hin zur Glasarbeit 11 Scheiben von 2003 werden unter anderem zu sehen sein. Diese ebenfalls von Gerhard Richter eingerichtete Sammlungspräsentation zeigt zusätzlich viele Editionen, in denen der Maler seine Mittel und seine Fragestellungen nach Bild und Abbild noch einmal erweitert. Die Editionen von Gerhard Richter sind mitunter schon lange in der Sammlung des Museum Ludwig, teilweise sind es jedoch auch Geschenke, die Sammler aus dem Rheinland und der Künstler selbst, anlässlich seines 85. Geburtstags dem Museum übergeben haben.
 
Oberbürgermeisterin Henriette Reker gratuliert dem Künstler und Kölner Ehrenbürger herzlich: „Die Verbundenheit von Gerhard Richter mit dem Museum Ludwig und der Stadt Köln ist ein großes Glück. Sein international so bedeutendes Werk entsteht hier in unserer Stadt. Umso mehr freue ich mich, dass nun auch seine neuen Bilder in Köln erstmalig zu sehen sind.“
 
Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach ergänzt:. „So beschenkt er zu seinem Geburtstag letztendlich uns. Dafür gilt ihm besonderer Dank.“
 
Für Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, ist die Entscheidung von Gerhard Richter seine neuen Bilder erstmals im Museum Ludwig zu zeigen Anerkennung und Ansporn zugleich: „Dass Gerhard Richter ausgerechnet das Museum Ludwig als Ort der erstmaligen Präsentation seiner neuen Bilder auswählt, belegt einmal mehr das langjährige und intensive Verhältnis des Künstlers zu unserer Institution und spornt uns an, dieses noch zu vertiefen.“
 
Kuratorin: Rita Kersting
 
Die Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt durch die Zurich Versicherung.
 
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König mit Abbildungen aller 26 neuen Bilder. Die Textbeiträge stammen von Yilmaz Dziewior und Rita Kersting. 80 Seiten, dt./engl. 24 Euro (18 Euro im Museum)
 
Vorträge zur Ausstellung
Di, 7.2.2017, 19 Uhr
Dr. Julian Heynen:
Unbegreifbar? Undarstellbar? Das Birkenau-Bild von Gerhard Richter
 
Di. 7.3.2017, 19 Uhr
Hubertus Butin:
Gerhard Richters Farbtafelbilder der 1960er- und 70er-Jahre
 
Di. 11.4.2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Beate Söntgen
Gerhard Richter. Arbeit am Bild
 
Vorträge im Rahmen der Vortragsreihe KunstBewusst der Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e. V. sowie der Fritz Thyssen Stiftung
Ort: Filmforum, Kino im Museum Ludwig
 
Kontakt

 

 
Anne Niermann / Sonja Hempel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0)221 - 221 - 23491
niermann@museum-ludwig.de
hempel@museum-ludwig.de
 

 
Bildnachweis:
Gerhard Richter
Abstraktes Bild, 2016
Öl auf Aluminium
© Gerhard Richter 2016 (221116)
Herausgeber:
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
Tel:+49-221-221-26165
www.museum-ludwig.de
info@museum-ludwig.de
 

 
 

 
 



Kunstakademie Düsseldorf: Rundgang 2017

Kunstakademie Düsseldorf: Rundgang 2017

Der jährliche "Rundgang" der Kunstakademie Düsseldorf findet im Jahr 2017 vom 13. Bis 19. Februar statt. Für die Öffentlichkeit ist diese Semesterschlußausstellung ab 15. Februar 2016 geöffnet.

Öffnungszeiten während des Rundgangs:
Täglich von 9.00 bis 20.00 Uhr,
samstags und sonntags von 10.00 bis 20.00 Uhr.

Duesseldorf Photo Weekend 2017 (3. – 5.02.2017)

Duesseldorf Photo Weekend 2017

3. – 5. Februar 2017

Zur sechsten Edition des Duesseldorf Photo Weekend, 3. – 5. Februar 2017, präsentieren mehr als 70 Galerien, Museen, Institutionen und Off-Räume ein vielseitiges Programm zum Medium der Fotografie. Die Bandbreite der Ausstellungen reicht von der klassischen Fotografie bis hin zu aktuellen Tendenzen mit den Neuen Medien. Nach dem großen Erfolg der letzten Jahre ist das Duesseldorf Photo Weekend zu einem beliebten Bestandteil der Kunst- und Kulturszene Düsseldorfs geworden und erfährt auch international große Wertschätzung. Viele der Ausstellungen sind nach dem Eröffnungswochenende noch mehrere Wochen in den Galerien und Instituten zu sehen.

Cologne Fine Art 2016 – Ein Besuch in Köln lohnt sich!


Cologne Fine Art 2016 – Ein Besuch in Köln lohnt sich!

Von Meike Lotz



Ob Liebhaber alter Kunst, Verehrer außergewöhnlichen Designs oder Freund der zeitgenössischen Kunst. Für Jeden ist etwas dabei an diesem Wochenenden auf den Kunstmessen, der Cologne Fine Art und COFA Contemporary in Köln.

Stand: Hallendurchblick, Halle 11.1

Stand: Hallendurchblick, Halle 11.1

Mit erstklassigem Angebot präsentieren rund 150 Galerien und Kunsthändler Alte Kunst, Antiquitäten, Kunsthandwerk, Meisterwerke der Klassischen Moderne sowie Kunst der Nachkriegszeit. Die Vielfalt des Ausgestellten eröffnet dem Besucher eine spannungsreiche Gegenüberstellung unterschiedlicher Stile und Epochen. Hier einen Überblick zu geben, scheint unmöglich, daher Blicken wir von kunstduesseldorf.de zwar nach Köln, hauptsächlich aber auf die Düsseldorfer Kunstszene und was die so aufzubieten hat – ist einiges!
Die Galerie Ralph Gierhards, gegründet 1977, und heute auf Königsallee 44 in Düsseldorf zu finden, zeigt beispielweise eine „Scagliola Platte“ um 1750 (Italien). Die wunderschöne rechteckige Tischplatte mit vielen verschiedenen eingesetzten, nachgebildeten Marmorsteinen, wie Lapislazuli, Giallo, Porphyr, demonstriert in ihrer Mitte einen exotischen, zart-wirkenden Vogel auf einem Zweig mit Blumen.

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Spazieren wir weiter zum Stand der Galerie Basedau Fine Arts (Hamburg), entdecken wir ein reiches Angebot verschiedener Flanier- und Spazierstöcke vom 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Einst Macht- und Statussymbol sowie modisches Accessoire, kann an ihnen vieles über die damalige Zeit sowie über ihren Träger gedeutet und abgelesen werden. Ein Spazierstock regt besonders zum Denken an, sein Griff an der Vorderseite zeigt einen Totenkopf, an der Rückseite blickt man in das Antlitz eines bärtigen Mannes, der an Christus erinnert. Leben und Tod – vereint? und wir fragen uns, wer ihn wohl besessen hat? Dies bleibt ungewiss…

Stock mit Totenkopf. Courtesy: Basedau Feine alte Spazierstöcke, Hamburg

Stock mit Totenkopf. Courtesy: Basedau Feine alte Spazierstöcke, Hamburg

Treffsicher – zumindest im modischen Fragen, geht es weiter bei Monika Gottlieb. Die Düsseldorferin sammelt seit Jahren Kreationen der Haute Couture. Schwerpunkt ihrer umfassenden Sammlung, sind die 50er- und 70er-Jahre. Für Modebewusste ist der Besuch an diesem Stand Pflicht, wer dann noch das Glück hat Monika Gottlieb anzutreffen, erfährt spannende und glamouröse Geschichten der Mode und ihrer prominenten Trägerinnen.

Monica Gottlieb

Monica Gottlieb

Design Parcours, Halle 11.1

Design Parcours, Halle 11.1

Nach einem Design Parcours mit ausgewählten Möbelstücken von Ludwig Mies van der Rohe, bei dem der Barcelona Sessel von 1954/55 aus der frühen Nachproduktion von Waldemar Stiegler im Fokus steht und der weltweit erstmaligen Vorstellung eines der ersten Prototypen dieses beliebten Designmodels des bedeutenden Architekten der Modernen,



Karin Kneffel, Preisträgerin Cologne Fine Art Preis 2016. Fotograf: Sven Vogel, Köln

Karin Kneffel, Preisträgerin Cologne Fine Art Preis 2016. Fotograf: Sven Vogel, Köln


darf natürlich der Blick in die Sonderschau der diesjährigen Preisträgerin Karin Kneffel nicht fehlen. Die Künstlerin studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Johannes Brus, Norbert Tadeusz und Gerhard Richter. Porträtierte sie in ihren frühen Arbeiten Tiere – und konfrontierte uns mit unserer menschlichen Eitelkeit, führt sie uns nun mit unterschiedlichen Perspektiven, Aufhebungen der Gravitation oder der Spiegelung von Räumen zu einer neuen Sicht auf die Malerei selbst.



Absolut sehenswert ist auch die Ausstellung „Fels und Feder“ der Werkhallen Obermann/Burkhard (Remagen) – hier begegnen sich zwei Künstler, die gerade durch ihre Gegensätzlichkeit einander anziehen. Der Bildhauer Abraham David Christian spielt mit unserer Wahrnehmung und vermittelt uns in vielen seiner Formen eine Stabilität, die möglicherweise gar nicht existiert. Massiv, bodenständig und präsent wirken seine „Türme der Weisheit“, ihnen entgegengesetzt wirken die sanften Linien auf Julian Khols Bildern, wie scheue Naturwesen, deren Anwesenheit gerade nur so viel preisgibt, dass sie gerade noch da sind. Die wenigen Striche und Formen auf Khols Leinwand überraschen in ihrer Komplexität und gehen gerade mit ihrer sensiblen Sprache mit den monumentalen Skulpturen von Christian in ein Zwiegespräch und eröffnen spannungsgeladene Zwischenräume.

felsfeder

Eine Otto Piene Schau gibt es bei der Galerie Ludorff zu sehen. Der Zero-Künstler ist einer der großen Avantgardisten der deutschen Nachkriegskunst. Themen wie Licht, Raum, Bewegung und Farbe stehen dabei im Fokus seiner künstlerischen Tätigkeit. Das Licht ist dabei ein Material der Kunst des 20. Jahrhunderts. Piene und die Zero-Künstler nutzten das Licht, um Zeit und Raum zu entgrenzen. Als extreme Auseinandersetzung mit Licht setzte Otto Piene Feuer auf seinen Leinwandbildern in Verbindung mit Farbe ein. Diese charakteristischen Feuerbilder und Gouachen sind hier zu sehen.

kolle_pfeife-rauchender-spahi_1925

Dieses große Gemälde von Helmut Kolle zeigt den „Pfeife rauchender Spahi“ von 1925. Der früh verstorbene Maler war zu Lebzeiten der erfolgreichste deutsche Künstler in Paris. Heute sind seine Werke in anspruchsvollsten Privatsammlungen, Galerien und Museen wie dem Städel Museum Frankfurt, der Pinakothek München und dem Ludwig Museum in Köln zu finden. Ein kürzlich erschienener Artikel auf art magazin erzählt über Helmut Kolle. Angeboten wird das hochkarätige Werk von der Galerie Vömel aus Düsseldorf. Neben weiteren Kolle Gemälde und Zeichnungen, sind dort u.a. Werke von Werner Gilles, Gerhard Marcks, Norbert Tadeusz sowie kinetischen Objekte des Düsseldorfer Bildhauers Jörg Wiele zu sehen. Wer es nicht bis Köln schafft, in der Galerie Vömel in der Altstadt ist eine umfassende Ausstellung des Künstlers bis Ende Januar 2017 zu sehen.

Schöne Arbeiten der wegweisenden Künstler des 20. Jahrhunderts wie Max Ernst, Alexej von Jawlensky, Paul Klee werden von der Galerie von Vertes (Zürich) gezeigt.
Wer nun die etablierte untere Etage verlässt, kommt bei einem Aufgang zur COFA Contemporary zum „NOTEINGANG“ der Künstlerin Julia Benz. Die begehbare Rauminstallation konfrontiert den Betrachter mit der Malerei der in Berlin lebenden und arbeitenden Künstlerin – Betreten erlaubt, unbedingt ausprobieren!

Die Setareh Gallery zeigt u.a. Arbeiten der gefragten Düsseldorfer Künstlerin Vivian Greven, Beck und Eggeling konfrontieren Skulpturen von Gerhard Demetz mit Leinwänden des jungen griechischen Malers Nikos Aslanidis und Kunst & Denker Contemporary zeigt Tim Berresheim. Hier benötigt man zum Betrachten der Arbeiten eine 3D-Brille, denn Berresheim hat seine Bilder „Heard but never seen“ gleich zweifach herstellen lassen. Eine Version für 3D-Brillen und eine ohne. Doch stellt der Künstler hiermit nicht die Frage nach dem Wahren, als mehr nach dem Möglichen. Berresheim schafft mit seinen Computerbildern einen neuen künstlerischen Zugang zur Virtuellen Welt und nutzt dabei die neusten Computertechnologien z.B. eine Skulptur geprintet auf einem 3D-Drucker.

Meint man auf der COFA Contemporary 2016 nur junge neue Galerien zu finden, so irrt man, die Galerie Ludorff hat hier einen zweiten Stand, zu sehen u.a. Arbeiten von Katharina Frisch, Hiroshi Sugimoto, Karin Kneffel und Christian Awe.
Van Horn zeigt Jens Ullrich, der Collagen aus Sportfotografien, gefunden in heutigen Tageszeitungen und Abbildungen von Skulpturen aus der NS-Zeit macht. Dabei übersteigt der Künstler mit seinen Arbeiten „Flieger“ das übliche Collage-Format. Sie sind lebensgroß und wurden in ihren einzelnen Papierstücken direkt auf die Leinwand geklebt. Ziemlich beeindruckend!
So – und wer nun erstmal keine Kunst mehr sehen mag, der nehme sich ein Beispiel an diesen zwei Herren:

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Mark Jenkins, Infinity Head, 2016




KIT – Kunst im Tunnel (Düsseldorf) – Programm NOV 2016







KIT im November 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von KIT – Kunst im Tunnel,

am Freitag, den 11. November laden wir Sie um 19 Uhr herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „De statua – Davor und Danach“ ein. Die von dem belgischen Künstler Didier Vermeiren kuratierte Ausstellung zeigt – anders als es der Ausstellungstitel auf den ersten Blick vermuten ließe – acht bildhauerische Positionen der Gegenwart. Diese loten in der aktuellen Schau mithilfe von Film und Fotografie die Grenzen von Form und Material in der Bildhauerei aus.

Der erste Ausstellungs-Sonntag ist gleich Familientag im KIT. Von 11 bis 18 Uhr ist der Eintritt somit frei. Bei der Familienführung „Verwandlungskünstler“ um 13 Uhr erforschen wir, wie ein Kunstwerk seine Wirkung verändert, wenn es von der Zwei- in die Dreidimensionalität übertragen wird.

Zusammen mit KRASS e.V. laden wir am Freitag, den 25. November von 16 bis 18 Uhr zum WELCOME WORKSHOP ein. Kinder aus Düsseldorfer Flüchtlingsunterkünften können dann mit anderen Düsseldorfer Kindern die neue Ausstellung anschauen und anschließend gemeinsam kreativ werden.

Die öffentliche Führung zur Ausstellung findet wie gewohnt jeden Sonntag um 15 Uhr statt. Jeden Samstag von 12 bis 16 Uhr und jeden Sonntag von 11 bis 15 Uhr freuen sich zudem auch unsere Kolleginnen von KIT / meet + talk auf ihre Fragen in der Ausstellung.

Viel Vergnügen und einen schönen November wünscht

Ihr Team von KIT – Kunst im Tunnel

P.S.: Am 25. November hält Gertrud Peters (künstlerische Leiterin KIT – Kunst im Tunnel) in der Reihe Creative Mornings im KIT den Vortrag „Von Frankensteins Monster zum Orchideengarten“, Berührungspunkte zwischen bildender Kunst, anspruchsvoller Literatur und Fantasy. Anmelden können Sie sich zur Veranstaltung hier.


Johannes Wald
ohne Titel (gezeigt als: Akt, eine Treppe herabsteigend), 2014
Gips, Seil, Draht, Aluminium
130 x 40 x 50 cm
Courtesy Daniel Marzona, Berlin / Galerie Greta Meert, Brüssel
Fotografie Johannes Wald / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016


Einladung zum Download

De statua – Davor und Danach

12. November 2016 bis 12. Februar 2017

Familientag: Sonntag, 13. November 2016, 11 bis 18 Uhr; Familienführung „Verwandlungskünstler“ von 13 bis 14.30 Uhr, Eintritt frei

Öffentliche Führung: Jeden Sonntag, 15 Uhr

KIT / meet + talk: Jeden Samstag von 12 bis 16 Uhr und jeden Sonntag von 11 bis 15 Uhr

Die von dem belgischen Künstler Didier Vermeiren kuratierte Ausstellung zeigt, anders als es der Ausstellungstitel auf den ersten Blick vermuten ließe, acht bildhauerische Positionen der Gegenwart. Durch das Aufrufen des Titels des ersten und höchst einflussreichen Bildhauereitraktates der neuzeitlichen Kunst – „De statua/Das Standbild“ von Leon Battista Alberti aus den 30er Jahren des 15. Jahrhunderts – betont Vermeiren die Möglichkeit und Notwendigkeit, auch in der Gegenwart ungebrochen an die Tradition der Bildhauerei anzuknüpfen.
Ein zentraler Anknüpfungspunkt an diese Tradition ist das Erschaffen von Skulpturen, in deren räumlicher Präsenz sich die höchst bewusste Formfindung auf Seiten der Künstler vermittelt. In diesem Sinn spielt der Prozess des künstlerischen Arbeitens, der sich in den Werken vermittelt, für die von Vermeiren ausgewählten Bildhauer eine wichtige Rolle. Neben der zentralen Bedeutung, die die körperliche Gegenwart der Skulptur für die Künstler besitzt, werden mit Hilfe von Fotografie und Film des Weiteren die Möglichkeiten und Grenzen der Formgebung und Materialität ausgelotet. Das Ausloten dieser Grenzen kann bis hin zu skulpturalen Werken führen, deren Gegenwart den physischen Entzug von Skulptur zu einem eigenen Thema macht.

Mit Johannes Döring, Fabien Ducrot, Moritz Karweick, Valerie Krause, Claudia Mann, Heiko Räpple, Philipp Röcker, Johannes Wald

Mit freundlicher Unterstützung von

KIT – Kunst im Tunnel/Kunsthalle Düsseldorf
WELCOME WORKSHOP

Freitag, 25. November 2016, 16 Uhr im KIT – Kunst im Tunnel

Gemeinsam mit KRASS e.V. laden wir einmal im Monat zum WELCOME WORKSHOP ins KIT oder in die Kunsthalle Düsseldorf ein. Von 16 bis 18 Uhr können Kinder aus Düsseldorfer Flüchtlingsunterkünften gemeinsam mit anderen Düsseldorfer Kindern die aktuellen Ausstellungen besuchen und anschließend selbst kreativ werden.

Am 25. November treffen wir uns in der Ausstellung „De statua – Davor und Danach“ im KIT.

Um Voranmeldung wird gebeten unter bildung@kunst-im-tunnel.de. Die Teilnahme ist kostenlos.
Leitung: Dana Bergmann

Dieser Workshop ist ein inklusives Angebot von KIT – Kunst im Tunnel, Kunsthalle Düsseldorf und KRASS e.V., es richtet sich auch an TeilnehmerInnen ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen.

In Kooperation mit

KIT – KUNST IM TUNNEL
Mannesmannufer 1b
40213 Düsseldorf
kit@kunsthalle-duesseldorf.de
www.kunst-im-tunnel.de
 
Öffnungszeiten
Di – So, Feiertage 11–18 Uhr
 
Anfahrt
Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnen: 706, 708, 709
Haltestelle: Landtag/Kniebrücke
Eintritt
Erwachsene: 4 EUR
Ermäßigt: 3 EUR
Gruppen (ab 10 Personen): 3 EUR
Schwerbehinderte: frei
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: frei
 
Kombiticket KIT – Kunst im Tunnel und Kunsthalle Düsseldorf: 8 EUR/ermäßigt 5 EUR

 
Am 2. Sonntag im Monat: Familientag, Eintritt frei

 
KIT — Kunst im Tunnel wird gefördert durch

Partner KIT — Kunst im Tunnel

Im Rahmen des Baker Tilly Roelfs Künstler-Stipendiums

KIT bei facebook


Museum Folkwang Essen – Programm NOV 2016



Museum Folkwang Essen - Newsletter


Museum Folkwang

 

Dancing with Myself in 99 Sekunden

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausstellung Dancing with Myself – Werke aus der Sammlung Pinault.

> Zum Video

> Zur Ausstellung


Nam June Paik Award 2016

Am 27. Oktober wurde zum achten Mal der internationale Nam June Paik Award der Kunststiftung NRW verliehen. Der internationale Medienkunst-
preis 2016 ging an den in London und Beirut lebenden Künstler Lawrence Abu Hamdan für seine Installation Earshot. Den Nationalen Nam June Paik Award 2016 erhielten Tamaki Watanabe und Walter Zurborg.

Die Arbeiten der vier nominierten Künstler (Lawrence Abu Hamdan, Trisha Baga, Neïl Beloufa und Katja Novitskova) sind bis zum 8. Januar 2017 im Museum Folkwang zu sehen. Zusätzlich zeigt der Preisträger des nationalen Nam June Paik Awards 2014, Manuel Graf, seine mit dem Preisgeld realisierte Arbeit Marbles.

> Mehr über den Award


Ein Tag mit der Familie

Der Familientag steht im Zeichen der aktuellen Ausstellung Dancing with Myself: Eltern und Kinder können sich maskieren, verkleiden, schminken, in andere Rollen schlüpfen und so auf spielerische Weise verschiedene Rollen ausprobieren. Die kreativen Selbstinszenierungen werden fotografisch oder malerisch festgehalten. Pantomimen zeigen zusätzlich, wie man ohne Worte eine Welt um sich herum entstehen lassen kann. Und - wenn gewünscht - kann man als jemand anderes nach Hause gehen!

Familientag
Ich, du und alle, die wir kennen
So, 20. November, 14 18 Uhr

Die Teilnahme ist für Familien kostenfrei.

> Mehr über die Ausstellung


NOW! Word Up! Festival 2016

Im Rahmen des Festivals für Neue Musik NOW! Word Up! veranstaltet die Folkwang Universität der Künste im Karl Ernst Osthaus-Saal das Kammerkonzert "Sequenza III" mit Kompositionen von Helmut Lachenmann, Peter Ablinger, Luciano Berio, Jacob ter Veldhuis und Vinko Globokar.

Kammerkonzert im Rahmen des NOW! Word Up! Festival 2016
Almerija Delic, Mezzosopran
Solisten der Folkwang Universität der Künste
So, 6. November, 14 Uhr

Teilnahmegebühr: 10 € / 5 € inkl. Systemgebühr. Kartenvorverkauf über Folkwang Universität: 0201 4903-231 oder karten@folkwang-uni.de
Mitglieder des Kunstring Folkwang zahlen den ermäßigten Eintritt.

Ein Konzert der Folkwang Universität der Künste in Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang. Gefördert von der Kunststiftung NRW.

> Mehr Informationen zum Kammerkonzert

> Mehr Informationen zum NOW! Word Up! Festival 2016


Kirchners Entwürfe für das Museum Folkwang

Es sollte sein größtes Malereiprojekt der späten Jahre werden und blieb doch ein unverwirklichter Traum: Zwischen 1927 und 1930 konzipierte Ernst Ludwig Kirchner die Ausmalung für den neuen Festsaal des Museum Folkwang, die er dem ungewöhnlichen Thema Farbentanz widmete. Das Projekt kam nicht zustande, doch haben sich Kirchners farbige Studien erhalten. Anlässlich des Wochenendes der Grafik wird eine Auswahl dieser außergewöhnlichen Werke vorgestellt.

Das Wochenende der Grafik findet am 12. und 13. November 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. In NRW sind 10 Museen mit zahlreichen Sonderveranstaltungen beteiligt.

Kuratorenführung zum Wochenende der Grafik
Tanz der Farben – Ernst Ludwig Kirchners Entwürfe für das Museum Folkwang

Mit Tobias Burg, Kurator Grafische Sammlung
Fr, 11. November, 18 Uhr

Teilnahmebeitrag: 3 € / ermäßigt 1,50 € / Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl. Mit Teilnahmesticker, der ab einer Stunde vor Führungs-
beginn an der Besucherinformation erhältlich ist. Begrenzte Teilnehmerzahl.

> Mehr Veranstaltungen


Druckworkshop zu Richard Deacon

Inspiriert von den Zeichnungen und Drucken des Bildhauers Richard Deacon bringen Sie im Workshop Ihre eigenen experimentellen Zeichnungen mittels verschiedener Hoch- und Tiefdruckverfahren aufs Papier. Die auf diese Weise entstandenen Einzelblätter werden später zu einem kleinen Buchobjekt zusammengeführt.

The Printed Page
Druckworkshop für Erwachsene

Mit Robert Matthes, Maler und Grafiker
Sa, 12. November und So, 13. November, je 10 – 16 Uhr

Teilnahmebeitrag: 20 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang 10 €

In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang. Anmeldung im Besucherbüro erforderlich.

> Mehr Veranstaltungen


Sammlungsführung auf Spanisch

Lernen Sie die Schwerpunkte und die Highlights der Sammlung diesmal auf Spanisch kennen!

Kunst als Fremdsprache
Do, 17. November, 17 Uhr

Kostenfrei mit Teilnahmesticker. Begrenzte Teilnehmerzahl.

> Mehr Veranstaltungen


Schätze heben...Das Frauenhaus von Brescia

Josef Fenneker war einer der wichtigsten Werbegrafiker der Weimarer Republik. Für den Film und die Theaterbühne entwarf der Künstler stark vom Expressionismus beeinflusste Plakate - vor allem für das Berliner Marmorhaus, das Premierenkino der Stummfilmzeit. Das Plakat zum Film "Das Frauenhaus von Brescia" von 1920 und weitere expressionistische Plakate werden bei dieser Führung im Lesesaal vorgestellt.

Schätze heben … Selten Gesehenes und Unbekanntes aus der Sammlung
Do, 17. November, 18:30 Uhr

Teilnahmegebühr: 3 € / 1,50 € / Kunstring Folkwang frei.

In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e. V., Verein der Freunde des Museum Folkwang.

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Video Folkwang / Kunstakademie Münster

Im Untergeschoss des Museum Folkwang präsentiert die Reihe Video Folkwang einen Ausblick in die Zukunft der bewegten Bilder und stellt Arbeiten aus verschiedenen deutschen Kunsthochschulen vor.

Video Folkwang
Klasse Aernout Mik, Kunstakademie Münster

Do, 24. November, 18 Uhr

> Mehr Veranstaltungen


Sneak Peek / Das Rebellische Bild

Werkstatt für Photographie 1976–86

> Mehr erfahren


Bildnachweis

Ausstellungsansicht Dancing with Myself mit Sammler François Pinault © Museum Folkwang, Foto: Sebastian Drüen

Ralph Goertz, Filmstill aus 99 sec. of Dancing with Myself, 2016

Besucher im Museum Folkwang © Museum Folkwang, Foto: Carsten Behler

Detail von Ernst Ludwig Kirchners Entwurf zum Gemälde Farbentanz für den Festsaal im Museum Folkwang, 1932 © Museum Folkwang

Uschi Blume, a. d. Serie Worauf wartest Du?, 1980 © Uschi Blume

 

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Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen

T +49 201 8845 000
F +49 201 8891 45000

info@museum-folkwang.essen.de
www.museum-folkwang.de


Ausstellungsbesprechung: “Amour-Fou“ (Düsseldorf, Kunst im Hafen e. V.)

Ausstellungsbesprechung: “Amour-Fou“ (Düsseldorf, Kunst im Hafen e. V.)

Von Susanne Braun



Amour Fou in Düsseldorf-Reisholz Der Phantasie und dem Assoziationsreichtum werden in der Ausstellung ‚Amour Fou’ in der Ausstellungshalle von Kunst im Hafen e.V. nicht nur keine Grenzen gesetzt, sondern sie werden ganz im Gegenteil mit vielen Doppeldeutigkeiten, besonderen Motiven und ungewöhnlichen Bildausschnitten aller Orts angeregt. Die allermeisten Bilder, Schmuckstücke oder Objekte verweisen auf eine Dimension, die über das, was im Bild tatsächlich zu sehen ist, weit hinaus geht. Ausgehend von der These, dass Liebe und Sexualität prägend alle Bereiche des menschlichen Lebens sind, spielen die Künstler hintergründig und einfallsreich mit den Sehgewohnheiten der Betrachter und regen so an, sich mit der eigenen Wahrnehmung und Phantasie auseinander zu setzen.




Video © Susanne Braun


Zentrales Thema der Ausstellung sind Liebe und Erotik, wobei sich das Spektrum von romantischen Klischees wie der farbenfrohen Briefmarkensammlung von Jyrg Munter über Akte, die mit wenigen gestalterischen Mitteln erstaunliche Lebendigkeit hervorrufen bis hin zu der dunklen Seite erstreckt, die einen Eindruck von der zerstörerischen Kraft vermittelt, die Liebe und Leidenschaft entwickeln können. Der Animationsfilm ‚Zefiro torna‘ von Norbert Kraus etwa, veranschaulicht am Beispiel eines Centaurenpaares Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Natur, indem sie das Paar in eine poetische Landschaft aus fließenden Farbströhmen eintauchen lässt, die deren Stimmungen zum Ausdruck bringen. Die Malerin Yvonne Schnweidtmann bebildert in ihren mit sehr reduzierten malerischen Mitteln gestalteten Gemälden unterschiedliche Geschlechterrollen sowie Verkleidungen und Darstellungsformen von Liebe und Sexualität (siehe Videointerview mit Yvonne Schweidtmann). Die in der Ausstellung gezeigten Skulpturen in Edelmetall von Anina Caracas unterstreichen die Sinnlichkeit des menschlichen Körpers in doppelter Weise und strahlen ihre erotische Wirkung offen aus. Die Kette „Trophäen“ bestehend aus kleinen „zarten“ Phalli provoziert und verwandelt ihre Trägerin zur Trophäensammlerin und kehrt das männliche Klischee einfach mal um. Weiblich selbstbewusst präsentiert sich auch die Arbeit „Nahrungskette“- eine wörtliche Übersetzung kommt ihrer Beschreibung am Nächsten – die Aneinanderreihung vieler verschiedener Brustwarzenformen zeigt die Weiblichkeit in ihrer ureigenen Form als Lebensspenderin und Ernährerin genauso wie als Verführerin. Auch die Blüte „Tränendes Herz“ ein Fundstück aus der Natur bedient das Thema Amour Fou offen, direkt und ohne Scham. Die hyperrealistischen Fotografien von Rainer Kaltenbach verweisen auf die dunkle Seite der Leidenschaft, die sonst oft verborgen bleibt.

Ergänzt wird die Ausstellung täglich durch ein Programm aus Vorträgen und Musik. Prof. Martin Papenheim erklärt die Zusammenhänge zwischen ‚Amour Fou‘ und Politik, Dr. Frauke Tomczak stellt die ‚Amour Fou‘ anhand ausgewählter Filmbeispiele vor (siehe Videointerview). Im Anschluss an die Vorträge stehen Tango von Kléber Queiroz und Kathi Ratz sowie Musik von Wilder Weizen auf dem Programm.

Mehr Infos: http://2amourfou.jimdo.com/programm/

Siehe auch die Ausstellungsankündigung von Meike Lotz.





Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf: Premieren im Nov 2016

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Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf: Premieren im Nov 2016

Das Weihnachtsstück für die ganze Familie — Das Düsseldorfer Schauspielhaus zeigt in dieser Spielzeit für alle ab 6 das vielleicht populärste Märchen aus dem westlichsten aller Abendländer, den Vereinigten Staaten von Amerika: Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum feiert am Sonntag, dem 6. November im Capitol Theater seine Premiere. Die elternlose Dorothy wird durch einen Sturm mitsamt ihrem Zimmer in eine fantastische Welt katapultiert. Dort wird sie gefeiert, denn sie hat bei der Landung unfreiwillig die böse Hexe des Ostens erschlagen und so ein ganzes Volk befreit. Auf ihrer Abenteuerreise durch das Land Oz begegnet Dorothy sonderbaren neuen Freunden: der Vogelscheuche, die so gerne klug wäre, dem Blechmann, der sich unendlich nach einem Herzen sehnt, und dem ängstlichen Löwen, der lieber schrecklich und wild wäre. — Robert Neumann führt zum ersten Mal in Düsseldorf Regie, seine Inszenierungen erhielten Einladungen zu internationalen Festivals in aller Welt, u. a. als einziger deutscher Beitrag zum Weltkongress der ASSITEJ, der internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater. Mit dem Ensemble des Jungen Schauspiels.

Ein deutsch-nigerianisches Märchen über Wahrheit und Pflicht — Am Donnerstag, dem 10. November kommt Obisike – Das Herz einer Löwin von Gregory Caers und Ensemble in der Münsterstraße 446 zur Uraufführung. Obisike ist ein nigerianisches Wort für jemanden, der ungewöhnlichen Mut beweist, instinktiv nach Gerechtigkeit sucht und für Gleichheit kämpft. Um jeden Preis. Wird über eine Person gesagt, sie sei »obisike«, ist das ein Ausdruck hohen Respekts. Schauspieler aus Nigeria und aus dem Ensemble des Jungen Schauspiels sowie Kinder aus Düsseldorf entwickeln ein körperliches und poetisches Spiel in deutscher und englischer Sprache über Mädchen zwischen Rebellion und Anpassung. Junges Schauspiel — für alle ab 10.

Ein Volksstück über Macht und Rausch — Die Premiere Herr Puntila und sein Knecht Matti zeigen wir am Freitag, dem 11. November auf der Kleinen Bühne im Central. Den besoffenen Puntila nicht zu mögen fällt schwer, nüchtern ist Puntila hingegen unerträglich. Unberechenbar herrscht er über seine Tochter Eva und alle seine Angestellten, die er ausbeutet und demütigt. Sein Chauffeur Matti ist der Einzige, der keine Angst vor den zwei Gesichtern seines Dienstherrn hat. Doch als der weinselige Puntila beschließt, dass ausgerechnet Matti der ideale Gatte für Eva sei, ist es auch mit Mattis Neutralität vorbei. — Bertolt Brecht schrieb sein Volksstück 1940 in Finnland, der vierten Station auf seiner Flucht vor den Nationalsozialisten, um die Verlogenheit und Gefährlichkeit von Herrschaftsverhältnissen demonstrieren: Kann man reich und ein guter Mensch sein? — Jan Gehler inszeniert am Volkstheater München, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel Stuttgart und am Thalia Theater Hamburg. Von 2013 bis 2016 war er Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden.

Der Traum so stark wie die Wirklichkeit, die Liebe so heftig wie der Krieg —Am Samstag, dem 19. November feiert Das Käthchen von Heilbronn Premiere auf der Großen Bühne im Central. Mit bedingungsloser Hingabe folgt das Käthchen von Heilbronn ihrem Ritter, Graf Friedrich Wetter vom Strahl, durch die Welt. Sie stürzt sich ins Schlachtgetümmel, trotzt Feuersbrünsten und heimtückischen Giftanschlägen, denn dass vom Strahl ihr vorherbestimmter Gatte ist, hat Käthchen im Traum gesehen. Dumm nur, dass der Ritter so gar nichts von dem Mädchen wissen will. — Heinrich von Kleists 1810 uraufgeführtes »großes historisches Ritterschauspiel« erzählt von einem ungeheuer-lichen Vorgang, nämlich davon, dass zwei Menschen einander im Traum erkennen. — Simon Solberg war von 2006 bis 2008 Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim und in der Spielzeit 2012/13 Hausregisseur und Co-Schauspielleiter am Theater Basel. Zuletzt inszenierte er u. a. am Staatsschauspiel Dresden, am Münchner Volkstheater, am Staatstheater Stuttgart und am Schauspiel Köln.

Über Freundschaft, Trost und die Kraft der Fantasie — Eine kleine, große philosophische Geschichte für die Allerkleinsten ab 2 Jahren entsteht zur Düsseldorfer Premiere von Adams Welt am Samstag, dem 26. November in der Münsterstraße 446. Gemeinsam gehen Gregory Caers und das Ensemble des Jungen Schauspiels mit viel Gesang, Musik und Bewegung auf eine Entdeckungsreise durch Landschaften und Unterwasserwelten voller Überraschungen.




Weitere Infos hier.


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